Panorama

Vor der Weltklimakonferenz: 46 Prozent der Bürger würden für Klimaschutz Alltag ändern

Flugzeug
Symbolfoto. Foto: picture alliance / dpa © Kevin Kurek

Berlin (dpa) - Fast die Hälfte der Deutschen würde einer Umfrage zufolge für mehr Klimaschutz ihren Alltag ändern. Das machten laut einer am Freitag veröffentlichten Civey-Umfrage für den Nachrichtensender Welt 46 Prozent der Befragten deutlich. 41 Prozent lehnen eine Änderung ihres Lebensstils für Klimaschutz demnach ab, der Rest ist noch unentschieden.

48 Prozent der Befragten würden auf Kurzflüge verzichten

Am ehesten können sich die Deutschen einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz bei innerdeutschen und europäischen Kurzflügen vorstellen: 48 Prozent der Befragten wären der Umfrage zufolge bereit, auf Kurzflüge zu verzichten. Fernreisen würden 31 Prozent der Deutschen aufgeben. Im täglichen Straßenverkehr würden 34 Prozent der Deutschen fürs Klima öfter mal aufs Rad umsteigen, 22 Prozent häufiger den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Ein E-Auto wollen 20 Prozent kaufen.

Mit Blick auf die Ernährung sagen der Umfrage zufolge 37 Prozent der Befragten, sie würden dem Klima zuliebe weniger oder gar kein Fleisch essen, 36 Prozent würden mehr Bio-Produkte kaufen und 30 Prozent allgemein weniger tierische Produkte essen. 22 Prozent der Befragten lehnen alle genannten Maßnahmen für persönlichen Klimaschutz ab.

54 Prozent der Befragten meinen der Umfrage zufolge, der Klimaschutz stehe gesellschaftlich und politisch zu sehr im Mittelpunkt. 40 Prozent sehen das nicht so. Am Sonntag tritt die Weltklimakonferenz in Schottland zusammen. Auf Einladung der Vereinten Nationen debattieren rund 200 Staaten zwei Wochen lang, wie die Erderhitzung auf ein noch erträgliches Maß eingedämmt werden kann.

Vor der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow haben am Freitag Politiker, Verbände und der Papst die Teilnehmer zu entscheidendem Handeln gegen die Erderwärmung aufgerufen. Deutschlands amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel ergreift zum Auftakt der Konferenz am Montag gleich zweimal das Wort. Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz am Freitag mitteilte, wird Merkel zunächst mittags im Plenum der Staats- und Regierungschefs für Deutschland sprechen und anschließend beim Event «Action and Solidarity - the Critical Decade» auftreten.