Namensranking

Emilia und Matteo beliebteste Vornamen

Emilia und Matteo
"Emilia" und "Matteo“ passen laut Forscher gut in die deutsche Namenslandschaft. Foto: Stefan Sauer/dpa © Stefan Sauer

Ahrensburg (dpa) - Das Jahr 2021 bietet bei den beliebtesten Vornamen klare Aufsteiger und genauso klare Absteiger: So haben es die Namen Emilia und Matteo endlich an die Spitze des Rankings des Namens-Experten Knud Bielefeld geschafft.

«Das sind beides Namen, die das erste Mal auf Platz eins sind», sagte Bielefeld der Deutschen Presse-Agentur in Ahrensburg (Schleswig-Holstein). Der Hobby-Namensforscher hat sein Ranking am Donnerstag veröffentlicht, es liegt der dpa vor. Emilia sei dabei über die Jahre ganz langsam, aber stetig nach oben geklettert. «Matteo dagegen ist sehr steil bergauf gegangen. Der war vor zwei Jahren noch nicht einmal Top Ten und jetzt schon auf der Nummer 1. Das ist sehr ungewöhnlich.»

Beide Namen würden gut in die deutsche Namenslandschaft passen, begründete Bielefeld ihre derzeitige Beliebtheit. «Gerade bei Emilia fallen einem viele ähnliche Namen ein. Ella, Emma, Emily. Auch Matteo hat viele ähnliche Namen, die wir schon länger kennen. Mattis, Matthias oder Mats. Die Namen sind schon sehr vertraut, aber haben auch ein bisschen was Neues.» Der Siegeszug beider Namen war absehbar: Bereits 2020 war Bielefeld davon ausgegangen, dass sie es schnell an die Spitze des Rankings schaffen werden.

Warum nun aber gerade Matteo in der Statistik so steil nach oben geschossen ist, konnte sich Bielefeld auch nicht erklären. «Ich habe kein Ereignis gefunden. Auch ein besonderes Namensvorbild in Funk, Fernsehen, Medien oder Sport ist mir nicht bekannt.» Nicht selten lassen sich Eltern bei der Namenswahl für den Nachwuchs von ihren Lieblingsfilmen, -serien oder -sportlern inspirieren.

Überraschungen habe es auch im weiteren Verlauf der Hitliste nicht gegeben. Bei den Mädchen folgen auf Emilia die Namen Hannah, Mia, Emma und Sophia. Bei den Jungen gehören neben Matteo die Namen Noah, Leon, Finn und Elias zu den Top 5. Bielefeld: «Das sind alles die Namen, die sich schon länger in den Top 10 tummeln.»

Weiter hinten in der Liste finden sich dagegen noch spannende Aspekte. Einer davon hat sogar Corona-Bezug. «Interessant ist der Name Luca», so Bielefeld. Die Frage sei gewesen, ob Eltern wegen der Luca-App, die derzeit coronabedingt auf fast jedem Smartphone zu finden ist, ihre Kinder nicht mehr so nennen. «Das ist aber nicht passiert. Der Name ist eher noch beliebter geworden dieses Jahr.»

Dieses Jahr landete er auf Platz acht, in den vergangenen Jahren stets auf 12 oder 13. Im Sommer kam auch ein Computeranimationsfilm der Pixar-Studios namens «Luca» beim Streamingdienst Disney+ heraus.

Klarer Absteiger ist dagegen weiterhin der Name Greta, den auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg trägt. «Im vorletzten Jahr war er noch auf Platz 30 und auch die Jahre davor so ungefähr. Er ist letztes Jahr auf Platz 130 gestürzt und dieses Jahr ging es noch weiter bergab. Greta ist nur noch auf Platz 200.»

Gleich geblieben sind dagegen die grundlegenden Trends mit Blick auf die Namenswahl der Eltern in den Regionen Deutschlands. «In Süddeutschland kommen häufiger die Namen vor, die eigentlich aus der Mode sind.» Grund dafür sei, dass im Süden Namen häufiger von Generation zu Generation weitergegeben werden. Beispiele dafür sind Annika, Nina, Franziska, Sebastian, Matthias und Dominik.

In Norddeutschland sind oft skandinavische, friesische Namen wie Ava, Jetta, Lena, Jonte, Joris und Piet überproportional vertreten. In Ostdeutschland gibt es Bielefeld zufolge sogar gleich zwei Trends. «Einerseits sind da Retro-Namen beliebt. Und der andere Trend sind englische und amerikanische Namen.» Beliebte Retro-Namen seien etwa Anton, Theodor und Paul sowie Mathilda, Frieda und Emma.

Auch außergewöhnliche Namen haben wieder Einzug in die Statistik gefunden. Relativ selten wurden demzufolge Antonino, Maleo, Bendix, Wisdom, Napoleon und Rurik bei den Jungs und Alondra, Diliana, Soley, Adora, Lillesol und Soulin bei den Mädchen vergeben.

Für die bundesweite Auswertung haben Bielefeld und sein kleines Team auf Erstnamen-Daten aus 433 Städten zurückgegriffen. Zwei Drittel der Daten kommt von Standesämtern und der Rest aus Babygalerien von Geburtskliniken. Bielefeld hat eigenen Angaben zufolge etwa 230 000 Geburtsmeldungen erfasst. Das entspricht etwa 30 Prozent der in Deutschland geborenen Babys.

Eine ähnliche Statistik mit nach eigenen Angaben rund 90 Prozent aller Daten von den Standesämtern gibt auch die Gesellschaft für Deutsche Sprache heraus - jedoch später als Knud Bielefeld.

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