Waldbrände

Leichte Entspannung bei Bränden in Griechenland

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Waldbrände in Griechenland
Ein Wald im Norden der Insel Euböa steht in Flammen. Foto: Marios Lolos/XinHua/dpa © Marios Lolos
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In letzter Sekunde
Beim Kampf gegen die sich nähernden Flammen rettet sich ein Mann auf der griechischen Insel Euböa gerade noch über einen Zaun. Foto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Press Wire/dpa © Eurokinissi
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Waldbrände in Griechenland
Auf der Insel Euböa wird ein Haus Opfer der Flammen. Foto: Marios Lolos/XinHua/dpa © Marios Lolos
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Campomarino Lido
Foto der italienischen Feuerwehr: Angesichts der sich nähernden Flammen wurden in Campomarino Lido mehr als 400 Menschen aus den Häusern geholt. Foto: -/Vigili del Fuoco/dpa © -
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Hessen entsendet Helfer
Hessen entsendet rund 160 Helfer nach Griedenland. Foto: Andreas Arnold/dpa © Andreas Arnold
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Waldbrände in Griechenland
Rauch breitet sich über dem Meer vor der griechischen Insel Euböa aus. Italien, Griechenland und die Türkei kämpfen weiter gegen zahllose unkontrollierte Waldbrände. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa © Petros Karadjias
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Verzweifelter Kampf
Freiwillige Helfer schlagen in Griechenland mit Zweigen auf die Flammen eines Waldbrandes ein. Foto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Press Wire/dpa © Eurokinissi
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Waldbrände in der Türkei
Ein Löschflugzeug der türkischen Streitkräfte wirft über einem Waldbrand in der Provinz Mugla im Süden der Türkei Wasser ab. Foto: Emre Tazegul/AP/dpa © Emre Tazegul
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Dorf in Gefahr
Flammen nähern sich dem Dorf Gouves auf Euböa. Die Brände auf der griechischen Insel breiten sich weiter unkontrolliert aus. Foto: Eurokinissi/Eurokinissi via ZUMA Press Wire/dpa © Eurokinissi

Athen/Istanbul/Rom/Genf (dpa) - Nach über einer Woche Kampf gegen unzählige Großbrände im ganzen Land hat sich die Situation in Griechenland am Montag leicht entspannt.

Unter anderem sorgte das Wetter für eine Atempause - zwar kündigte sich die nächste Hitzewelle an, doch die Winde wehten am Montag nur schwach, sodass nicht ständig neue Brände ausbrachen oder die Feuer von Böen angetrieben wurden.

Im Norden Athens, um den Feuerwehr und Rettungskräfte tagelang kämpften, schwelte es noch. Die Einsatzkräfte waren dort vor allem damit beschäftigt, immer wieder aufflammende kleine Brandherde zu löschen, damit diese sich nicht erneut ausbreiten.

Noch immer viele ohne Strom

Rund 10.000 Haushalte in dem Gebiet waren am Montag weiterhin ohne Strom. Am vergangenen Freitag zum Höhepunkt der Brände seien es noch mehr als die Hälfte der rund 60.000 Haushalte in der Region gewesen, berichtete die griechische Zeitung «To Proto Thema». Die Beseitigung der Schäden - mehr als 1000 umgestürzte und verkohlte Strommasten sowie Kilometer geschmolzener Kabel - soll bis Ende der Woche abgeschlossen sein.

Auf Euböa toben die Flammen derweil weiter. Im Norden der Insel sei mittlerweile allerdings so viel Wald verbrannt, dass die Feuer langsam nachließen, weil kein brennendes Material mehr vorhanden sei, berichteten griechische Medien. Andere Feuer hätten die Küste erreicht und deshalb automatisch ein Ende gefunden, sagte der Bürgermeister eines Dorfes.

In manchen hügeligen und bewaldeten Regionen brennt es jedoch immer noch stark und Dörfer werden bedroht. Zudem sind Löschhubschrauber südlich des Ortes Limni an der Westküste der Insel gegen eine große Flammenfront im Einsatz. Auf der Halbinsel Peloponnes konnten die besonders großen Feuer am Montag ebenfalls in Schach gehalten werden. Entwarnung gibt es aber nicht; sobald Wind aufkommt, sind die umliegenden Regionen wieder extrem gefährdet.

Das Wetter erschwert die Situation in den kommenden Tagen zusätzlich: Von Montag an beginnt in Südeuropa eine neue Hitzewelle, bei der die Temperaturen vielerorts auf über 40 Grad steigen.

Düstere Bilder der Zerstörung

Ein am Montag veröffentlichtes Drohnenvideo des griechischen Youtube-Kanal Up Stories in Zusammenarbeit mit der griechischen Wetterbehörde zeigt die Zerstörung auf Euböa von oben: Verkohlte Wälder, zerstörte Häuser, meterhohe Flammen und Rauchwolken, die den Himmel verdunkeln. Aus der Vogelperspektive ist zu sehen, wie das Feuer zum Teil auch noch die letzten Bäume an der Küste vernichtete, bevor ihm das Futter ausging.

Ausländische Helfer aus 20 Nationen unterstützten die griechischen Kräfte bei der Brandbekämpfung (Stand Montagmorgen). Auch aus Deutschland ist Hilfe unterwegs. Einsatzkräfte aus Hessen und Nordrhein-Westfalen sollen bei der Brandbekämpfung helfen.

Vorerst Entspannung in der Türkei

In den von Waldbränden betroffenen Küstenregionen der Türkei entspannte sich lokalen Behörden zufolge die Lage. Der Sprecher der stark betroffenen Gemeinde Milas, Umut Öztürk, sagte der Deutschen Presse-Agentur, in der Region seien die Brände weitestgehend unter Kontrolle. «Die Einsatzkräfte sind dabei, das Gelände abzukühlen.»

Gebannt ist die Brandgefahr angesichts der anhaltenden Hitzewelle und Trockenheit aber noch nicht. «Bis zum Oktober besteht das Risiko weiterer Brände», warnte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität. Bei den aktuellen Bränden seien schätzungsweise 1500 Quadratkilometer Land zerstört worden - eine Fläche fast drei mal so groß wie der Bodensee. Zur Brandursache wird weiter ermittelt.

Verdacht auf Brandstiftung in Italien

In Teilen Italiens scheint sich derweil der Verdacht auf absichtliche Brandlegung erhärtet zu haben: Die Behörden ermitteln nach der Evakuierung Hunderter Menschen in Campomarino Lido an der Adriaküste wegen Brandstiftung. Es seien zu viele Brandausbrüche gewesen, sodass man an etwas Menschengemachtes denken könne, sagte der Präsident der kleinen Region Molise, Donato Toma, der Nachrichtenagentur Ansa. Auf Sizilien erwischte die Polizei der Nachrichtenagentur Adnkronos zufolge einen Brandstifter auf frischer Tat.

Für die Zukunft zeichnete der Weltklimarat in seinem neuen Bericht ein drastisches Bild: In Europa wird die Temperatur dem IPCC zufolge künftig stärker steigen als im weltweiten Durchschnitt. Häufigkeit und Intensität von Hitzeextremen haben schon zugenommen und werden weiter zunehmen, wie es in dem Bericht heißt. Der Niederschlag wird im Winter in Nordeuropa zunehmen, aber im Sommer in der Mittelmeerregion und weiter nördlich davon abnehmen.

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