Rems-Murr-Kreis

13 Corona-Tote seit 12.12.2021 im Rems-Murr-Kreis: Omikron? Ungeimpft? Geimpft?

Intensivstation RMK
Infusionsbeutel und -flaschen für einen Covid-Patienten in der Intensivstation der Klinik Winnenden. © Benjamin Büttner

Seit vergangenem Mittwoch (5.1.2022) sind im Rems-Murr-Kreis 281 Corona-Infektionen mit der Omikronvariante identifiziert worden. Ist Omikron statistisch gesehen genauso gefährlich wie die Deltavariante oder weniger gefährlich? Eine statistische Spurensuche.

„Zur Frage, ob und wie viele der Todesfälle der vergangenen Tage Omikron hatte, können wir keine verlässlichen Angaben machen. Wir behalten das Thema aber im Blick“, sagt Leonie Graf, Pressesprecherin des Landratsamts. Zu den 13 Todesfällen bei Covid-Erkrankten im Rems-Murr-Kreis seit 12. Dezember lässt sich laut Leonie Graf nur Folgendes sagen:

  • drei Personen in den 50ern, nicht geimpft, zum Teil mit Vorerkrankungen,
  • eine Person in den 50ern, 2x geimpft,
  • zwei Personen in den 70ern, mit Vorerkrankung, Impfstatus unbekannt,
  • drei Personen in den 80ern, Impfstatus unbekannt, teils mit Vorerkrankungen,
  • zwei Personen in den 80ern, geimpft,
  • eine Person in den 80ern, nicht geimpft,
  • eine Person in den 90ern, Impfstatus unbekannt.

Die Unsicherheit, ob Omikron im Spiel ist oder nicht, rührt daher, dass bei weitem nicht alle positiven PCR-Testproben auf Varianten analysiert werden. Wie schon mehrfach berichtet (hier und hier), werden in Baden-Württemberg zwar seit Anfang 2021 möglichst alle positiven PCR-Test-Proben auf das volle Sars-CoV-2-Genom hin sequenziert. Aber das sei aus technischen Gründen leider nicht immer möglich. Nicht jede positive Probe ist für eine nachgeschaltete Vollgenom-Sequenzierung geeignet, so ein Sprecher des Sozialministeriums. „Es gibt zum Beispiel Proben, die keine ausreichende Virenlast aufweisen.“ Um Ressourcen zu schonen, würden ungeeignete Proben gar nicht erst der Sequenzierung zugeleitet. „In der Praxis ist dies bei 50 bis 60 Prozent der positiven Proben überhaupt nur möglich.“

Inzidenz macht im Rems-Murr-Kreis einen Sprung nach oben

Auch die von 5. bis 11. Januar im Rems-Murr-Kreis nachgewiesenen 281 Omikron-Infektionen sind schwer in Relation zu bringen. Die Gesamtinfektionen sind zwar für diesen Zeitraum bekannt, da müsste man nur die Tageswerte im Corona-Online-Dashboard des Rems-Murr-Gesundheitsamts zusammenzählen: 320 (Mi) + 123 (Do) + 269 (Fr) + 155 (Sa) + 116 (So) + 205 (Mo) + 404 (Di) = 1592. Doch die im selben Zeitraum gemeldeten Omikron-Fälle stehen ja in Bezug zu PCR-Testproben von Infizierten viele Tage vorher. Prozentuale Angaben sind demnach unmöglich.

Wie der Wert vom Dienstag (11.1) zeigt, macht die Infiziertenzahl gerade Sprünge und so auch die Sieben-Tage-Inzidenz, die im Rems-Murr-Kreis von 323 am Montag auf 373 hochging.

Die landesweite Inzidenz stieg von 324 am Montag (10.1.) auf 357 am Dienstag (11.1.) 

Und die Krankenhausbelegung?

Der Rückgang der Krankenhausbelegung könnte nur zeitweilig sein, denn Infizierte kommen, wenn sie denn schwere Verläufe entwickeln, in der Regel erst anderthalb Wochen später ins Krankenhaus. Die Rems-Murr-Kliniken versorgen nach eigenen Angaben 34 Covid-19-Patienten, davon werden 11 Patienten auf der Intensivstation versorgt und neun beatmet (Stand: 11.1.).

Landesweit bedürfen laut Divi-Intensivregister gerade 402 Covid-Patienten intensivmedizinischer Behandlung, 245 davon eine invasive Beatmung (Stand: 11.1.).

Am Dienstag der Vorwoche waren es noch 471 Covid-Intensivpatienten in Baden-Württemberg gewesen.

Seit vergangenem Mittwoch (5.1.2022) sind im Rems-Murr-Kreis 281 Corona-Infektionen mit der Omikronvariante identifiziert worden. Ist Omikron statistisch gesehen genauso gefährlich wie die Deltavariante oder weniger gefährlich? Eine statistische Spurensuche.

„Zur Frage, ob und wie viele der Todesfälle der vergangenen Tage Omikron hatte, können wir keine verlässlichen Angaben machen. Wir behalten das Thema aber im Blick“, sagt Leonie Graf, Pressesprecherin des Landratsamts. Zu den 13

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