VfB Stuttgart

Pro und Contra: Was im Aufstiegsendspurt für und was gegen den VfB Stuttgart spricht

Fußball  2.Bundesliga  Karlsruher SC vs. VfB Stuttgart
Kommen der VfB und Stürmer Nicolas Gonzalez nach dem Nackenschlag im Derby noch einmal auf die Beine? © Pressefoto Baumann

Kriegt der VfB Stuttgart im Endspurt der 2. Fußball-Bundesliga nochmal die Kurve? Nach den jüngsten Patzern gegen die Aufsteiger Osnabrück (0:0) und Karlsruhe (1:2) ist der Druck auf den Favoriten im Heimspiel gegen Sandhausen am Mittwoch (ab 18.30 Uhr im ZVW-Liveticker) enorm. „Mir ist die Brisanz der Situation bewusst. Wir brauchen aber die notwendige Lockerheit, um wieder performen zu können“, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo am Dienstag. Was vor den verbleibenden drei Partien für und gegen den VfB spricht:

Pro

Die Tagesform: Stimmt sie, kann der VfB jeden Gegner in dieser Liga schlagen. Das bewies er unter anderem gegen die Top-Teams Bielefeld (1:0), Heidenheim (3:0) und Hamburg (3:2). Die Schwaben sind durchaus auch in der Lage, Reaktionen auf Rückschläge zu zeigen: Nach dem 0:1 in Osnabrück im November fegten sie den KSC mit 3:0 weg, nach ihrem Doppel-Bock in Wiesbaden (1:2) und Kiel (2:3) nach der Corona-Pause schlugen sie - trotz 0:2-Rückstands - den HSV.

Die Torchancen: Der VfB hat die Möglichkeiten. In fast jedem Spiel. Oft sogar zuhauf. Mit 50 Treffern haben die Schwaben bislang auch die drittmeisten Tore aller Zweitligisten geschossen. Ein echter Knipser fehlt zwar und Top-Torschütze Nicolas Gonzalez erzielte vier seiner zehn Treffer per Elfmeter. Aber: Es ist auch eine Qualität, überhaupt so regelmäßig zum Abschluss zu kommen.

Die Konkurrenz: Auch Hamburg und Heidenheim zeigten sich bislang alles andere als konstant und schafften es nicht, dem VfB dauerhaft davonzuziehen. So sind die Stuttgarter trotz neun Niederlagen und insgesamt nur 52 Punkten noch voll im Rennen.

Contra

Die fehlende Kreativität: An der mangelte es zuletzt im Offensivspiel. Und Daniel Didavi wird sie so schnell nicht zurückbringen. Der Feingeist, der schon die vergangenen vier Partien verpasste, kämpft weiter mit muskulären Problemen. Gegen Sandhausen fällt er definitiv aus, auch für das darauffolgende Spiel in Nürnberg steht er auf der Kippe.

Die individuellen Fehler: Ob Marcin Kaminski in Wiesbaden und Karlsruhe oder Roberto Massimo gleich zweimal in Kiel - viel zu oft leistet sich der VfB grobe defensive Schnitzer. Diese Patzer machen es dem Gegner bei aller Überlegenheit letztlich zu einfach, erfolgreich zu kontern - und zu treffen.

Der Druck: Der machte den VfB-Profis zuletzt schwer zu schaffen. Oft fehlt ihrem Spiel der Mut. Dazu scheint kaum ein Spieler in der Lage, den Nebenmann verbal anzutreiben. „Wir wollen wieder den Spaß am Fußball finden“, sagte Matarazzo am Dienstag. Fraglich allerdings, wo der so schnell nochmal herkommen soll.

SV Sandhausen: Mit voller Besetzung Richtung Klassenerhalt

  • Der SV Sandhausen will beim VfB auch die letzten Zweifel am Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga beseitigen. Mit drei Siegen und zwei Unentschieden in fünf Spielen haben die Nordbadener ihr Konto im Saisonendspurt zuletzt auf 40 Punkte ausgebaut.
  • Sie können damit quasi schon für ihre neunte Zweitliga-Saison planen und haben mit Abwehrspieler Nils Röseler, der ablösefrei von VVV Venlo kommt, am Dienstag auch schon den ersten Neuzugang bekannt gegeben.
  • Im Spiel beim favorisierten VfB, den man in der Hinrunde mit 2:1 besiegte, kann Trainer Uwe Koschinat personell aus dem Vollen schöpfen. Auch die zuletzt angeschlagenen Philipp Klingmann und Besar Halimi sowie der langzeitverletzte Erik Zenga sind wieder einsatzbereit.
  • Allerdings wolle er „nicht die Rotationsmaschine anwerfen“, erklärte Koschinat: „Die Aufstellung wird ähnlich sein wie zuletzt. Denn die Abläufe sind gefestigt und außerdem sind wir es den Konkurrenten schuldig, mit der bestmöglichen Mannschaft aufzulaufen.“