VfB Stuttgart

Neuer Käpt'n gegen alten Club: Gonzalo Castros Wiedersehen mit der Werkself

Stuttgarts Gonzalo Castro gestikuliert
Stuttgarts Gonzalo Castro gestikuliert. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Für Gonzalo Castro schließt sich ein Kreis. Von der Jugend kämpfte er sich bei Bayer Leverkusen einst zu den Profis und bis zum Nationalspieler hoch. 286 Erstliga-Partien und etliche weitere im DFB- oder Europapokal bestritt er für den Werksclub, ehe er ihn 2015 Richtung Borussia Dortmund verließ und seitdem noch 99 weitere Partien im Oberhaus drauf packte. Am Samstag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) trifft er Bayer mit dem VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga wieder. Nicht zum ersten Mal. Aber zum ersten Mal als Kapitän.

28 Einsätze in der 2. Liga und zehn Torbeteiligungen

Dass ihn VfB-Coach Pellegrino Matarazzo in der Sommerpause zum neuen Spielführer der Schwaben ernannte, will der 33-Jährige zwar nicht überbewerten. Als Führungsfigur sah er sich auch schon ohne Binde. Als «eine Bestätigung dafür, dass man doch ein paar Sachen richtig gemacht hat» habe er die Entscheidung «nach all den Jahren» als Profi aber schon empfunden, sagte Castro kürzlich der «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Und eine kleine Überraschung war sie auch.

In seiner ersten Saison in Stuttgart, die im Frühjahr 2019 mit dem Abstieg endete, absolvierte der Mittelfeldmann zwar 25 Liga-Partien, unumstrittener Stammspieler war er aber nicht. Und Wortführer - zumindest nach außen - erst recht nicht.

Auch in der vergangenen Spielzeit, in der er es in der 2. Liga immerhin auf 28 Einsätze und zehn Torbeteiligungen (drei Treffer, sieben Vorlagen) brachte, fiel Castros Name selten, wenn es um die Garanten für den Aufstieg ging.

«Gonzo ist unser Gesicht. Er geht vorne weg»

«Gonzo zeigt seit Jahren beständig gute Leistungen, fliegt öffentlich aber immer ein bisschen unter dem Radar», sagt VfB-Sportdirektor Sven Mislintat über den Routinier. Ein feiner Fußballer war der schon immer, aber eben keiner für große Schlagzeilen. «Nach außen wirkt es, als wäre er immer ruhig, aber intern können sein Ehrgeiz und sein Temperament schon mal durchkommen», sagt Mislintat. Bei ihm, dem Trainer und den Teamkollegen kommt Castros Art auf jeden Fall gut an. Womöglich kann gerade dessen souveränes Auftreten im aufgeheizten Stuttgart, wo es zuletzt entweder gegen den Abstieg oder um den Aufstieg, aber selten ruhig zuging, auch extrem viel wert sein.

«Gonzo ist unser Gesicht. Er geht vorne weg», sagte Matarazzo dem SWR nach dem 4:1-Sieg in Mainz am vergangenen Wochenende, bei dem Castro wieder mal als Vorbereiter glänzte. «Aber alle anderen haben auch Verantwortung für die Mannschaft.» In der es noch eine Handvoll mehr Routiniers gibt - wie Daniel Didavi oder Marc Oliver Kempf. Die aber auch gespickt ist mit Talenten, die sich erst noch dauerhaft in der Bundesliga beweisen müssen. So wie Castro einst in Leverkusen. Jetzt soll er die anderen führen.

Neu-Leverkusener Arias hofft auf ersten Einsatz am Samstag

  • Bayer Leverkusens neuer Rechtsverteidiger Santiago Arias hofft auf seinen ersten Bundesligaeinsatz am nächsten Samstag beim VfB Stuttgart.
  • «Ich fühle mich schon als fester Bestandteil der Mannschaft und bin zu 100 Prozent fit. Ich warte jetzt auf die Entscheidung des Trainers. Ich möchte meine Erfahrung gerne ins Team bringen», sagte der kolumbianische Fußball-Nationalspieler am Mittwoch. Bayer hatte den 28-Jährigen in der vergangenen Woche von Atletico Madrid mit Kaufoption für eine Saison ausgeliehen.
  • Die Umstellung habe schnell funktioniert, meinte der Kolumbianer, der vor seinem bislang zweijährigen Engagement in Spanien fünf Jahre bei der PSV Eindhoven unter Vertrag stand.
  • «Hier in Leverkusen ist der Ballbesitz wesentlich wichtiger als bei Atletico. Dort musste erst einmal die Null stehen, und dann wurde auf Sieg gespielt», sagte Arias, der in Madrid noch einen Vertrag bis 2023 hat, zuletzt aber nur zweite Wahl auf der Rechtsverteidigerposition war.