Kleine Kehrwoche

Sogar „Fans“ kamen zu kurz

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Ein Fan hat Taylor Swift gezeichnet. Die US-Sängerin, so scheint es, gibt dem Fan- und Star-Kult eine ganz neue Dimension. © Ondrej Pipís / Pixabay

Herzlichen Glückwunsch Taylor Swift! Nicht nur zum Schnapszahlgeburtstag 33, den die Pop- und Country-Sängerin am Dienstag feiern durfte. Glückwunsch dazu, dass sie in Zeiten fortwährend neuer Superlative – was sowohl den Superstar-Status, als auch damit verbundene „Du darfst mir nah sein“-Gebühren anbelangt – Ende November nochmal einen ganz neuen Maßstab gesetzt hat.

Taylor Swift ist geradezu skurril erfolgreich. Sie hat weit über 252 Millionen Tonträger verkauft; dabei ist ihr im Oktober 2022 erschienenes, zehntes Studioalbum „Midnights“ noch gar nicht mitgerechnet. 13 Songs umfasst das Album, zehn davon belegten sofort bei Charteintritt die US-amerikanischen „Top Ten“ – sowas hat bisher noch keiner geschafft. In Deutschland ging das Album auch auf Platz eins. Bei so viel Hype der perfekte Zeitpunkt, den Vorverkauf der „Eras Tour 2023“ zu starten.

Dabei hat Taylor Swift dann sogar gleich nochmal einen Rekord aufgestellt: Die „Erfolgswelle“ wurde gar zum Tsunami. Bereits beim exklusiven Vorverkauf „echter Fans“ – etwa vorab zahlungspflichtig für den Vorverkauf registrierte Fanclub-Mitglieder – kam es mehreren Pannen: 12-stündige Wartezeiten, zusammenbrechende Server – der Anbieter „Ticketmaster“ sprach von einer „historisch beispiellosen Nachfrage“. Zum Vor-Vorkauf hatten sich 3,5 Millionen Menschen registriert; davon erhielten 1,3 Millionen Fans tatsächlich Zugangscodes fürs Vorkaufsportal – und so gingen gleich am ersten Tag über Millionen Tickets über die virtuelle Ladentheke.

Nachdem zwar der erste Ansturm, jedoch längst noch nicht alle Kaufwilligen versorgt worden waren, stellte man bei „Ticketmaster“ fest: „Aufgrund der außerordentlich hohen Nachfrage an den Ticketverkaufssystemen und des unzureichenden verbleibenden Kartenbestands, um die Nachfrage zu befriedigen, wurde der [...] öffentliche Vorverkauf [...] abgesagt.“ – Anders gesagt: Die Konzerte sind schon voll. Wer sich also nicht für die exklusive Super-Fanverkauf-Vorrunde angemeldet hatte, hatte nie eine Chance auf Tickets – eine bittere Pille.

Während sich noch alle um Konzerttickets kloppen, verkündet die Swift schon ihren Einstieg in die Filmbranche. Beim eigenen Spielfilm hat sie selbst das Drehbuch geschrieben und führt Regie – wie das Neueinsteiger halt so machen. Eine eigene Religion ist in Vorbereitung.

Fasziniert und leicht schockiert, Ihr Mathias Schwappach