VfB Stuttgart

Mentalität und Körpergröße sind Trumpf

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Alois Schwartz
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz steht vor Spielbeginn am Spielfeldrand. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © Uli Deck
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Torschütze Philipp Hofmann (r.) jubelt mit Marvin Wanitzek
Karlsruhes Torschütze Philipp Hofmann (r) jubelt mit Karlsruhes Marvin Wanitzek über das Tor zum 0:1. Foto: Uwe Anspach/dpa © Uwe Anspach

Karlsruhe.
Für alle Fußballfans im Ländle wirft dieses Duell bereits seit mehreren Wochen seine Schatten voraus. Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/ZVW-Liveticker) ist es endlich soweit: Der VfB Stuttgart empfängt den Karlsruher SC zum schwäbisch-badischen Derby. Die Partie bekommt durch die Niederlagenserie der Schwaben, die zuletzt vier von fünf Ligaspielen verloren haben, zusätzliche Brisanz. Und auch für die Gäste, die zuletzt mit sieben Remis in Folge einen neuen Rekord aufstellten, geht es um weit mehr als drei Zähler im Kampf um den Klassenerhalt.

So verlief der Saisonstart

Nachdem die Karlsruher als Zweitplatzierter ins Unterhaus des deutschen Fußballs aufgestiegen waren, sorgte die Elf von Trainer Alois Schwartz zu Beginn auch dort mächtig für Furore: Die ersten beiden Spiele in der Liga sowie die Erstrunden-Partie im Pokal gegen Hannover 96 (2:0) wurden gewonnen – Platz zwei. Das war aber auch schon die längste Siegesserie der Badener, die mittlerweile mit 16 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz stehen. Die bisherige Saison der Karlsruher kann man aus verschiedenen Perspektiven betrachten: Einerseits warten die KSC-Fans seit Mitte September (1:0 gegen Sandhausen) auf einen Sieg ihrer Mannschaft, andererseits hat diese seit der 0:3-Niederlage beim Mitaufsteiger Osnabrück (5. Spieltag) nicht mehr verloren. Das Team um Kapitän Daniel Gordon dürfte mit dem Platz im sicheren Mittelfeld der Tabelle nicht unzufrieden sein, auch wenn das Umfeld mal wieder nach einem Dreier lechzt.

Alois Schwartz – ein Schwabe beim KSC

Das Duell der beiden Trainer bietet einen interessanten Randaspekt: Alois Schwartz ist Schwabe durch und durch (geboren in Nürtingen), VfB-Coach Tim Walter stammt aus Bruchsal und hat damit seine Wurzeln im Badener Land. Das Duell beider Teams steht bereits für sich, die Herkunft der Coaches dürfte für weitere Brisanz sorgen. Als Aktiver stand Mittelfeldspieler Schwartz unter anderem in 160 Erstliga-Spielen (12 Tore) für den Stadtrivalen Stuttgarter Kickers auf dem Platz.

Nach Stationen in Duisburg, Essen und Mannheim entschied er sich für das Trainer-Dasein. Nach seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern (interimsweise) erlebte Schwartz drei erfolgreiche Jahre beim SV Sandhausen, bevor es ihn zum 1. FC Nürnberg zog. Bei ser bis dato größten Station wurde der heute 52-Jährige allerdings nach einem schwierigen halben Jahr wieder entlassen. Seit August 2017 leitet Schwartz nun die Geschicke im Karlsruher Wildpark. Er übernahm die Mannschaft auf Rang 16 und führte sie noch auf Platz drei – und das bei 21 Ligaspielen ohne Niederlage, bis heute Rekord in der dritten Liga. Nachdem der erste Versuch, aufzusteigen, noch in der Relegation an Erzgebirge Aue scheiterte, klappte es dafür im zweiten Anlauf: Zur Winterpause noch an der Tabellenspitze, feierte der KSC am Ende der vergangenen Spielzeit die Rückkehr in Liga zwei – auch dank Alois Schwartz.

Mentalität und Körpergröße sind Trumpf beim KSC

Die Karlsruher haben bei der Kader-Zusammenstellung auf zwei Dinge besonders geachtet: Mentalität und Körpergröße. Die Mannschaft um Top-Stürmer Philipp Hofmann (7 Saisontore) ist insgesamt großgewachen und damit vor allem bei Standards brandgefährlich. Die Ecken und Freistöße von Ex-VfB-Spieler Marvin Wanitzek (schon 6 Assists) waren bereits in der 3. Liga eine echte Waffe - diese Serie setzt sich nun auch eine Etage höher fort.

Auf diese Weise haben die Karslruher bereits einige Rückstände wettgemacht und späte Punktgewinne erzielt. So auch Anfang des Monats beim 2:2 am Hamburger Millerntor, als der KSC einen Zwei-Tore-Rückstand in den letzten fünf Minuten egalisierte. Daran ist zu erkennen, dass die Mentalität in der sehr erfahrenen Mannschaft (Durchschnittsalter: 28,14 Jahre) Alois Schwartz‘ stimmt und den Schwaben Warnung genug sein sollte, die Gäste aus Baden zu unterschätzen oder frühzeitig abzuschreiben.

Das sagt VfB-Coach Tim Walter über das Derby

Dem ehemaligen Karlsruher Jugendcoach ist die Bedeutung des anstehenden Spiels durchaus bewusst. „Wir repräsentieren am Sonntag den VfB Stuttgart. Wir werden alles investieren, um die Fans glücklich zu machen“, sagt Walter, dem bei aller Brisanz des Derbys eines besonders am Herzen liegt: „Das Spiel sollte im Mittelpunkt stehen“, mahnt Walter zur Ruhe in beiden Fanlagern. Die Selbstsicherheit Walters scheint sich auch auf dessen Spieler zu übertragen: „Die Jungs geben alles, man spürt die Überzeugung in der Mannschaft.“ Der Standardstärke der Karlsruher wollen die Schwaben mit unbändigem Willen entgegentreten. „Ihre Körpergröße kann man nicht wegdiskutieren. Es wird extrem schwer, keine gefährlichen Momente zuzulassen“, sagt Tim Walter.


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