IMMO2020 - Themenwoche

Gut bewertet – gut verkauft

Hand hält Haus und Schlüssel
Wer sein Haus verkaufen will, kann von einer professionellen Immobilienbewertung profitieren. © Robert Kneschke - Fotolia

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkauft, möchte natürlich den bestmöglichen Verkaufserlös erzielen. Damit das gelingt, kann es sich durchaus lohnen, auf eine professionelle Unterstützung zu vertrauen.

Das Baujahr, der Zustand und vor allem die Lage – das sind die harten Fakten, die beim Verkauf den Wert einer Immobilie bestimmen. Allerdings wird dieser Wert von den Besitzern gerne mal überschätzt. Resultiert daraus ein zu hoher Angebotspreis, kann dieser womöglich Kaufinteressenten abschrecken. Wer dagegen den Preis zu niedrig ansetzt, verschenkt letzten Endes Geld. Deshalb sollte man als Verkäufer vorab sehr genau in Erfahrung bringen, wie viel man für seine Immobilie tatsächlich verlangen kann.

Hilfreich können dabei professionelle Immobilienbewertungen durch erfahrene Sachverständige sein, wie sie von Maklern und Immobilienunternehmen angeboten werden. Bei einer solchen Wertermittlung wird auf drei normierte Verfahren zurückgegriffen, deren Wahl abhängig von der Art der Immobilie ist.

Drei Verfahren zur Wertermittlung

Das Vergleichswertverfahren eignet sich besonders für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen. Als Grundlage bei diesem Verfahren dienen die in der Vergangenheit gezahlten Kaufpreise für Objekte in der gleichen Region mit ähnlicher Größe und Ausstattung. Hinzu kommen Aspekte wie die Infrastruktur und der Zustand der Immobilie.

Das Ertragswertverfahren dagegen wird insbesondere bei vermieteten oder verpachteten Immobilien angewandt, wenn die Rendite und nicht die Eigennutzung im Vordergrund steht. Hier fließen grundsätzlich der Bodenwert und der Gebäudeertragswert in die Berechnung ein. Das Sachwertverfahren wiederum kommt meist zur Anwendung, wenn Vergleichsobjekte fehlen oder rar sind oder übliche Mieten nicht ermittelt werden können. Der Fokus bei der Wertermittlung liegt dann insbesondere auf der Bausubstanz.

Immobilienverkauf: Maklervertrag kann mündlich geschlossen werden
Makler beraten mit ihrem fundierten Fachwissen. © Christin Klose

Professionelle Hilfe beim Verkauf

Ist der Wert der Immobilie ermittelt, geht es im nächsten Schritt um einen erfolgreichen Verkauf. Auch hierbei kann man auf die Unterstützung durch örtliche Makler und Immobilienunternehmen setzen. Diese beraten den Verkäufer mit ihrem fundierten Fachwissen, kümmern sich um alle notwendigen Unterlagen und sind in der Lage, eine Immobilie effektiv zu bewerben.

Wer einen Vertrag mit einem Makler schließt, sollte ein paar wichtige Dinge beachten. So kann ein solcher Vertragsabschluss zwar auch mündlich zustande kommen, besser ist es aber ein schriftlicher Vertrag. In diesem sollten unter anderem der Beginn und die Laufzeit sowie die Möglichkeiten zur Kündigung oder Verlängerung geregelt sein.

Ebenfalls vertraglich geregelt werden sollte, wie hoch die zu zahlende Maklerprovision ist, wenn es zum Abschluss des notariellen Kaufvertrags kommt. Handelt es sich um einen sogenannten Alleinauftrag, sollte der Ausschluss von anderen Maklern festgeschrieben werden. Ein solcher Alleinauftrag muss allerdings zeitlich befristet werden und darf nicht länger als ein Jahr dauern. Danach muss ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. Ein qualifizierter Alleinauftrag kann zudem nur individuell vereinbart werden.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, den Verkauf selbst in die Hand zu nehmen. Hierbei ist jedoch Vorsicht angesagt. Denn generell gilt: Wer bei einem Immobilienverkauf wissentlich falsche Angaben zum Objekt macht, haftet für den entstehenden Schaden. Der Geschädigte hat in solch einem Fall die Möglichkeit, den Ersatz des Vertrauensschadens geltend zu machen. Ungenauigkeiten kann es beispielsweise bei der Größe einer Wohnung geben, insbesondere, wenn diese sehr verwinkelt ist. Auch in so einem Fall kann es empfehlenswert sein, vorab einen Sachverständigen mit dem korrekten Ausmessen der Wohnfläche zu beauftragen.