Meinung

Kommentar: Die Remstalkellerei stolpert über ihre veralteten Strukturen

Remstalkellerei
Die Remstalkellerei will ihre Grundstücke in Beutelsbach verkaufen. © Benjamin Büttner

Die letzten Jahre bei der Remstalkellerei waren turbulent. Mit Turbulenzen ist weiterhin zu rechnen. Wirklich ruhige Zeiten haben die Wengerter im Remstal in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige erlebt. Die guten Weine, die die Weingärtner der Remstalkellerei ohne Frage produzieren, machten sich in ihren Taschen leider nicht gezahlt. Das Traubengeld, der Lohn der harten Arbeit im Weinberg, liegt seit vielen Jahren weit unter dem Durchschnitt in Württemberg.

Den Plan, den Vorstand und Aufsichtsrat den 1200 Mitgliedern nun vorlegen, ist aus der Not geboren. Einer Not, die viele Väter und Mütter hat. Womöglich waren es sogar die Groß- und Urgroßväter der Wengerter, die vor über 80 Jahren die Genossenschaft aus einer existenziellen Not heraus gründeten. Mit der indirekten Mitgliedschaft über die Ortsgenossenschaften wurde eine Struktur geschaffen, die nur schwer handelbar war und ist.

An dieser Struktur sind in der Vergangenheit viele Geschäftsführungen der Remstalkellerei gescheitert. Gute und richtige Ansätze wie die Zentralkelter wurden zerredet und sind im Sande verlaufen.

Dass das Remstal so viele herausragende Selbstvermarkter aufweist, ist übrigens die Kehrseite der Misere der Genossenschaft.

Es hat vor fast zwei Jahren des zugespitzten Brandbriefes des neuen Geschäftsführers Peter Jung bedurft, um den Mitgliedern die wirtschaftliche „desaströse Lage“ der Genossenschaft vor Augen zu führen. Es hat beinahe zwei Jahre gedauert, bis nach der schonungslosen Analyse und mehreren, von Pannen begleiteten Generalversammlungen endlich ein Ausweg aus der Krise aufgezeigt wird.

Gerade jetzt ist Herbst haben wir gesehen, in welcher fantastischen Kulturlandschaft wir dank der bunten, in der Herbstsonne prall leuchtenden Weinberge leben. Das Remstal braucht die Genossenschaft, damit der Weinbau eine Zukunft hat. Für die Söhne und Töchter der Weingärtner von heute muss es sich vor allem um eine Lösung handeln, die ihnen eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive eröffnet.

Die letzten Jahre bei der Remstalkellerei waren turbulent. Mit Turbulenzen ist weiterhin zu rechnen. Wirklich ruhige Zeiten haben die Wengerter im Remstal in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige erlebt. Die guten Weine, die die Weingärtner der Remstalkellerei ohne Frage produzieren, machten sich in ihren Taschen leider nicht gezahlt. Das Traubengeld, der Lohn der harten Arbeit im Weinberg, liegt seit vielen Jahren weit unter dem Durchschnitt in Württemberg.

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