Bald milderes Wetter

Atlantiktief sorgt für Glättegefahr

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Winterwetter
Regen gefriert auf eiskaltem Boden zu einer dünnen Eisschicht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa © Julian Stratenschulte
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Gefroren
Erst richtig kalt, dann «eine signifikante Wetterumstellung»: Das Wetter in Deutschland wird milder. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/ZB © Matthias Bein

Leipzig/Offenbach (dpa) - Ein Atlantiktief hat Deutschland am Montag vielerorts glatte Straßen beschert.

Für zahlreiche Regionen von Niedersachsen und Bremen über Nordrhein-Westfalen bis nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland galten laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montagmittag amtliche Unwetterwarnungen wegen Glatteisgefahr.

Ein erneutes Verkehrschaos mit größeren Sperrungen auf den Autobahnen blieb zunächst allerdings aus. Auch die Bahn meldete auf Twitter bis zum Nachmittag vergleichsweise wenige Störungen. In Niedersachsen etwa fiel allerdings in zahlreichen Regionen der Schulunterricht wegen der Glättewarnungen aus.

Eine eiskalte Nacht gab es laut «Kachelmannwetter» im Erzgebirge: In Kühnhaide, einem Ortsteil der Stadt Marienberg nahe der Grenze zu Tschechien, wurde den Angaben zufolge um 7.00 Uhr am Montagmorgen ein Tiefstwert von minus 29 Grad registriert. Den «Kachelmannwetter»-Angaben zufolge würde Kühnhaide für den bisherigen Winter einen bundesweiten Kälterekord aufstellen. Innerhalb des Messnetzes des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war jedoch Dachwig in Thüringen mit minus 23,3 Grad in der Nacht auf Montag der bundesweit kälteste Ort. Kühnhaide gehört nicht zum DWD-Messnetz. Die Tiefsttemperatur des aktuellen Winters 2020/21 hatte der DWD am 10. Februar mit minus 26,7 Grad in Mühlhausen-Görmar (Thüringen) registriert.

Nothelfer etwa in Bayern warnten am Montag weiter vor der Einbruchgefahr beim Betreten von vereisten Seen. Am Wochenende hatte das Winterwetter unter anderem rund 2000 Winterausflügler auf einen gefrorenen Abschnitt des Bodensees gelockt. In Berlin war die Polizei am Sonntag sogar mit einem Hubschrauber im Einsatz gewesen, um Eisflächen zu räumen. Mehrere Hundert Menschen waren den Angaben zufolge auf dem Müggelsee unterwegs und hatten nicht auf ein Ansprechen vom Ufer aus reagiert .

Der arktische Winter verabschiedet sich in dieser Woche erst einmal, und angesichts von milderen Temperaturen heißt es vielerorts Schluss mit Schnee und Schlittenfahren. «Pünktlich zum Wochenbeginn stellt sich die Großwetterlage um», kündigte der DWD am Montag an. Grund ist der Ausläufer eines kräftigen Atlantiktiefs, das auf Deutschland übergreift.

Am Dienstag ist es laut den Prognosen wechselnd bis stark bewölkt, vor allem im Osten und Südosten fällt stellenweise etwas Regen. Im Südwesten und am direkten Alpenrand kann es teils heiter werden. Im Osten und Südosten soll es 2 bis 7 Grad werden, andernorts werden 6 bis 10 Grad erreicht. Im Westen und Südwesten können es sogar milde 13 Grad werden. In den folgenden Tagen liegen die Höchstwerte zwischen 4 Grad in Vorpommern und 13 Grad am Oberrhein.

© dpa-infocom, dpa:210215-99-446350/7