Panorama

Die Polizei und der Furz: Geldstrafe wegen "massiven Darmwindes"

Polizei Blaulicht Symbol Symbolbild
Symbolbild. © ZVW/Benjamin Büttner

Es gibt Geschichten, die sind fast zu schön, um wahr zu sein. Ein Mann furzt in Wien, und die dortige Polizei stellt ihm eine Strafverfügung über 500 Euro aus. Mit der wortwörtlichen Begründung; "Sie haben den öffentlichen Anstand verletzt, indem Sie vor Polizeibeamten laut einen Darmwind haben entweichen lassen".  

Kein Scherz, kein Fake, das ist wirklich passiert. Öffentlich dokumentiert auf Twitter, wo sich die Polizei Wien öffentlich am Dienstag, 16. Juni, zu dem Fall äußerte. Ein Twitter-Nutzer postete ein Foto der Strafverfügung - und was man eventuell noch als nettes Photoshop-Bastel-Bildchen abtun hätte können, bestätigte die Polizei umgehend mit einer Eklärung über eben jenen Vorfall.

Strafverfügung_Polizei Wien_Furz
500 Euro für einen Furz - oder "massiver Darmwind". © SCreenshot Twitter


"...ließ offenbar voller Absicht einen massiven Darmwind in unmittelbarer Nähe der Beamten ab"

Offenbar war der Mann an jenem 5. Juni nachts auffällig gewesen. Zwei Polizeibeamte kam er verdächtig vor, sie trafen ihn in einem Park an und wollten ihn kontrollieren. "Natürlich wird niemand angezeigt, wenn einmal versehentlich „einer auskommt“. " twittert die Polizei zum Vorfall. "Der Angezeigte verhielt sich jedoch während der gesamten vorangegangenen Amtshandlung bereits provokant und unkooperativ. Er erhob sich leicht von der Parkbank, blickte die Beamten an und ließ offenbar in voller Absicht einen massiven Darmwind in unmittelbarer Nähe der Beamten ab. Und anfurzen lassen sich die Kollegen dann doch eher ungern."

Natürlich wirft diese Strafverfügung Fragen auf. Was genau ist ein "massiver Darmwind"? Gibt es da eine Definition? Wie kann man die Stärke eines Furzes messen - und vor allem protokollieren? War der Furz wirklich absichtlich? Oder hatte der Mann nur Blähungen? Fragen über Fragen, die leider von der Polizei Wien nicht mehr weiter beantwortet und kommentiert werden.

Die verletzte Rechtsvorschrift für das Bußgeld wird immerhin noch genannt: Art. 1 § 1 Anstandsverletzung und Lärmerregung des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes. Nach diesem Gesetz wird mit Geldstrafen bis zu 700 Euro bestraft, der den öffentlichen Anstand verletzt - oder schlicht zu laut ist. Nicht weiter bekannt ist, ob der Furz also nur sehr laut oder sehr geruchsintensiv war.