VfB Stuttgart

Raffael entscheidet das Geduldsspiel

Fußball Borussia Mönchengladbach vs. VfB Stuttgart_0
Andreas Beck und Takuma Asano verlassen enttäuscht den Rasen im Gladbacher Borussia-Park. © Danny Galm

Mönchengladbach.
Der VfB Stuttgart bleibt auswärts weiter ohne Punktgewinn: Am Dienstagabend musste sich der Aufsteiger in Mönchengladbach mit 2:0 (0:0) geschlagen geben. Nach einer guten ersten Hälfte entschied Gladbachs Raffael die Partie in der zweiten Halbzeit mit einem Doppelpack (57. und 74.).

Die dritte Saisonniederlage des VfB Stuttgart in der ZVW-Analyse:

Spielverlauf kompakt

Der VfB hatte in der ersten Halbzeit nur wenig zu melden. Die Hausherren dominierten die Partie mit viel Ballbesitz, gaben sich aber auch ideenlos und ohne Tempo im Spiel nach vorne. Der Aufsteiger arbeitete kompakt und konzentriert gegen den Ball und ließ nur eine nennenswerte Schusschance zu. Lars Stindls Versuch vom Strafraumeck wurde aber sichere Beute von VfB-Keeper Zieler (33.).

Aus der Pause kamen die „Fohlen“ deutlich spritziger und Raffael schoss die Borussia mit einem Volleyschuss nach feiner Vorarbeit von Nico Elvedi in Führung (57.). Gerade als die Schwaben versuchten den Vorwärtsgang einzulegen, zog Dennis Aogo am Trikot von Torgan Hazard und verursachte so einen Foulelfmeter, den Raffael sicher zum vorentscheidenden 2:0 verwandelte (74.).

Der VfB stemmte sich anschließend noch gegen die drohende Niederlage. Terodde (80. und 81.) und Andreas Beck (84. und 91.) vergaben gute Möglichkeiten und so kassierte der VfB verdient seine dritte Saisonniederlage.

Formation und Aufstellung

Im ersten Spiel nach der schweren Gesichtsverletzung von Kapitän Christian Gentner schickte Trainer Hannes Wolf seine Mannschaft erneut im 3-4-2-1 auf den Rasen. Kaminski (li.), Pavard (mi.) und Baumgartl (re.) bildeten wie schon gegen Wolfsburg die Dreierkette. Andreas Beck (re.) und Dennis Aogo (li.) bespielten die Außenbahnen.

Für Christian Gentner, der am Dienstag erfolgreich operiert wurde, rückte Orel Mangala in die Mannschaft. Zusammen mit Santiago Ascacibar bildete er die neue Doppelsechs. Für den leicht angeschlagenen Chadrac Akolo (Zerrung im Oberschenkel) durfte Takuma Asano von Anfang auf dem rechten Flügel ran. Anastasios Donis (linker Flügel) und Simon Terodde komplettierten das offensive Dreiergespann.

Spielidee und Taktik

Trotz des Gentner-Schocks und insgesamt acht Ausfällen wollte Hannes Wolf die Partie im Gladbacher Borussia Park keinesfalls mit angezogener Handbremse angehen. "Die Jungs werden total fokussiert sein. Wir können uns trotzdem ans Limit pushen", sagte Wolf am Tag vor dem Spiel. Kurz vor dem Anpfiff forderte er von seiner Mannschaft vor der Partie „Härte und Konsequenz am Mann.“  

Gegen die Hecking-Elf, die Stuttgart in einem klassischen 4-4-2 mit Stindl und Raffael als Doppelspitze und Kramer und Zakaria auf der Doppelsechs begegnete, sollte erneut viel Gefahr von den dribbelstarken Außen Asano und Donis ausgehen.

Eine besondere Aufgabe kam gegen die „Fohlen“, die u.a. auf ihren Stammkeeper Yann Sommer verzichten mussten, den beiden Sechsern Mangala und Ascacibar zu: „Die Sechser müssen den Druck von der letzten Linie weg halten und auch das Spiel gestalten“, erklärte Wolf vor dem Anpfiff.

Spielentscheider

Im Gladbacher Borussia-Parkt zeigte der Aufsteiger lange einen ordentlichen Auftritt, musste sich aber nach 90 Minuten - wie schon in den beiden vorhergegangenen Auswärtspartien in Berlin (0:2) und auf Schalke (1:3) - geschlagen geben.

Die individuelle Klasse der Hausherren – in Person des Brasilianers Raffael – war am Dienstag ausschlaggebend für den wenig überzeugenden, aber dennoch verdienten Sieg der Gladbacher. 

Auf den Punkt gebracht

Gladbachs Manager Max Eberl sprach nach der Partie von einem Geduldsspiel, das seine Mannschaft gegen den Aufsteiger gewonnen habe und bilanzierte: „Der Sieg war nicht berauschend, aber verdient.“ VfB-Trainer Hannes Wolf ärgerte sich über die „bittere“ Auswärtspleite und zwei „vermeidbare Gegentore: „Durch Gladbachs Qualität bekommen wir die Gegentore. Eine bittere Niederlage, aber die Mannschaft hat toll gefightet.“

VfB-Torhüter Ron-Rober Zieler lobte zwar die über weite Strecken ordentliche Defensivleistung, bemängelte aber auch die lange Zeit harmlose Offensive: „Der letzte Punch nach vorne fehlt uns noch ein bisschen.“ Und auch Abwehrspieler Dennis Aogo fasste zerknirscht zusammen: „Heute war mehr drin. Eine sehr ärgerliche Niederlage.“

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Ausblick

Nach der dritten Niederlage im dritten Auswärtsspiel der Saison wartet auf den VfB Stuttgart am Samstag wieder ein Heimspiel. Gegner um 15.30 Uhr ist der FC Augsburg. Für Dieter Hecking und seine Gladbacher geht es ebenfalls am nächsten Samstag weiter. Im „Borussen-Duell“ messen sich die „Fohlen“ im Abendspiel (18.30 Uhr) mit Borussia Dortmund.

Gladbach: Sippel, Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt, Kramer (46. Cuisance), Zakaria, Herrmann (70. Johnson), Hazard, Raffael (89. Bobadilla), Stindl

Bank: Nicolas (Tor), Oxford, Hofmann, Villalba, Jantschke

Trainer: Dieter Hecking

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Pavard, Kaminski - Beck, Aogo (75. Ailton) – Mangala (78. Burnic), Ascacibar - Donis, Asano (62. Brekalo) - Terodde

Bank: A. Meyer (Tor), Sessa, Ofori, Özcan

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 1:0 Raffael (57.), 2:0 Raffael (74./FE)

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)

Zuschauer: 44.063


Borussia Mönchengladbach – VfB Stuttgart 2:0 (0:0)