VfB Stuttgart

Michael Reschke muss im Winter nachbessern

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VfB-Sportvorstand Michael Reschke. © ZVW/Danny Galm
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VfB-Mittelfeldspieler Daniel Didavi.
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VfB-Trainer Markus Weinzierl.

Stuttgart. Im Sommer hat der VfB Stuttgart rekordverdächtige 35 Millionen Euro in seinen Kader gesteckt – und dennoch muss Sportvorstand Michael Reschke im Winter personell noch einmal nachbessern. Mit der mageren Ausbeute von acht Punkten aus den ersten zwölf Spielen stehen die Stuttgarter ganz am Tabellenende. Trainer Weinzierl und Kapitän Gentner hoffen auf Verstärkungen in der Winterpause.

Schnelle Spieler für die Außen, ein Kreativspieler, ein robuster Mann für die Zentrale und ein Stürmer sollen laut dem kicker auf dem Wunschzettel von Trainer Markus Weinzierl stehen.

Viele offene Baustellen, wenn man bedenkt, dass im Sommer sieben Neuzugänge für insgesamt rund 35 Millionen Euro an den Neckar wechselten. Darunter Routiniers wie Daniel Didavi (29) und Gonzalo Castro (31) und Talente wie Pablo Maffeo (21), Nicolas Gonzalez (20) und Borna Sosa (20). Zudem schloss sich U-21-Nationalspieler Marc Oliver Kempf (23) dem VfB an. David Kopacz (19) kam für die Stuttgarter Reservemannschaft.

Bereits zum Vorbereitungsstart Anfang Juli hatte Ex-Trainer Tayfun Korkut mit Ausnahme der WM-Fahrer Mario Gomez und Benjamin Pavard seine Mannschaft zusammen und konnte sich acht Wochen lang auf die Saison vorbereiten. Ohne größere Blessuren und Niederlagen kam der VfB durch die Testspiele und das Trainingslager am Chiemsee. Der VfB schien bereit wie lange nicht für das zweite Jahr nach dem Aufstieg.

Und dann?

Begann die Saison mit dem unnötigen Pokalaus beim Drittligisten Hansa Rostock (0:2). Es folgte eine Niederlage in Mainz (0:1) und eine Heimpleite gegen die Bayern (0:3) ehe die Schwaben am 3. Spieltag durch ein 3:3 gegen den SC Freiburg ihren ersten Punkt und die ersten Tore feiern durften.

Erst am 6. Spieltag folgte zu Hause gegen Werder Bremen der erste Saisonsieg (2:1), der allerdings direkt von zwei Hiobsbotschaften überschattet wurde: Anastasios Donis  und Daniel Didavi, die maßgeblichen Anteil am ersten Stuttgarter Dreier hatten, fielen verletzt aus und standen seitdem nicht mehr zur Verfügung. Auch die Neuzugänge Kempf (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Sosa (Schambeinprellung) konnten in dieser Saison noch keine prägende Rolle einnehmen.

Das hat zur Folge, dass neben den beiden 17-Jährigen Leon Dajaku und Antonios Aidonis mittlerweile auch der im Sommer eigentlich schon aussortierte Hans Nunoo Sarpei regelmäßig im 18 Mann umfassenden Spieltagskader steht. Im Winter soll deshalb personell noch einmal nachgelegt werden. 

Für seinen aggressiven und mutigen Spielstil fehlen Trainer Markus Weinzierl augenscheinlich die richtigen Spieler. Zu oft wird das Tempo verschleppt oder durch Ungenauigkeiten jegliches Umschaltspiel im Keim erstickt. Das in der vergangenen Rückrunde so schnörkellose und konsequente Stuttgarter Konterspiel findet in dieser Saison nicht statt. Mit verheerende Folgen.

Nach dem sensationellen 7. Platz im Jahr nach dem Aufstieg, kämpft der VfB im bekanntlich so "schweren zweiten Jahr" gegen den Abstieg. Zahlreiche Verletzte (Donis, Didavi, Sosa) und unerklärliche Formkrisen (Castro, Gomez, Gentner) gestandener Spieler sind zwei Erklärungsansätze für die aktuelle VfB-Krise.

Zusätzlich scheinen die Verantwortlichen bei der Kaderzusammenstellung aber auch den Faktor Mentalität unterschätzt zu haben. Durch die sieben Neuzugänge wurde das funktionierende Mannschaftsgefüge durcheinandergewirbelt. Das ist nicht weiter schlimm, kann im Zweifel den Konkurrenzkampf beleben.

Ex-Profi Zimmermann: "Der VfB hat Qualität geholt und Mentalität gehen lassen"

Aber die Stuttgarter haben mit Daniel Ginczek (VfL Wolfsburg) und Matthias Zimmermann (Fortuna Düsseldorf) zwei echte Mentalitätsspieler verloren. „Der VfB hat Qualität geholt und Mentalität gehen lassen. So sehe ich das“, kritisierte Ex-Spieler Zimmermann in einem Interview mit der Rheinischen Post. Er und Ginczek hätten in der Kabine für gute Stimmung gesorgt.

Nicht überliefert ist, inwieweit sich die Atmosphäre in der Stuttgarter Kabine in den letzten Wochen entwickelt hat. Offensichtlich ist aber, dass dem Team auf dem Platz eine klare Struktur und Führungsspieler fehlen.

„Stand jetzt tut unserem Kader Qualitätszuwachs, der sofort helfen kann, sicherlich gut", sagte Kapitän Christian Gentner nach dem Leverkusen-Spiel dem SWR. Es bleibt abzuwarten, ob Michael Reschke diesen Wünschen nachkommen kann. 


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