Bergisches Land

Bluttat mit fünf Toten: Vater tötet Familie und sich selbst

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Trauer nach Hausbrand
Nachbarn bringen ihre Trauer mit Kerzen und einem Teddybär zum Ausdruck. Foto: Jonas Güttler/dpa © Jonas Güttler
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Ermittlungen nach Wohnhausbrand
Bei einem Brand in einem Wohnhaus in Radevormwald sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Foto: Christoph Reichwein/dpa © Christoph Reichwein
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Wohnhausbrand in Radevormwald
Die Polizei hat das Gelände nach einem Wohnhausbrand im Bergischen Land abgesperrt. Foto: Christoph Reichwein/dpa © Christoph Reichwein
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Spurensicherung
Ein Beamter der Spurensicherung sichert nach einem Brand in Radevormwald Spuren. Foto: Markus Klümper/dpa © Markus Klümper
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Brand in Radevormwald
Über einem Fenstersims sind am Haus in der Elberfelder Straße Rußspuren zu sehen. Foto: Jonas Güttler/dpa © Jonas Güttler

Radevormwald/Köln (dpa) - Auf den Stufen vor dem Haus stehen in der Sonne Grabkerzen, ein Teddybär und ein Strauß mit orangefarbenen Blüten.

Einen Tag zuvor hat sich hinter der weißen Fassade des Wohnhauses eine Bluttat mit fünf Toten ereignet - so lautet das Ergebnis der Ermittler. Ein 41 Jahre alter Vater hat demnach in Radevormwald nahe Wuppertal vier Familienmitglieder und anschließend sich selbst getötet. Davon gehen Polizei und Staatsanwaltschaft nach der rechtsmedizinischen Untersuchung der Leichen aus. Motiv der Tat war wohl das Scheitern der Ehe.

«Für eine Beteiligung weiterer Personen liegen keine Anhaltspunkte vor», erklärten die Ermittler in einer kurzen Mitteilung. Der Mann soll am Freitag kurz vor 17 Uhr seine 37 Jahre alte Ehefrau, die beiden ein und vier Jahre alten Töchter und die 77-jährige Schwiegermutter mit einem Messer getötet haben. Anschließend, so die Ermittler, zündete er das Haus an und brachte sich selbst ebenfalls mit einem Messer um - «auf die gleiche Weise».

Entdeckt wurde das Verbrechen von der Feuerwehr, die nur wenige Minuten später zu dem Brand in dem eingeschossigen Wohnhaus mit der strahlend weißen Fassade gerufen worden war. Nach einem etwa zweistündigen Löscheinsatz sei die Feuerwehr wieder abgerückt, sagte ein Sprecher. Es sei «nichts mehr zu machen gewesen».

Von außen waren an dem Haus nur ein paar Rußspuren oberhalb eines Fensters zu sehen. Die durch das Feuer geplatzten Fenster waren mit Platten vernagelt, das Haus mit einem Flatterband abgesperrt. Davor waren Pflastersteine aufgestapelt, die offenbar verlegt werden sollten.

Noch am Freitagabend hatte die Kölner Polizei eine Mordkommission gebildet. In weiße Overalls gekleidete Mitarbeiter der Spurensicherung nahmen den Tatort unter die Lupe. Von außen war das Haus mit Scheinwerfern hell erleuchtet. Noch in der Nacht wurden die Leichen herausgetragen. Das Haus liegt an einer Hauptverkehrsstraße am Rande von Radevormwald im Ortsteil Herbeck.

Die Ermittler erklärten, das Todesermittlungsverfahren werde eingestellt, wenn es nicht noch neue Erkenntnisse gebe. Ermittlungen gegen gestorbene Täter seien nicht vorgesehen. Weitere Auskünfte zu den Verstorbenen soll es nicht geben, auch nicht zur Tat und den Lebensverhältnissen der Familie.

In den vergangenen Monaten gab es in Nordrhein-Westfalen zwei vergleichbare Fälle: Im Dezember soll ein Mann in Isselburg im Münsterland seine ältere Tochter sowie seine Ehefrau getötet haben, bevor er sich das Leben nahm. Die jüngere Tochter wollte er ebenfalls umbringen. Sie überlebte, weil sie sich in ihrem Zimmer einschloss. In Rösrath bei Köln tötete ein Mann im Oktober Tochter und Ehefrau und anschließend sich selbst.

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