Kleine Kehrwoche

Spiel um 4,56 Millionen

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Die düsteren Schergen des morbiden Spiels sind nur über geometrische Formen in ihren Rängen zu unterscheiden. © Chetraruc / Pixabay
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"Rotes Licht, grünes Licht!" - Es ist das erste Spiel, das man in der Serie zu sehen bekommt. Es ist das "berühmteste" in Gespärchen darüber - und es wird daher sicherlich auch Teil des Reality-Formats sein. © Myriam Dreamer / Pixabay

Kommt Ihnen die Zahl in der Headline irgendwie bekannt vor? – Vielleicht haben Sie die Serie „Squid Game“ auf dem Streaming-Portal „Netflix“ gesehen. Dort spielen 456 Teilnehmer um das große Geld; wer ausscheidet, der stirbt. Das Prinzip und die Spiele der dystopischen Serie aus Südkorea – ein zynischer Kommentar auf den Kapitalismus –, wird nun tatsächlich in ein Reality-Format übernommen: 456 Kontrahenten treten an um 4,56 Millionen Dollar. Immerhin, sterben soll hier wohl keiner.

Die Serie „Squid Game“ wurde 2021 zum Überraschungserfolg: In den ersten vier Wochen nach Start wurde sie von 142 Millionen Haushalten gestreamt. Die Dreharbeiten für die zweite Staffel laufen bereits, deren Start wird sich allerdings noch hinziehen. Um den Hype nicht versiegen zu lassen, wagt nun also „Netflix“ ein skurriles Experiment: Zynismus ade – jetzt wird alles echt!

Der Hintergrund ist recht düster – genau das könnte aber der Reality-Show unter dem Titel „Squid Game: The Challenge“ den gewissen Nervenkitzel verleihen. Ähnlich wie bei Paintball oder Computerspielen, wo man nicht real stirbt, aber eben die „Lebensgefahr“ in abgewandelter Form spürt, sollen die tödlichen Kinderspiele aus der Serie in Teilen ins Reality-Format übernommen werden. Die Idee dürfte auch dadurch inspiriert worden sein, dass nach der ersten Staffel einige der Spiele auf Schulhöfen von Kindern nachgespielt worden waren. Es hagelte Kritik. Wobei man sich wohl eher fragen sollte, wer seine Kinder so morbide Thriller anschauen lässt.

Wer das Reality-Format gewinnt, der dürfte dann mit dem Preisgeld erstmal einen Großteil seiner Sorgen los sein – genau wie im Original. „Es steht viel auf dem Spiel, aber das schlimmste Schicksal in diesem Spiel ist es, mit leeren Händen nach Hause zu gehen“, so heißt es auf der offiziellen Casting-Webseite. Getötet wird also niemand, einfach wird es aber trotzdem nicht. Denn immerhin treten 456 Kandidaten gegeneinander an – laut der Produktionsfirma die größte Anzahl an Teilnehmern eines Reality-Formats die es jemals gegeben habe. Na dann!

Wer sich jetztübrigens motiviert fühlt, seine Talente in „Rotes Licht, grünes Licht“ in bare Münze zu verwandeln: Die Bewerbungsfrist fürs Casting läuft! Teilnehmen darf jeder, der 21 Jahre alt ist, gut Englisch spricht und Anfang 2023 einige Wochen Zeit hat für die Dreharbeiten.

Mögen die Spiele beginnen! Ihr Mathias Schwappach