VfB Stuttgart

Nach zwei Monaten Corona-Pause: Gelingt dem VfB gegen Wehen Wiesbaden der Neustart im Aufstiegsrennen?

Daniel Didavi vom VfB Stuttgart in Aktion
Daniel Didavi vom VfB Stuttgart in Aktion. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Im Prinzip ist die Sache klar: Der VfB Stuttgart tritt am Sonntag (17.05./ab 13.30 Uhr im ZVW-Liveticker) als Favorit beim SV Wehen Wiesbaden an. Alles andere als ein Sieg wäre ein herber Rückschlag für die Aufstiegsambitionen der Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo. Eigentlich. Denn auch der Coach weiß nicht, wie seine Spieler mit den ungewohnten Bedingungen im Zuge der Coronavirus-Krise zurechtkommen werden.

Wie kommt der VfB mit einem Geisterspiel klar?

So wie alle Partien in der 1. und 2. Liga wird auch das Gastspiel der Schwaben in Hessen ohne Zuschauer ausgetragen. Da Mario Gomez und Co. es normalerweise gewöhnt sind, vor Zehntausenden zu spielen, versuchte Matarazzo, sein Team bestmöglich vorzubereiten. Am Mittwoch (13.05.) absolvierte er mit seinen Spielern ein Trainingsspiel in der leeren Stuttgarter Arena. „Das war eine gelungene Maßnahme“, sagte er am Freitag. „Wenn ich das Spiel am Mittwoch betrachte, dann sehe ich keine Anzeichen dafür, dass sie am Sonntag nicht bereit sind, in den Zweikampf zu gehen und sich zu wehren.“

Dürfen die Spieler beim Torerfolg ganz normal jubeln?

Nein. Die Spieler sollen unter anderem auf Abklatschen und Umarmungen beim Jubeln verzichten, zudem sollen sie das Spucken vermeiden. Matarazzo will seine Profis vor dem Spiel nochmal daran erinnern. „Das Thema werde ich natürlich kurz ansprechen bei der Mannschaft. In der Emotion kann vieles passieren“, meinte er. „Ich hoffe, dass ich nicht zur Eckfahne sprinte, wenn meine Spieler ein Tor machen“, schob er lächelnd hinterher.

Wie kommt der VfB nach Wiesbaden?

Um die strengen Abstandsregeln außerhalb des Platzes einhalten zu können, werden die Spieler mit zwei Reisebussen in die hessische Landeshauptstadt gebracht. Zusätzlich stehen zwei weitere Kleinbusse für Trainer und Betreuer zur Verfügung. „Die Mannschaft wird im Bus so aufgeteilt, dass der notwendige Abstand eingehalten werden kann. Und sie werden Mundschutz tragen“, sagte Matarazzo. Die Anreise erfolgt bereits am Samstag.

Müssen die Spieler und das Trainerteam danach wieder zurück in die Quarantäne?

Nein. Nach aktuellem Stand dürfen die Profis und die Trainer nach dem Spiel am Sonntag zurück nach Hause. Derzeit schottet sich die Mannschaft in einem Hotel in Ludwigsburg ab, die einwöchige Quarantäne war eine Bedingung an alle Clubs vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Auch nach der geplanten Rückkehr nach Hause sollen sie weiterhin regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden.

Worum geht es sportlich für den VfB?

Als Tabellenzweiter befinden sich die Schwaben derzeit auf einem von zwei direkten Aufstiegsplätzen der 2. Liga. Da Arminia Bielefeld als Spitzenreiter fünf Punkte entfernt ist, könnte der VfB mit einem Auswärtssieg nicht an den Ostwestfalen vorbeiziehen. Drei Punkte würden aber den zweiten Platz festigen, da der Hamburger SV als Verfolger nur einen Punkt hinter den Stuttgartern liegt.

Wie stellt Matarazzo seine Mannschaft auf?

Nach monatelanger Verletzungspause steht Sommer-Neuzugang Sasa Kalajdzic vor seinem Pflichtspieldebüt für den VfB. Vermutlich stürmt der 22-Jährige aber noch nicht von Beginn an, aktuell scheint Ex-Nationalstürmer Mario Gomez gesetzt. Auch Kapitän Marc Oliver Kempf ist nach seinem Kieferbruch wieder fit und dürfte direkt in die Innenverteidigung zurückkehren. Da der Kroate Borna Sosa verletzt ausfällt, könnte Gonzalo Castro erneut als Linksverteidiger auflaufen. „Er ist auf jeden Fall eine Option für die linke Seite“, sagte Matarazzo.

Wehen-Coach Rehm: „Wir sind frisch, wir sind bereit“

  • Fast mit dem kompletten Kader kann der SV Wehen Wiesbaden in das Geisterspiel gegen den VfB Stuttgart gehen. Trainer Rüdiger Rehm fehlen gegen den Aufstiegsfavoriten nur die Mittelfeldspieler Jules Schwadorf (muskuläre Probleme) und Fabian Schönfeld (Blinddarm-Operation).

  • „Wir sind frisch, wir sind bereit“, sagte Rehm am Freitag. „Ich habe ein gutes Gefühl, und wir wollen wie alle anderen Mannschaften schnellstmöglich in diese Situation reinkommen.“

  • Dass niemand weiß, ob die Saison in der Corona-Krise überhaupt zu Ende gespielt werden kann, sieht der 41-Jährige positiv. „Das ist immer gut, es könnte ja das letzte Spiel sein und bekommt dadurch einen Pokalcharakter“, erklärte er.

  • Derzeit steht der Aufsteiger auf Relegationsplatz 16 und mitten im Abstiegskampf. Nach wie vor ist ungeklärt, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Saison wertet, wenn die ausstehenden neun Spieltage nicht komplett durchgeführt werden können.

  • Das Hinspiel in Stuttgart hatte der SVWW im Oktober 2019 überraschend mit 2:1 gewonnen. (dpa)