VfB Stuttgart

Neuer Trainer, altbekannte Probleme

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Hat noch viel Arbeit vor sich: VfB-Trainer Markus Weinzierl. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Exakt drei Minuten durfte Markus Weinzierl seine Rückkehr auf die große Bühne Bundesliga genießen. Danach gab es für den neuen VfB-Trainer nur noch wenig Grund zur Freude. Beim 0:4 (0:3) gegen den Tabellenführer Dortmund offenbarten die Schwaben auch unter dem neuen Trainer altbekannte Probleme: Eine harm- und ideenlose Offensive gepaart mit einer wackeligen Defensive und kapitalen Aussetzern von vermeintlichen Leistungsträger.

Wie das 0:4 der Schwaben gegen einen spielstarken BVB zustande kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Beim VfB gab es im Vergleich zur Niederlage in Hannover drei Veränderungen in der Startelf: Pablo Maffeo, Erik Thommy und Emiliano Insua rückten für Andreas Beck, Daniel Didavi und Borna Sosa in die Anfangsformation. Auch am Spielsystem nahm Markus Weinzierl eine Veränderung vor und so formierten sich die Stuttgarter gegen den BVB in den ersten 45 Minuten in einem 4-3-3-System.

Spielsystem und Taktik

Mit Mut und Leidenschaft wollte Weinzierl die BVB-Offensive bremsen und zog für seinen Matchplan Christian Gentner zurück ins Mittelfeldzentrum. Dort bildete der Kapitän gemeinsam mit Gonzalo Castro und Santiago Ascacibar eine Dreierreihe, die den Dortmunder Spielaufbau schon im Ansatz stören sollte. Davor vertraute er auf das Trio Gonzalez (links), Gomez (zentral) und Thommy (rechts). 

Insgesamt positionierten sich die Stuttgarter deutlich höher als unter Ex-Trainer Tayfun Korkut und versuchten den BVB über ein aggressives Angriffspressing in Bedrängnis zu bringen. Doch auch die Dortmunder stellten den VfB durch ein kluges Positionsspiel früh zu und zwangen so die VfB-Aufbauspieler immer wieder zu langen Bällen.

Nach der schwachen ersten Halbzeit brachte Weinzierl für die zweiten 45 Minuten Holger Badstuber und formierte seine Elf in einem 3-5-2-System. In der Folge standen die Schwaben etwas stabiler und konnten zumindest ein wenig für Torgefahr sorgen.

Spielentscheider

War bei Weinzierls Premiere die katastrophale Stuttgarter Anfangsphase. Bereits nach 25 Minuten lagen die Dortmunder durch die Treffer von Sancho (3.), Reus (23.) und Alcacer (25.) mit 3:0 in Führung. Der BVB ließ den VfB kaum zur Entfaltung kommen und spielte seine fußballerische und taktische Überlegenheit mehrfach sehenswert aus. Vor allem beim zweiten Dortmunder Treffer zeigte sich ein wahrer Klassenunterschied, als die behäbige VfB-Defensive dem Tempo und Spielwitz der quirligen Borussia nichts entgegen zu setzen hatte. 

Sicherlich ist die spielstarke Dortmunder Mannschaft aktuell nicht die Preisklasse des VfB, doch die Schwaben offenbarten auch unter dem neuen Trainer altbekannte Schwächen - und die Zeit drängt. Auf Markus Weinzierl und den VfB wartet schon am nächsten Spieltag bei der TSG 1899 Hoffenheim die nächste hohe Hürde. 

Stimmen zum Spiel

VfB-Cheftrainer Markus Weinzierl: "So wie wir in der ersten Hälfte, vor allem in der Anfangsphase, gespielt haben, können wir nicht agieren. Wir bekommen in der dritten Minute das 0:1, werden dabei in der Umschaltbewegung erwischt. Damit war unser ganzer Plan hin. In der 23. Minute bekommen wir den zweiten Konter und kurz danach das dritte Gegentor nach einem individuellen Fehler auch noch obendrauf – so etwas darf uns nicht passieren. Wir müssen nun die Lehren aus diesem Spiel ziehen und zielgerichtet weiterarbeiten."

BVB-Trainer Lucien Favre: "Wir haben sehr gut angefangen, gute Chancen gehabt und zur Pause 3:0 geführt. In der zweiten Hälfte war es dann nicht mehr so gut wie in der ersten. Warum? Weil der VfB sein System geändert und uns vor Probleme gestellt hat. Wir haben dann zehn, 15 Minuten Mühe gehabt. Ich weiß nicht, was passiert, wenn wir in dieser Phase das 3:1 bekommen – die Chancen dazu waren da. Später haben wir das Spiel wiede im Griff gehabt. Es war insgesamt ein verdienter Sieg."

VfB-Abwehrspieler Timo Baumgartl: "Es war ein denkbar schlechter Start für Trainer und Mannschaft. In der zweiten Hälfte hatten wir zwar einige Chancen, man muss aber auch sagen, dass der BVB in der zweiten Hälfte einen Gang runtergeschaltet hat. Am Ende ist der Sieg auch in der Höhe verdient. Dennoch darf man nicht alles schlecht reden. Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um uns auf das Spiel bei der TSG Hoffenheim vorzubereiten. Daher gilt es jetzt, die Köpfe hochzunehmen."

VfB-Stürmer Mario Gomez: "Es war eine bittere erste Hälfte. Wir müssen hinten besser verteidigen. Der BVB hat eben die Qualität, aus diesen Situationen Tore zu machen. Positiv war, wie wir in der zweiten Hälfte rausgekommen sind. Aber wir müssen vorne die Chancen, die wir uns erspielen, verwerten."

VfB-Keeper Ron-Robert Zieler: "Wir sind mit Dortmund auf einen starken Gegner getroffen. Wenn in der Anfangsphase dann alles für den BVB läuft, ist das schon ärgerlich. Man hat aber auch gesehen, dass wir uns Chancen kreiert und erspielt haben. Bei all der Enttäuschung müssen wir auch das Positive sehen. Dennoch ist die Lage sehr ernst zu nehmen."

Ausblick 9. Spieltag

Freitag, 26.Oktober:

  • SC Freiburg - Bor. Mönchengladbach; 20.30 Uhr

Samstag, 27. Oktober:

  • Borussia Dortmund  - Hertha BSC; 15.30 Uhr
  • Hannover 96 - FC Augsburg; 15.30 Uhr
  • FSV Mainz 05 - Bayern München; 15.30 Uhr
  • Fortuna Düsseldorf - VfL Wolfsburg; 15.30 Uhr
  • 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart; 18.30 Uhr

Sonntag, 28. Oktober:

  • 1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt; 13.30 Uhr
  • RB Leipzig - FC Schalke 04; 15.30 Uhr
  • Werder Bremen - Bayer Leverkusen; 18 Uhr