VfB Stuttgart

Nach dem Trainingslager in Kitzbühel: Wer sind die Gewinner und Verlierer der bisherigen Vorbereitung?

Fußball VfB Stuttgart Trainingslager
Trainingslager vor imposanter Kulisse: Welcher VfB-Profi konnte die Tage in Tirol für sich nutzen? © Pressefoto Baumann

Nach sieben intensiven Tagen im Trainingslager in Kitzbühel dürfen die Profis des VfB Stuttgart erst einmal zwei Tage durchschnaufen. „Wir haben inhaltlich gut gearbeitet“, bilanzierte der Stuttgarter Cheftrainer Pellegrino Matarazzo nach dem Testspiel-Sieg gegen Mitaufsteiger Arminia Bielefeld zum Abschluss des Trainingscamps.

In rund zwei Wochen wird es dann im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock ernst für den Aufsteiger. Höchste Zeit also für ein erstes Zwischenfazit: Welche Profis konnten das Trainingslager nutzen, um sich für einen Platz in der ersten Elf zu empfehlen? Wer konnte in den vergangenen Tagen und Wochen nicht für sich werben? Ein Überblick über Gewinner und Verlierer der bisherigen Saisonvorbereitung:

Die Gewinner

Zu den Profiteuren der bisherigen Vorbereitungen gehört unter anderem der junge Mateo Klimowicz. Der 20 Jahre alte Argentinier hat in seiner Entwicklung - körperlich wie fußballerisch - einen großen Schritt nach vorne gemacht. Von seinem Coach wurde der technisch starke Angreifer dafür mit Lob („Mateo ist einer mit unfassbarem Potenzial“) und vielen Einsatzminuten in den Testspielen belohnt. Einer seiner großen Vorteile: der Sohn von Ex-Bundesliga-Stürmer Diego Klimowicz ist flexibel einsetzbar.

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Konnte sich in den Fokus von Trainer Matarazzo spielen: Mateo Klimowicz. © Pressefoto Baumann


Waldemar Anton stand in den Testspielen ebenfalls viele Minuten auf dem Platz. Dem Neuzugang aus Hannover traut die sportliche Leitung direkt eine tragende Rolle in der VfB-Defensive zu, weshalb sich auch der 24-jährige Abwehrspieler als einer der Gewinner fühlen darf. Gleiches gilt Marcin Kaminski, der sich mit seiner unaufgeregten Art und seiner Erfahrung für einen Platz in der Startelf empfiehlt.

Beim Stichwort „Erfahrung“ fällt beim VfB sofort der Name Gonzalo Castro. Der Mittelfeldspieler der Schwaben ist mit 383 Bundesliga-Spielen mit Abstand der erfahrenste Profi im Kader. In der kommenden Spielzeit wird der 33-Jährige die junge VfB-Mannschaft (Altersschnitt: 23,8 Jahre) als Kapitän anführen.    

Die Verlierer

Dazu zählen naturgemäß die verletzten Spieler. Erik Thommy (Ellbogenbruch), Roberto Massimo (Sprunggelenksverletzung) und Lilian Egloff (Knöchelverletzung) zogen sich die Blessuren im Trainingslager zu und mussten vorzeitig abreisen. Philipp Förster (Probleme am Wadenbein) und Konstantinos Mavropanos (muskuläre Probleme) brachten ihre Wehwechen mit nach Tirol und konnten noch immer nicht mit der Mannschaft trainieren.

Die jungen Abwehrspieler Clinton Mola (Hüftprobleme) und Maxime Awoudja (Reha nach Achillessehnenriss) waren erst gar nicht mit nach Österreich gefahren. Was alle Profis eint: Sie konnten die letzten Tage und Wochen nicht nutzen, um in den Einheiten und Testspielen für sich zu werben.

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Lilian Egloff muss pausieren. © Pressefoto Baumann


Marc Oliver Kempf feierte zwar am Samstag gegen Bielefeld nach seiner schweren Schulterverletzung sein Comeback, doch der Abwehrspieler mit Erstligaerfahrung konnte lange Zeit nur individuell trainieren und musste zudem die Kapitänsbinde an Gonzalo Castro abgeben. Ob sich der „Kempfer“ noch in die Startelf kämpfen kann, wird sich zeigen. Die Zeit wird in jedem Fall knapp - und die Konkurrenz ist groß.

Das gilt auch für die Plätze in der Stuttgarter Angriffsreihe. Das bekommt aktuell vor allem Sasa Kalajdzic zu spüren. In den Testspielen kam der Österreicher mit serbischen Wurzeln nur zu Kurzeinsätzen. Manchmal musste der 1,99 Meter Schlaks sogar 90 Minuten auf der Bank Platz nehmen. In der Anfangsformation stand er nie.

Die mögliche Startelf

Neben den von Sportdirektor Sven Mislintat als „Ankerspieler“ bezeichneten Achse - bestehend aus Torhüter Gregor Kobel, Abwehrspieler Pascal Stenzel, Mittelfeldspieler Wataru Endo, Kapitän Gonzalo Castro und Stürmer Nicolas Gonzalez - dürften auch Neuzugang Waldemar Anton, Linksverteidiger Borna Sosa, Mittelfeldspieler Orel Mangala und der junge Mateo Klimowicz gute Karten für einen Platz in der ersten Elf haben. Folglich könnte der VfB in der ersten Pokalrunde gegen Rostock so auflaufen:

Kobel - Sosa, Anton, Kaminski, Stenzel - Mangala, Endo, Castro - Gonzalez, Klimowicz, Wamangituka

Die taktische Grundordnung

Sportdirektor Sven Mislintat verriet in Kitzbühel: Je nach Gegner und der Personalsituation wird der Aufsteiger in rund 60 Prozent der Spiele in der Defensive mit einer Dreierkette auflaufen. Die Mannschaft wird sich dann in einem 3-4-2-1-System oder einer 3-4-3-Formation anordnen. Schlüsselspieler bei dieser Variante sind die sogenannten „Wingbacker“, also die offensiv ausgerichteten Außenverteidiger.

Alternativ bietet sich eine 4-3-3- oder 4-5-1-Anordnung mit einer klassischen Viererkette an. Beide Varianten wurden intensiv einstudiert, um flexibel auf die jeweilige Spielsituation reagieren zu können. Im Trainingslager wurden zudem taktische „Notfallpläne“ - beispielsweise für eine frühe Zwei-Tore-Führung oder einen Rückstand kurz vor Schluss - ausgetüftelt und getestet.

Die Generalprobe

Am kommenden Samstag (05.09.) steigt gegen den französischen Erstligisten Racing Strasbourg das letzte Testspiel vor dem Pflichtspiel-Start. Gespielt wird ab 16.30 Uhr im Robert-Schlienz-Stadion in Stuttgart. Wie alle bisherigen Einheiten und Freundschaftsspiele findet auch dieses Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das erste Pflichtspiel für den Bundesliga-Rückkehrer ist für den 13. September im DFB-Pokal bei Hansa Rockstock angesetzt. Am Wochenende darauf geht die Bundesliga-Saison mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg los.