Rems-Murr-Kreis

Übergewicht kann krank machen: So gelingt das Abnehmen dauerhaft

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Symbolfoto. © pixabay.com/HeVoLi

Im Sommer lassen sie sich nicht verstecken, erst recht nicht bei den aktuellen Temperaturen: Schwimmringe und überflüssige Pfunde. Übergewicht war schon vor Beginn der Corona-Pandemie ein gewichtiges Problem. In Deutschland brachten laut Statistischem Bundesamt bereits 2019 rund 54 Prozent aller Erwachsenen zu viele Kilos auf die Waage. Social Distancing und Home-Office haben das Problem verschärft, im Mai schlug die Weltgesundheitsorganisation Alarm. Übergewicht habe „epidemische Ausmaße“ erreicht, 59 Prozent der Erwachsenen in Europa seien übergewichtig oder fettleibig, Deutschland liege leicht unter diesem Durchschnitt.

Belastbare Interpretationen seien im Gegensatz zu anderen Krankheiten schwierig, sagt ein Sprecher der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr: „Zum einen wenden sich viele betroffene Menschen erst gar nicht an einen Arzt. Zum anderen wird eine Adipositas aus verschiedenen Gründen häufig nicht ärztlich dokumentiert.“ Diese speziellen Rahmenbedingungen hätten sich während der Pandemie weiter verschärft.

Während der Corona-Pandemie haben viele Menschen zugelegt

Dennoch geht auch die Krankenkasse davon aus, dass während der Pandemie die Zahl der übergewichtigen Menschen zugenommen hat. Im April 2022 hatte das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag der AOK 500 Eltern von Kindern und Jugendlichen (3 bis 17 Jahre) aus Baden-Württemberg befragt. Demnach hat fast jedes vierte Kind (24,7 Prozent) nach Meinung der befragten Eltern an Gewicht zugenommen. „Diese Erkenntnis wird altersunabhängig auch an anderer Stelle deutlich: Seit Pandemiebeginn verzeichnet die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr eine klar steigende Nachfrage im Bereich der Ernährungsberatungen.“

Das ist für viele Betroffene ein optisches Problem, kann aber auch körperliche Beschwerden auslösen. Laut AOK kann bereits moderates Übergewicht Kurzatmigkeit, Atemnot und verstärkte Schweißbildung sowie Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden durch Überlastung der Gelenke auslösen. Außerdem begünstigt Adipositas unter anderem die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes und Bluthochdruck zu erkranken.

Abnehmen lohnt sich also, und der Sommer kann den Start erleichtern. Wenn es heiß ist, haben die meisten Menschen generell weniger Appetit und auch Bewegung an der frischen Luft fällt leichter als bei Regen, Minusgraden und Dunkelheit. Die besten Tipps, damit das Abnehmen gelingt:

Ziel definieren

Nur wer ein Ziel vor Augen hat, kann darauf hinarbeiten. „Wichtig ist dabei, sich realistische und individuell ausgerichtete Ziele zu setzen“, sagt AOK-Ernährungsexpertin Christine Kentenich. Hilfreich ist es, sich auch einen Termin zu setzen, an dem dieses Ziel erreicht sein soll. Am besten auch mit anderen darüber sprechen oder sogar einen „Vertrag“ mit jemandem abschließen. Wer den nicht einhält, muss dann zum Beispiel einen Monat lang die Wäsche waschen.

Gemeinsam mehr erreichen

Wer unsicher ist oder Unterstützung braucht, sollte sich Hilfe suchen, um sein Ziel zu erreichen. „Erste Anlaufstelle sollte der Hausarzt sein. Qualifizierte Unterstützung bieten zertifizierte Ernährungsfachkräfte. Darüber hinaus empfiehlt sich das Abnehmen innerhalb einer sich gegenseitig motivierenden Gruppe“, sagt Kentenich.

Keine Crash-Diäten

Natürlich möchte man am liebsten schnelle Erfolge sehen, diese können auch motivieren. Um langfristig abzunehmen und vor allem das neue Gewicht auch zu halten, sollte der Fokus laut der AOK-Ernährungsexpertin allerdings auf einer nachhaltigen Änderung des Lebensstils liegen: „Kurzzeitige strenge Diäten wirken meistens nur vorübergehend.“

Das Richtige essen

Zunächst einmal sollte man ausrechnen, wie hoch der individuelle Kalorienbedarf ist. Denn abnehmen tut nur, wer weniger Energie zu sich nimmt, als er verbraucht. Dabei können Ernährungsberater helfen, es gibt aber auch Rechner im Internet. Die Mahlzeiten sollten dann etwas weniger Kalorien zuführen und natürlich gesund sein. Sogenannte leere Kohlenhydrate aus Weißmehl oder Zucker liefern viele Kalorien, aber wenig Nährstoffe. Besser Vollkornprodukte, frisches Gemüse, gelegentlich Fleisch und Fisch. Keine Angst vor Fett: Gesunde Fette stecken beispielsweise in Nüssen und Olivenöl und sollten Teil der Ernährung sein. Ganz wichtig: viel trinken. Am besten Mineralwasser, wer mag, mit etwas Zitrone oder Ingwer aromatisiert, oder ungesüßte Tees.

Richtig essen

Wichtig ist, nicht nur die richtigen Produkte zu wählen, sondern auch darauf zu achten, wie man sie isst. Da das Sättigungsgefühl erst nach circa 20 Minuten einsetzt, sollte man langsam essen und gründlich kauen und Ablenkung durch Fernseher oder Handy vermeiden. Sich einige Lebensmittel komplett zu verbieten, ist ebenfalls nicht sinnvoll. Wer sich auferlegt, komplett auf Süßes zu verzichten, bekommt schnell eine Heißhungerattacke und schlingt dann viel zu viel in sich hinein. Besser: sich gelegentlich bewusst ein bisschen Schokolade oder eine Kugel Eis gönnen und genießen.

Bewegung muss sein

„Man sollte nicht nur ganz klassisch auf Essen und Trinken achten. Auch die Themen Bewegung und Stressbewältigung spielen eine ganz wesentliche Rolle“, sagt Kentenich. Ausdauertraining wie zügiges Spazierengehen, Radfahren oder Joggen ist gut und sollte mindestens einmal, besser mehrmals in der Woche auf dem Plan stehen. Wer abnehmen will, sollte unbedingt aber auch Krafttraining machen. Denn Muskeln verbrennen Fett. Jedes Kilo Muskelmasse steigert den sogenannten Grundumsatz, also die Energiemenge, die der Körper täglich verbraucht.

Individuell abstimmen

Jeder Mensch ist anders. Deshalb muss jeder für sich herausfinden, was ihm guttut und was er durchhalten kann. Man sollte sich beispielsweise Sportarten aussuchen, die man mag, und herausfinden, ob man mit zwei Mahlzeiten besser zurechtkommt oder die Kalorienmenge lieber auf drei etwas kleinere Mahlzeiten und einen Snack verteilt. „Alle Maßnahmen müssen zum persönlichen Alltag passen und die bisherigen Gewohnheiten berücksichtigen“, sagt Christine Kentenich.

Im Sommer lassen sie sich nicht verstecken, erst recht nicht bei den aktuellen Temperaturen: Schwimmringe und überflüssige Pfunde. Übergewicht war schon vor Beginn der Corona-Pandemie ein gewichtiges Problem. In Deutschland brachten laut Statistischem Bundesamt bereits 2019 rund 54 Prozent aller Erwachsenen zu viele Kilos auf die Waage. Social Distancing und Home-Office haben das Problem verschärft, im Mai schlug die Weltgesundheitsorganisation Alarm. Übergewicht habe „epidemische Ausmaße“

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