Kleine Kehrwoche

Zuversicht à la Zuckowski

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Mit seiner "Vogelhochzeit" gelang Rolf Zuckowski 1977 der Durchbruch in der Kinderzimmer-Hitparade. © Gerhard C. / Pixabay

In der Weihnachtsbäckerei! ZACK! Hab’ ich Ihnen gerade einen Ohrwurm verpasst? Ich darf vorwegnehmen, dass jener im Laufe der Lektüre dieser Kolumne noch Gesellschaft bekommen wird. Denn heute geht es um den Mann, der zwar eigentlich Musik für die Kleinen komponiert, sich aber längst und unwiderruflich auch in den Ohrmuscheln der Eltern eingenistet hat: Rolf Zuckowski.

Wenn dieser Name fällt, dann hat jeder sofort sein persönliches Lieblingslied aus dessen Feder im Ohr: „Immer wieder kommt ein neuer Frühling“, „Und ganz doll mich“, „Die Jahresuhr“ oder auch das eingangs zitierte „In der Weihnachtsbäckerei“. Meine Frau hört mit Vorliebe gemeinsam mit unserer Tochter die „Vogelhochzeit“ an – übrigens 1977 das erste seiner großen Werke – und ich habe mich schon mehrfach dabei ertappt, „Stups, der kleine Osterhase“ oder auch „Als ich ein Baby war“ vor mich hin zu summen. Und das, obwohl ich – man erinnere sich an kürzliche Kolumnen zu musischen Themen – normalerweise eher Heavy Metal oder Hard Rock höre.

Der Barde solcher Weisen wurde jüngst 75 Jahre alt. In der Zeitung habe ich dazu ein Foto eines in Würde ergrauten Rolf Zuckowski gesehen – und dachte mir: Wow, der sah aber damals in den Einspielern früherer Kindersendungen noch viel jünger aus. Nunja, das ist aber nun auch schon locker 35 Jahre her. Fast genauso lange kann ich das Lied „Was zieh’ ich an“ aus „Rolfs Schulweg-Hitparade“ auswendig; das war mal Thema in der Grundschule. Heutzutage begegnet man dem Liedgut vor allem auf passend designten „Tonie“-Figuren, oder dem Sänger persönlich, online, bei Facebook und Instagram, mit „Liedergeschichten aus dem Dachstübchen“.

In Artikeln über Rolf Zuckowski – anlässlich des Geburtstags und des Erscheinens seines Buches „Ein bisschen Mut, ein bisschen Glück“ – liest man über sein Leben und den Werdegang. Aber auch über Zuversicht, die der Liedmacher selbst Erwachsenen vermittelt, die mit seiner Musik aufwuchsen. Die „Heilbronner Stimme“ zitierte ihn so: „Eine heile Welt kann ich den Kindern nicht bauen. Ich kann nur hoffen, dass sie ihr Selbstvertrauen und ihren Lebensmut immer wieder finden – auch wenn’s mal schwerer ist im Leben.“ Durch seine Musik hilft Zuckowski beim Aufrappeln. Lange vor der ehemaligen Bundeskanzlerin prägte er eine Zeile, die für viele Menschen zum Mantra werden sollte: „Ich schaff’ das schon!“

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach