VfB Stuttgart

Nach der Niederlage in Kiel: Warum es für den VfB jetzt „um alles geht“

Fußball  2.Bundesliga Holstein Kiel vs. VfB Stuttgart
Holger Badstuber und der VfB haben haben Restart in die Restsaison verpatzt. © Pressefoto Baumann

Ein Sieg aus den letzten zehn Auswärtsspielen, nur noch ein Zähler Vorsprung auf Rang vier und ein gesperrter Spielmacher: Die Bilanz dieses Sonntagnachmittags hätte aus Sicht des VfB Stuttgart nicht arg viel schlechter ausfallen können. Einzig die Punkteteilung im Spitzenspiel zwischen dem Hamburger SV und Arminia Bielefeld (0:0) war eine gute Nachricht für den Anhang der Schwaben. Der große Aufstiegsfavorit hat den Restart in die Restsaison verpatzt und steht nach der 2:3-Niederlage bei Holstein Kiel gewaltig unter Druck.

„Die Gelb-Rote Karte war eine Schlüsselszene“

Im fast leeren Holstein-Stadion leistete sich der teuerste Kader der Liga erneut einen Ausrutscher im Aufstiegskampf. Für Trainer Pellegrino Matarazzo war im Nachgang der Platzverweis für Spielmacher Daniel Didavi kurz vor dem Pausenpfiff wegweisend: „Die Gelb-Rote Karte war eine Schlüsselszene.“

Nur vier Minuten nach einer Gelben Karte wegen Meckerns ließ sich der 30-jährige Mittelfeldspieler in der Kieler Hälfte zu einem komplett unnötigen Foul hinreißen - und sah daraufhin Gelb-Rot. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Didavi fehlt der Mannschaft damit auch im Topspiel gegen den HSV am Donnerstag. „Ich kann seinen emotionalen Ausbruch auch verstehen. Das ist Fußball“, stellte sich Coach Matarazzo im Sky-Interview nach dem Spiel vor seinen Regisseur. „Aber natürlich darf es einem erfahrenen Spieler nicht passieren.“ Didavi erklärte seinen Platzverweis wie folgt: „Bei der ersten Aktion werde ich kurz vor dem Strafraum klar gefoult, bekomme aber keinen Freistoß. Das wollte ich dem Schiedsrichter deutlich machen. Bei meinem Foul stelle ich mich ungeschickt an, auch wenn man vielleicht nicht unbedingt Gelb dafür geben muss. Trotzdem darf ich so nicht in den Zweikampf gehen.“

Doppelwechsel mit fatalen Folgen

In Unterzahl hielten die Schwaben gegen konterstarke Kieler gut dagegen – und kamen nach dem Gegentor in der Anfangsphase (7.) zum nicht unverdienten Ausgleich. Nicolas Gonzalez verwandelte einen Foulelfmeter sicher (59.). Für die Schlussphase brachte Matarazzo mit Roberto Massimo (für Clinton Mola) und Silas Wamangituka (für Nicolas Gonzalez) noch einmal zwei frische Spieler. Die linke Seite der Schwaben wurde komplett umgebaut – mit fatalen Folgen.

Der eingewechselte Massimo leistete sich zunächst in der Vorwärtsbewegung einen folgenschweren Ballverlust, der im erneuten Führungstreffer für den KSV mündete (78.). Keine Minute später spielte der 19-jährige Außenbahnspieler einen zu kurz geratenen Rückpass auf Keeper Kobel, der das Stuttgarter Schicksal endgültig besiegelte (79.). „Der Doppelfehler von Robbi tut natürlich weh“, bemerkte Matarazzo zerknirscht. Dennoch hielt er die schützende Hand über den jungen Profi, der nach dem Abpfiff von seinen Teamkollegen getröstet werden musste: „Jeder junge Spieler hat Höhen und Tiefen. Trotzdem habe ich ihm vertraut und werde ihm auch zukünftig vertrauen.“

Heidenheim in Lauerstellung, Bielefeld auf Bundesliga-Kurs

Für die Schwaben wird es im Liga-Endspurt langsam ungemütlich. Mit 45 Punkten stehen die Stuttgarter nach 27 Spieltagen auf dem Relegationsplatz. Tabellenführer Bielefeld (53 Punkte) nimmt weiter Kurs in Richtung Bundesliga und der HSV (46 Punkte) kann am Donnerstagabend beim Kracher in der Mercedes-Benz-Arena Big Points einfahren. In Lauerstellung mit einem Punkt Rückstand auf den VfB bleibt der 1. FC Heidenheim nach dem 1:0-Erfolg am Freitagabend gegen den SV Wehen Wiesbaden. VfB-Coach Matarazzo weiß, was die Stunde geschlagen hat: „Diese Niederlage ist natürlich sehr bitter. Jetzt geht es gegen den HSV um alles.“

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