VfB Stuttgart

Michael Reschke will Playoffs für die Bundesliga

Testspiel VfB Stuttgart - FC Ingolstadt 0:1 - 31.08.2017_2
Gegen die "Schanzer" verlor die Mannschaft von Hannes Wolf ein Testspiel mit 0:1. © Danny Galm

Stuttgart. Vergangenes Wochenende machte der FC Bayern seine sechste Meisterschaft in Folge klar. Seit Jahren dominieren die Münchner nun schon die Bundesliga und sorgen für Langeweile im Titelkampf. Stuttgarts Sportvorstand Michael Reschke hat eine Idee, wie man die Bundesliga zukünftig wieder spannender gestalten könnten. 

In einem Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung sprach sich Reschke für die Einführung von Playoffs in der Bundesliga aus. „In anderen Sportarten wird das Play-off-System sehr erfolgreich praktiziert. Ich denke, man sollte sich auch im Fußball mit derartigen Möglichkeiten auseinandersetzen. Mehr Spannung wäre auf jeden Fall garantiert“, so Reschke.

Laut Reschke könnte diese Neuregelung auch dem Münchner Branchenprimus zugute kommen, bei dem er bis August 2017 als technischer Direktor unter Vertrag stand. "Auch beim FC Bayern ist die Freude über eine deutsche Meisterschaft nach einem gewonnen Finale größer, als wenn sie schon deutlich vor Saisonende feststeht“, sagte Reschke auf Nachfrage der Stuttgarter Zeitung.

Stuttgarts Sportvorstand plädiert für ein System mit Halbfinale und Finale

Playoff-Serien wie in der NBA kommen für Reschke wegen des engen Terminkalenders im Profifußball nicht in Frage. „Über ein System, in dem die vier Erstplatzierten den Titel mit Halbfinale und Finale ausspielen, sollte man aber zumindest einmal nachdenken."

Reschke reiht sich in die bereits bestehende Diskussion ein

Bereits im Januar hatte Wolfgang Holzhäuser, ehemaliger Ligafunktionär und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, im Kicker die Einführung von Playoffs gefordert. „Auf Dauer ist die Dominanz eines Clubs nicht gut für den Wettbewerb. Auch den großen Partnern der Bundesliga ist es nämlich nicht egal, wenn – pointiert ausgedrückt – schon Ende Oktober feststeht, wer Meister wird", so Holzhäuser. Bei Sport 1 legte er kürzlich noch einen drauf: "Eine Entscheidungsrunde würde sich geradezu anbieten. Mittlerweile nimmt der FC Bayern den Gewinn einer Meisterschaft doch so hin wie ich morgens mein Frühstück." 

Bayerns Trainer Jupp Heynckes sieht das jedoch anders. "Reformen? Da sollte man sich schon etwas anderes einfallen lassen", sagte der 72-Jährige im Februar gegenüber Sport 1. Vielmehr nimmt er die Konkurrenz in die Pflicht: „Die anderen müssen einfach ein bisschen mehr aufrüsten.“ 

Baldige Reform ist nicht zu erwarten

Dass eine baldige Reform eher unwahrscheinlich ist, zeigt der enge Terminkalender in diesem Sommer. Im April finden unter anderem die Champions League Viertel- und Halbfinals statt, außerdem werden die Finalisten des DFB-Pokals gesucht. Bevor es Mitte Mai mit den Nationalmannschaften zur Vorbereitung auf die WM in Russland geht, werden noch die Sieger der nationalen und interantionalen Pokale ausgespielt. Platz für Playoffs bleibt da wohl kaum.