VfB Stuttgart

Remis gegen Bayer Leverkusen: Wie Trainer Pellegrino Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat die Partie einordnen

Fußball Bundesliga VfB Stuttgart vs. Bayer 04 Leverkusen
Voller Einsatz an der Seitenlinie: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo treibt seine Mannschaft nach vorne. © Pressefoto Baumann

Peter Bosz war bedient. Mit angespannter Miene redete der Trainer von Bayer 04 Leverkusen über seine noch immer sieglose Mannschaft. Zum anderen nervte ihn nach dem 1:1 beim VfB Stuttgart eine unnötige Aktion seines Angreifers Karim Bellarabi, den er mit deutlichen Worten kritisierte. „Ich glaube, dass das doof war“, sagte der Niederländer am Samstag zu einer mutmaßlichen Tätlichkeit Bellarabis in der 75. Minute. Der Stürmer hatte Stuttgarts Roberto Massimo ins Gesicht gegriffen, dafür aber nur die Gelbe Karte gesehen. Kurz danach kam es für Bayer umso dicker. Denn den Freistoß danach köpfte Sasa Kalajdzic (76.) zum Endstand ins Tor.

Die Stimmen zum 1:1 zwischen dem VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen:

VfB-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo: „Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht und besonders in der Anfangsphase ein bisschen zu viel Respekt gehabt vor dem Gegner, was uns ein Stück weit gelähmt hat. Wir haben heute wieder einen tollen Charakter und eine tolle Moral gezeigt und sind wie in den letzten Spielen auch wieder zurückgekommen. Es ist eine Frage des Willens, also was man erreichen will – deshalb geben wir Gas bis zum Schluss. Gregor hat ein gutes Spiel gemacht, vor allem in der Phase in der zweiten Hälfte, als Leverkusen zwei, drei Chancen hatte. Man hat in den letzten drei Spielen gesehen, dass wir in der Lage sind, Bundesliga zu spielen, daher bin ich zufrieden mit den gezeigten Leistungen auf dem Platz.“

Bayer-Coach Peter Bosz: „Die Stuttgarter haben es gut gemacht und waren so aggressiv, wie es sein muss. Klar haben uns die beiden verletzungsbedingten Wechsel in der ersten Hälfte nicht gerade geholfen, aber trotzdem haben wir in der ersten Hälfte einfach zu wenig gebracht. Normalerweise müssen wir dennoch dieses Spiel gewinnen, wir hatten die Möglichkeiten zum 2:0. Wir haben heute zwar nicht gut gespielt, aber wenn wir gewinnen, haben wir fünf Punkte – und jetzt haben wir zwei Punkte zu wenig.“

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat: „Wir haben uns den Punkt verdient, weil wir mit der Mentalität aufgetreten sind, die du als Underdog in so einem Spiel haben musst. Uns ist natürlich auch aufgefallen, dass uns Gregor Kobel in zwei, drei Situationen mit herausragenden Aktionen im Spiel gehalten hat. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass wir nach den ersten 20 Minuten, in denen wir zu viel Respekt vor dem Gegner, vor dem Namen Bayer Leverkusen und der individuellen Qualität in der Mannschaft, gut ins Spiel zurückgefunden haben. Wir haben zwar nicht alles gezeigt, was wir draufhaben, was natürlich auch dem Gegner geschuldet ist – trotzdem war es aber ein verdientes 1:1. Wir freuen uns über diesen Punkt.“

VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic: „Es war wieder bitter, dass wir in den ersten 15 Minuten ein Gegentor bekommen haben, aber wir haben uns danach richtig gut zurückgekämpft. Wir haben uns in der ersten Hälfte ein bisschen schwergetan, dafür war die zweite Hälfte richtig gut von uns. Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Mentalität und Courage haben, das gibt Zuversicht für die nächsten Spiele."

Bayer-Keeper Lukáš Hrádecký: „Das war unsere eigene Dummheit heute: Vorne hätten wir das zweite oder dritte Tor machen müssen, stattdessen lassen wir diesen unnötigen Freistoß zu. Nach der Länderspielpause müssen wir uns ganz viel Scharfgang zurückholen.“

Bayer-Torschütze Patrik Schick: „Das Unentschieden ist viel zu wenig. Wir wollten hier heute unbedingt gewinnen. Das haben wir leider nicht geschafft. Ich würde mein Tor lieber gegen drei Punkte eintauschen.“

VfB-Debütant Konstantinos Mavropanos: „Ich bin sehr glücklich, dass ich heute mein Bundesligadebüt in unserem Stadion vor unseren Fans bestreiten durfte. Das war schon etwas besonderes. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein. Wir haben es wieder geschafft, nach einem Rückstand zurückzukommen – das beweist die gute Mentalität, die in der Mannschaft steckt, und dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Der Blick auf die Tabelle