Anschlagsvorbereitungen

Mutmaßlicher IS-Anhänger angeklagt

Generalbundesanwalt
Laut Ermittler sitzt der Angeklagte seit März 2021 in Strafhaft. Foto: Uli Deck/dpa © Uli Deck

Karlsruhe (dpa) - Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen mutmaßlichen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhoben, der 2019 in Deutschland einen Anschlag vorbereitet haben soll.

Der Syrer habe es sich «dabei zum Ziel gesetzt, möglichst viele Personen zu töten oder zumindest zu verletzen», teilte die Karlsruher Behörde am Dienstag mit. Der Anschlag habe «in seiner Dimension früheren Anschlägen des IS in Europa ähneln» sollen. Der Mann soll sich damals in Berlin schon Materialien für Sprengvorrichtungen besorgt und begonnen haben, sich selbst eine Maschinenpistole zu bauen.

Am 19. November 2019 war der damals 26-Jährige nach monatelanger Observierung von Spezialkräften festgenommen worden. Damals ermittelte auch schon der Generalbundesanwalt. Der Haftbefehl der Berliner Staatsanwaltschaft stützte sich aber auf den Vorwurf der Anleitung zu einer staatsgefährdenden Gewalttat. Denn der Syrer hatte sich auch mehrfach in einer Chatgruppe mit anderen IS-Anhängern über das Herstellen von Sprengstoff ausgetauscht. Wegen dieser Vorwürfe saß der Mann zunächst in Untersuchungshaft und - nach seiner Verurteilung am Landgericht Berlin - seit März 2021 in Strafhaft.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann nun die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Terrorismusfinanzierung vor. Mit Erhebung der Anklage habe man «auch in hiesiger Sache den Erlass eines Haftbefehls gegen den Angeschuldigten beantragt», teilten die Ermittler mit. Der Prozess soll am Berliner Kammergericht stattfinden, das die Anklage noch zulassen muss.

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