Klimawandel

Temperaturen im Juli 2,3 Grad zu hoch

Ausgetrocknete Fischteiche
Ausgetrocknete Fischteiche in Brandenburg an der Havel. © Kevin Dettlaff

Offenbach (dpa) - Nach einem bereits viel zu warmen Juni ist auch der Juli in Deutschland zu heiß, zu trocken und sehr sonnig gewesen. Wie aus einer ersten Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Freitag hervorgeht, lag der Temperatur-Durchschnitt in zweiten Sommermonat des Jahres bei 19,2 Grad und damit 2,3 Grad über dem international gültigen Vergleichswert der Jahre 1961 bis 1990.

Selbst im Vergleich zur wärmeren Referenzperiode der Jahre 1991 bis 2020 betrug die Abweichung noch 0,9 Grad. «Von wenigen erfrischenden Tagen abgesehen, war die Witterung mehr mediterran als typisch mitteleuropäisch», teilte der DWD in Offenbach mit.

Demnach wurden in der Norddeutschen Tiefebene örtlich mehr als 40 Grad gemessen, sogar an der Ostsee wurden Höchstwerte von 38 Grad erreicht. Mit 265 Stunden überragte die Sonnenscheindauer zudem ihr Soll um rund 25 Prozent. Vor allem im Südwesten gab es Sonne ohne Ende: Mehr als 350 Sonnenstunden registrierten dort die Stationen.

Die Trockenheit ist eklatant

Damit kam der sogenannte Heumonat auf bis zu 29 Sommertage. Darunter verstehen Meteorologen Tage, an denen es mehr als 25 Grad wird. «In der Südhälfte herrschte bis auf kurze kühlere Episoden ein Endlos-Sommer», schrieben die DWD-Meteorologen.

Gleichzeitig blieb es den Angaben zufolge in vielen Regionen «besorgniserregend trocken». Betroffen waren vor allem Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen. Dort tröpfelten im gesamten Monat örtlich noch nicht einmal fünf Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel. Selbst deutschlandweit fielen gerade einmal 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist laut DWD weniger als die Hälfte des üblichen Niederschlags (78 Liter).

Mehr Regen gab es nur im Norden und mit mehr als 100 Litern im südlichen Alpenvorland. «Dürre und Hitze waren so die Grundlage für zahlreiche Feld- und Waldbrände», teilte der Wetterdienst weiter mit. Brände gab es etwa in Brandenburg und in der Sächsischen Schweiz.

In die erste Auswertung des DWD flossen nicht alle Messungen der rund 2000 Stationen ein. Zudem basierten die Daten der letzten drei Tage des Monats auf Prognosen.