10. Spieltag

«Pure Erleichterung»: Bielefeld beendet Negativserie

Arminia Bielefeld - 1. FSV Mainz 05
Bielefelds Torschütze Manuel Prietl (r) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit den Mannschaftskameraden Marcel Hartel (l-r), Sven Schipplock, Joakim Nilsson und Mike van der Hoorn. Foto: Friso Gentsch/dpa © Friso Gentsch

Bielefeld (dpa) - Die Erleichterung war riesengroß, die Freudenschreie hallten durch die leere Schüco-Arena. Aufsteiger Arminia Bielefeld hat seine Negativserie von sieben Niederlagen am Stück mit einem immens wichtigen Sieg gegen den FSV Mainz 05 beendet.

Nach dem 2:1 (2:0) im Abstiegsduell hat die Arminia nun in Freiburg, gegen Augsburg und auf Schalke vor Weihnachten die Chance gegen weitere direkte Konkurrenten in der Tabelle zu klettern.

«Der Sieg war sehr, sehr wichtig für uns und wird sicher einiges freisetzen», sagte Bielefelds Manuel Prietl, der mit seinem ersten Bundesligator zum 1:0 (21. Minute) den ersten Sieg seit dem zweiten Spieltag geebnet hatte. «Wir wollen jetzt auch in Freiburg was mitnehmen und uns Stück für Stück da rauskämpfen», sagte der 29 Jahre alte Österreicher weiter.

Der starke Japaner Ritsu Doan besorgte noch vor der Pause das verdiente 2:0. Die zunächst viel zu passiven und nach dem Wechsel zu ideenlosen Mainzer kamen durch den eingewechselten Kevin Stöger (82.) lediglich noch zum Anschluss. «Bei uns war dann pure Erleichterung zu spüren», sagte Arminen-Coach Uwe Neuhaus.

Dadurch tauschten beide Teams im Keller die Plätze. Bielefeld sprang mit nun sieben Punkten auf den Relegationsrang 16 vorbei an Mainz, die nach zuvor drei Spielen ohne Niederlage mit nur fünf Zählern wieder auf einen direkten Abstiegsplatz rutschten. «Das war natürlich alles andere als das, was wir uns vorgestellt hatten», schimpfte Torhüter Robin Zentner. «Solche Spiele müssen wir einfach gewinnen.»

Schon das erste Spiel in dieser Saison gegen einen Aufsteiger war für die Mainzer gegen den VfB Stuttgart verloren gegangen (1:4). «Bitteres Ergebnis», kommentierte der schlecht gelaunte Mainzer Coach Jan-Moritz Lichte. Am kommenden Wochenende hat sein Team erneut gegen einen direkten Konkurrenten im Duell mit dem 1. FC Köln die Chance auf Wiedergutmachung.

In Bielefeld hatten die Mainzer zu Beginn zunächst die Chancen, das Spiel anders zu gestalten. Der FSV begann schwungvoller, verpasste aber bei zwei herausragenden Chancen von Torjäger Jean-Philippe Mateta die mögliche Führung. Bielefelds Torhüter Stefan Ortega rettete beide Male stark gegen den Franzosen (12./16.). In der Folge wurden die mit nur vier Punkten aus neun Spielen historisch schlecht in die Saison gestarteten Ostwestfalen mutiger und besser. Prietl gelang nach einer halben Stunde das erste Tor der Bielefelder in der ersten Halbzeit in dieser Saison.

«Das war schon ein krummes Ding», kommentierte Prietl, denn sein Schuss wurde vom Mainzer Alexander Hack unhaltbar abgefälscht. Hernach benötigten die Arminen kein Glück mehr. Bielefeld wurde stärker, selbstbewusster und sicherer. Doan gelang noch vor der Pause sehenswert sein zweites Saisontor zur verdienten 2:0-Führung. Damit war es schon früh dahin mit dem Mainzer Vorhaben, zum ersten Mal in dieser Spielzeit zu null zu spielen. Mit nun 26 Gegentoren haben die Rheinhessen die zweitschlechteste Defensive der Liga. Nur Schlusslicht Schalke 04 ist mit bislang 28 Gegentreffern schlechter.

In der zweiten Halbzeit ging auch in der Offensive ohne den verletzten Levin Öztunali zunächst wenig für die Gäste. Lichte versuchte es noch einmal mit einem Dreifach-Wechsel nach einer Stunde und mehr Impulsen für den Angriff. Der dabei eingewechselte frühere Düsseldorfer Stöger besorgte noch den Anschluss, mehr gelang aber nicht mehr.

© dpa-infocom, dpa:201205-99-584117/4