Corona-Pandemie

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 452,2

Auffrischungsimpfung für Polizeibeamte
Ein Polizeibeamter in Hannover lässt sich eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 verabreichen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Foto: Moritz Frankenberg/dpa © Moritz Frankenberg

Berlin (dpa) - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit etwa einem Monat wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an.

Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Einen Rückgang hatte es zuletzt vom 2. auf den 3. November gegeben, von 153,7 auf 146,6. In den Tagen darauf waren die Werte jeweils deutlich gestiegen, teils um mehr als 15 täglich. Zuletzt hatte der Anstieg eine etwas geringere Intensität. Das RKI kommentiert einzelne Werte zum Infektionsgeschehen nicht.

Nähern wir uns einem Plateau?

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an. Einen Hinweis darauf, dass sich das Infektionsgeschehen womöglich einem Plateau nähert, liefert aktuell auch der sogenannte R-Wert. Im Lagebericht des RKI vom Montag wurde er mit 0,93 angegeben, bei weiter sinkender Tendenz. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck bezeichnete das als «sehr gutes Zeichen». Es gebe vorsichtige Hoffnung, dass die Infektionszahlen nicht weiter stiegen, sondern eine Art Plateau erreicht würde, sagte er der Mediengruppe RTL.

Ein R-Wert von 0,93 bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor etwa 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er anhaltend über 1, steigen die Fallzahlen, liegt er anhaltend darunter, sinken sie - je deutlicher, umso schneller. Allerdings hatten sich zuletzt Berichte gemehrt, dass die immense Zahl der Neuinfektionen von einzelnen Gesundheitsämtern kaum mehr in Gänze erfasst werden könne. Das könnte zu Verzerrungen bei den Statistiken führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die das RKI-Dashboard am Dienstag (Stand: 03.35 Uhr) wiedergab. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Auch bei Erreichen eines Plateaus oder einem Rückgang beim Infektionsgeschehen ist zunächst mit einem weiteren Anstieg der täglichen Totenzahl zu rechnen, da zwischen Infektion und in der Statistik erfasstem Tod einige Zeit liegt.

Patienten, die sich in den vergangenen zehn Tagen mit Corona angesteckt haben und eine Behandlung brauchen, kämen in den kommenden zehn, zwölf Tagen in die Krankenhäuser, hatte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag erklärt. «Das heißt: Egal, was wir jetzt machen an Lockdown - in den nächsten zehn, zwölf Tagen werden weitere Tausende von Patienten in die Krankenhäuser kommen und auch auf die Intensivstationen», sagte er im Deutschlandfunk.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.836.813 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Dienstag mit 4.893.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 101.344.

Impfquote bei Erwachsenen liegt bei 79,1

In Deutschland sind mittlerweile knapp 55 Millionen Erwachsene vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht einer Impfquote von 79,1 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. «Von diesen 55 Mio hat mehr als jeder Sechste (9,66 Mio) den empfohlenen Booster bereits erhalten», twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag. Bei den 12- bis 17-Jährigen beträgt die Quote der vollständig Geimpften nach RKI-Angaben 46,1 Prozent.

Am Montag wurden den Angaben zufolge 532.000 Impfdosen verabreicht. Davon führten 44 000 Dosen zu einer vollständigen Impfung, 422.000 Dosen waren sogenannte Booster. Auf die Gesamtbevölkerung gerechnet sind demnach nun 68,5 Prozent vollständig geimpft, insgesamt haben 71,3 Prozent mindestens eine Impfdosis erhalten. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 83,0 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 80,2 Prozent der Bevölkerung sind dort vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht, hier sind 60,6 Prozent erst- und 58,1 Prozent vollständig geimpft.

© dpa-infocom, dpa:211130-99-193680/4