Kleine Kehrwoche

Neues Jugendwort gesucht

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Wenn Jugendliche sich untereinander unterhalten: Können Sie mitreden? Oder verstehen Sie wenigstens, worum es geht? © Natureaddict / Pixabay

Da ist sie wieder, die Suche nach dem Jugendwort 2021. Noch ist es nicht gekürt, noch kann sich jeder, der etwas Jugendliches zu sagen hat, daran beteiligen. Auf der Webseite www.langenscheidt.com/jugendwort-des-jahres darf bis zum 13. September der persönliche Favorit unter den Top 10 ausgewählt werden. Mit dabei sind „alte Bekannte“ – auch Jugendsprache kann sich schließlich nicht jährlich neu erfinden –, aber auch neue Töne, die mitunter für „die Alten“ einer Erklärung bedürfen. Wie praktisch, dass es hierfür die „Kehrwoche“ gibt!

Auf besagter Webseite zählt eine Uhr die Tage, Stunden, Minuten und Sekunden runter. Da fühlt man sich fast ein wenig unter Druck gesetzt. Wie locker das Ganze tatsächlich gemeint ist, das zeigt sich indes schon an der gewählten Ansprache seitens Langenscheidt, womit man voll und ganz in der Jugendsprache bleibt: „Lost, cringe und wyld sind schon wieder outdated? Dann votet einfach für das neue Jugendwort des Jahres 2021 und entscheidet, wo’s langgeht! Credits gehen an alle, die auch dieses Jahr wieder mitmachen.“ Na gut, ich will auch!

Auf der Liste tummeln sich einige „Bekannte“ – und ja, ich bin mit meinen über 40 Jahren schon etwas stolz, dass ich das so sagen kann: „sheesh“ als Ausdruck des Erstaunens; „wild“ oder „wyld“ für „heftig“und „krass“; „Digga“ für den „Freund“, „Kumpel oder „Bro“; dann noch „Cringe“ für „Fremdscham“ und immernoch „Mittwoch“, was dem Frosch-Meme „Es ist Mittwoch meine Kerle“ entlehnt ist – regelmäßige „Kehrwoche“-Leser mögen sich erinnern, das habe ich 2020 mal erklärt.

Neu auf der Liste – zumindest für mich – ist etwa „sus“ für „verdächtig“, was wohl aus dem Online-Spiel „Among us“ stammt. Das Wort „akkurat“ wird synonym für „zutreffend“ benutzt; wer Zustimmung ausdrücken will, sagt „same“; und wenn etwas fantastisch oder schön ist, dann sagt man „papatastisch“. Mein Favorit ist gerade der „Geringverdiener“, womit scherzhaft „Loser“ oder „Verlierer“ gedisst werden. Aber darf ich auch voten?

Bei der Altersabfrage gebe ich „31+“ an – als Mittvierziger existiere ich auf der Skala gar nicht. Bis zum 13. September werden noch die Top 3 gekürt, und aus denen dann vom 20. September bis zum 18. Oktober der Sieger. Am 25. Oktober gibt’s die Enthüllung. Ich freue mich drauf –und reserviere schonmal einen Platz in der Kolumne.

Freundliche Grüße! Ihr Mathias Schwappach