IMMO2020 - Themenwoche

Sorgfältig geplant ans Ziel

Familie
Wer den Traum vom Eigenheim träumt, muss sich frühzeitig Gedanken um die richtige Finanzierung machen. © @ Diana Drubig-fotolia

Viele Menschen träumen vom Bau oder Kauf eines Eigenheims – doch der Gedanke an die Finanzierung dieses Traums kann einem leicht schlaflose Nächte bescheren. Umso wichtiger ist es, finanzielle Risiken durch eine sorgfältige Planung zu minimieren.

Unvorhergesehene Kostensteigerungen während der Bauphase, familiäre oder berufliche Veränderungen oder persönliche Fehleinschätzungen bei der Höhe der leistbaren Monatszahlungen – wenn es um eine Immobilienfinanzierung geht, lauern zahlreiche Fallstricke. Deshalb ist bei der Finanzierung von Neubau, Kauf oder auch Sanierung eine genaue Planung das A und O, um den Kosten- und Finanzierungsrahmen exakt abstecken zu können.„Die richtige Immobilienfinanzierung besteht nicht nur aus einem günstigen Zinssatz und der monatlichen Zahlung der Darlehensraten, sondern sie ist ein gravierender Meilenstein für die finanzielle Situation des Kunden“, betont Frank Möller, Leiter des Immobiliencenters der Kreissparkasse Waiblingen. Nicht selten gehe die Finanzierungsdauer über 20 oder 30 Jahre, weshalb auch familiäre und berufliche Perspektiven sowie möglicherweise der Eintritt ins Rentenalter berücksichtigt werden sollten. „Neben der genauen Ermittlung der einmaligen und laufenden Kosten der Immobilie, sollten die monatlichen Einkünfte sowohl die Finanzierungszahlungen als auch unvorhersehbare Ausgaben abdecken können“, so Möller. „Deshalb müssen sich die Darlehenssumme und die monatlichen Zahlungen an den persönlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Kunden ausrichten.“

Eigenkapital als Polster

Hilfreich ist es, mit genügend Eigenkapital in die Finanzierung einzusteigen, um das finanzielle Polster zu erhöhen und Risiken abzufedern. Doch während früher 20Prozent Eigenkapital und die Begleichung der Nebenkosten als notwendige Voraussetzung für eine Finanzierung galten, so haben die nachhaltigen Preissteigerungen im Immobilienmarkt und ein niedriges Zinsniveau diese Voraussetzung infrage gestellt. „Bei Preisen jenseits von 500.000 Euro und Nebenkosten von 10Prozent und mehr, müssten schon einmal 150.000 Euro vorhanden sein“, rechnet Möller vor. „Gerade bei jüngeren Kunden ist dies kaum möglich. Deshalb gilt es, schon sehr frühzeitig auf seinen Immobilienwunsch hinzuarbeiten und Eigenkapital anzusparen.“ Sollte das nicht möglich sein, dann gelte es, den finanziellen Spielraum sehr genau zu prüfen.

Zwischen Sicherheit und Risiko: Zinsbindung des Immobilienkredits
Den eigenen finanziellen Spielraum sollte man sehr genau prüfen. © Christin Klose

Langfristige Struktur

Finanzielle Risiken lassen sich auch durch den Aufbau einer langfristigen Finanzierungsstruktur minimieren. Konkret bedeutet das die Wahl einer langen Zinsbindung, unter Umständen auch in Kombination mit einem Bausparvertrag. „Dies schützt vor Zinsänderungen und macht die Rückzahlung für die gesamte Laufzeit planbar“, erläutert Möller. „Auch die Versicherungen gegen Lebens-, Gesundheits- und Berufsrisiken sind zwingend anzupassen, damit Schicksalsschläge zumindest das finanzielle Risiko der Kunden abmildern.“ Zudem sei zu berücksichtigen, wer die vertraglichen Partner sein werden und welche Expertisen sie auszeichnen. Dies gelte sowohl für Architekten und Handwerker als auch für Bauträger oder Verkäufer sowie die richtige Wahl des Finanzierungsinstitutes.

Staatliche Förderungen

Unterstützung können Finanzierungswillige unter Umständen in Form von staatlichen Förderungen erhalten. „Egal ob als Zuschuss oder zinsverbilligtes Darlehen, die verschiedenen Arten der staatlichen Förderung helfen Kosten zu sparen und die vorzeitige Rückzahlung der Darlehen zu ermöglichen“, so Möller. Zum Tragen kommen können neben der Riester-Förderung beispielsweise L-Bank-Darlehen für junge Familien und KfW-Darlehen für Wohneigentum und energieeffizientes Bauen und Sanieren.Familien und Alleinerziehende mit kindergeldberechtigten Kindern können zudem das sogenannte Baukindergeld erhalten, um eigengenutzte Immobilien zu bauen oder zu kaufen. Der Zuschuss ist abhängig von der Höhe des Einkommens, muss nicht zurückgezahlt werden und beträgt pro Kind innerhalb von 10 Jahren 12.000 Euro. Das Baukindergeld kann bei der KfW beantragt werden und sollte ursprünglich bis Jahresende 2020 befristet werden. Aktuell ist eine Verlängerung bis Ende März 2021 beschlossen worden. „Grundsätzlich gilt es, alle Fördermöglichkeiten für den Kunden zu prüfen“, betont Möller.Übrigens: Wer den Kauf einer Bestandsimmobilie ins Auge fasst und sich gegenüber anderen Interessenten einen Vorsprung verschaffen will, sollte sich um eine Finanzierungsbestätigung bemühen. Diese wird von guten Finanzierungsinstituten nach eingehender Beratung der Kunden ausgestellt. Mit der Finanzierungsbestätigung kann der Käufer seine finanziellen Möglichkeiten nachweisen und damit schneller zum Zuge kommen, denn der Notartermin wird nur mit zahlungsfähigen Käufern geschlossen.