Komikerin über Kardinal

Carolin Kebekus: Haltung von Woelki ist «schizophren»

Carolin Kebekus
Papst Franziskus könne nicht zugeben, dass «jemand Scheiße gebaut hat», kritisiert Komikerin Carolin Kebekus. © Henning Kaiser

Köln (dpa) - Carolin Kebekus hält die derzeitige Haltung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki für «schizophren». «Das ist ja gar nicht mehr zu toppen, diese Ignoranz», sagte die in Köln lebende Komikerin der Deutschen Presse-Agentur.

«Wie schizophren das ist, einerseits den Rücktritt anzubieten, aber gleichzeitig zu sagen "Ich will zurück in mein Amt".» Woelki (65) hatte Papst Franziskus (85) seinen Rücktritt angeboten, worüber dieser aber erst später entscheiden will. Einstweilen ist Woelki weiter im Amt. Er hat die Gläubigen im Erzbistum Köln um eine zweite Chance gebeten, nachdem es zuvor zu einer Vertrauenskrise gekommen war.

Kebekus (41), die schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten ist, sich aber weiterhin als Katholikin betrachtet, kritisierte auch die Haltung von Franziskus. «Im Prinzip nimmt der Papst ja gar keinen Rücktritt an, weil er sich in seiner Logik dann fehlbar machen würde. Das sind ja alles seine Gesandten, seine Vertreter, und das ist ja irgendwo alles approved by God. Der kann also gar nicht zugeben, dass da jemand Scheiße gebaut hat.»

Kebekus: «Als hätten die Kölner ein Abo auf solche Typen»

Es sei kaum zu glauben, wie lange sich der Fall Woelki nun schon hinziehe und die Zahl der Kirchenaustritte in die Höhe treibe, ohne dass etwas geschehe. «Es gab doch jetzt schon so viele Situationen, wo man gesagt hat: "Good-bye, Woelki! Das war's!" Aber nein. Und auch mit so einer Null-Lernkurve. Es ist, als hätten die Kölner ein Abo auf solche Typen. Der Letzte, der einigermaßen okay war, war Kardinal Frings.»

Kardinal Josef Frings (1887-1978) war dafür berühmt geworden, den Kölnern kurz nach dem Krieg den Kohlenklau zu erlauben.

Kebekus unterstützt die Kölner Initiative «Umsteuern», die erste unabhängige Anlaufstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kirche. «Da ist sehr viel zu tun», berichtete sie. «Wir haben ehrenamtliche Beraterinnen, aber auch eine angestellte Fachkraft, die jetzt in Teilzeit, aber auch locker Vollzeit arbeiten könnte. Der Bedarf ist da.»