Meinung

Kommentar zur Kundgebung der AfD in Stuttgart: Liebe deinen Nächsten ...

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AfD-Kundgebung in Stuttgart mit dem Motto "Gegen Armut, Not und Kälte ". Mit dem Zeichen der Liebe - das aber nur dem eigenen Land gewidmet ist. © Gabriel Habermann

Himmelbimbamnochamol!

Ja – zu fluchen ist nicht gottgefällig, aber hin und wieder muss der Mensch sich darüber hinwegsetzen. Und die Rems- und Murrtäler und alle, die dazwischen leben und ihr Herz der AfD und deren politischen Aussagen geschenkt haben, an der eigenen Nase packen. Es landen schließlich oft genug in der Redaktion Lesermeinungen, die Bibelsprüche wie das Lichtschwert des Erzengels Michael vor sich her tragen und als unschlagbare und ewig gültige Argumentationshilfe nutzen. Das geschieht so häufig, dass nicht anzunehmen ist, dass die Gruppe der Gläubigen und die Gruppe der AfD-Anhänger keine Schnittmenge haben. Und dann kommt’s zu einer AfD-Demonstration, wie am Samstag in Stuttgart, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Herzchen gen Himmel halten. Nur noch mal zur Erinnerung, falls die Bedeutung dieses uralten Symbols irgendwie in Vergessenheit geraten sein sollte: Das Herz ist ein Zeichen für die Liebe. Und die Liebe, so heißt’s in der Bibel, „ist die größte unter ihnen“.

Auf den Herzen der AfD-Anhänger – und natürlich -Anhängerinnen – steht ein Motto: „Unser Land zuerst“. Wie geht denn das? Die Liebe in engster Verbundenheit mit dem größten Egoismus? In der Bibel heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und wohlgemerkt, der Nächste steht an erster Stelle im Satz. Wobei das Selbst, so sagt es die Konjunktion „wie“, nicht hintanstehen soll. Der biblische Satz heißt also: Liebe dich. Und liebe deinen Nächsten. Und zwar gleich arg und idealerweise mit ganzem – jawohl – Herzen. Da gibt’s kein „zuerst“.

Der Satz „Liebe deinen Nächsten ...“ ist sehr wichtig in der Bibel. Die Internetseite Bibelserver.com zählt sage und schreibe neun Textstellen, in denen genau dieser Satz vorkommt.

Herrschaftszeiten, können denn wirklich all jene, die so gern Gottes Wort bemühen und gleichzeitig solch absurde Herzen in die Höhe halten, vergessen haben, dass, wer behauptet, dass er sich und auch den Nächsten liebt, nicht nur sich, sondern auch dem Nächsten Gutes tun muss? Wer sonntags überzeugt in die Kirche geht und gleichzeitig ein AfD-Herz in die Höhe hält, ist scheinheilig. Über die Scheinheiligkeit lässt sich Jesus in Lukas 12 aus. Die Scheinheiligen kommen nicht gut weg.

Himmelbimbamnochamol!

Ja – zu fluchen ist nicht gottgefällig, aber hin und wieder muss der Mensch sich darüber hinwegsetzen. Und die Rems- und Murrtäler und alle, die dazwischen leben und ihr Herz der AfD und deren politischen Aussagen geschenkt haben, an der eigenen Nase packen. Es landen schließlich oft genug in der Redaktion Lesermeinungen, die Bibelsprüche wie das Lichtschwert des Erzengels Michael vor sich her tragen und als unschlagbare und ewig gültige Argumentationshilfe

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