Rems-Murr-Kreis

3G-Regel in der Bahn: Kaum Kontrollen und Hinweise

3G in Bus und Bahn
Die Mitfahrt in der S-Bahn ist nur noch mit 3G-Nachweis erlaubt, die Akzeptanz für die neue Regel hoch. © Benjamin Büttner

Donnerstagmorgen, 8.37 Uhr. Gleis 13 am Stuttgarter Hauptbahnhof. In zehn Minuten startet die Regionalbahn 13 nach Aalen mit Halten in Waiblingen, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen. Fast niemand möchte mitfahren, der Bahnsteig ist fast menschenleer. Die Home-Office-Pflicht scheint sich auszuwirken. Nichts zu merken ist allerdings davon, dass seit Mittwoch die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr gilt. Wer Bus oder Bahn fahren möchte, muss seither nachweisen, dass er vollständig gegen das Coronavirus geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

Eine Seniorin steigt ein, nachdem sie sich bei einem Mitarbeiter des Verkehrsunternehmens Go Ahead versichert hat, dass dies der richtige Zug nach Aalen ist. Ihren Impfausweis hat sie griffbereit, er steckt in analoger Form neben dem Butterbrot in der Handtasche. Sehen wollen habe ihn bisher keiner, erzählt sie, auch nicht in der S-Bahn, mit der sie an diesem Morgen zum Hauptbahnhof gefahren ist. Sie ist nicht überzeugt, dass die neue Regel nötig und sinnvoll ist. Doch es ist ihr einerlei: „Ich bin vorbereitet und mache mir keine Sorgen. Diese Woche habe ich sogar schon meine Booster-Impfung bekommen“, sagt sie und streicht sich einmal über den linken Oberarm, bevor sie ihre Stulle auspackt.

Deutsche Bahn kontrolliert stichprobenartig

Zwischen Waiblingen und Schorndorf werden die Fahrscheine kontrolliert. Einen 3G-Nachweis der Fahrgäste möchte niemand sehen, und das ändert sich bis zur Ankunft des Zuges in Schorndorf nicht. Die Deutsche Bahn führt seit 24. November stichprobenartige Kontrollen des 3G-Nachweises in allen Zügen durch, auch in Regionalverkehrszügen und S-Bahnen. „Dazu sind in allen Bundesländern weit über 9000 Mitarbeitende unseres Sicherheits- und Kontrollpersonals sowie von Partnerfirmen in der Bahn unterwegs und prüfen“, sagt ein Bahnsprecher.

Doch zurück nach Schorndorf. Auch am dortigen Bahnhof ist wenig los an diesem Morgen. Ein paar Fahrgäste steigen aus, noch weniger Leute ein, darunter zwei Reinigungskräfte. Ordnung muss sein: Ein weiterer Mitarbeiter desinfiziert die Mülleimer am Bahnsteig.

In der S-Bahn zurück nach Waiblingen kommt schließlich zum ersten Mal während dieser Fahrt durch den Rems-Murr-Kreis ein Hinweis auf die neue Regel. „In unseren Zügen gilt die 3G-Regel“, verkündet eine Stimme durch den Lautsprecher, als sich die S-Bahn in Bewegung setzt. Ausgenommen davon sind Kinder unter sechs Jahren sowie Schülerinnen und Schüler aller Schularten. In der Durchsage folgen ein Hinweis auf die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske sowie die Empfehlung, dass es sich dabei am besten um eine FFP2-Maske handeln sollte. Auch die S-Bahn ist an diesem Vormittag fast leer, Abstandhalten kein Problem.

Die neue Regelung wird gut akzeptiert

„In Berlin ist das ganz anders, auch außerhalb der Stoßzeiten stehen die Menschen zum Teil dicht an dicht“, sagt Gabriele Kerkhoff aus der Hauptstadt. Sie hat früher im Rems-Murr-Kreis gelebt und Freunde in Geradstetten besucht. Vor Corona hat die Rentnerin Angst und war immer vorsichtig. Zugreisen hat sie am Beginn der Pandemie komplett vermieden. Erst seit sie vollständig geimpft ist, geht sie wieder mehr in die Öffentlichkeit. Dann ist sie mit Bus und Bahn unterwegs, da sie kein Auto hat. „Ich finde es gut, dass die 3G-Regelung jetzt in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, und fühle mich sicherer.“ Sie findet, es war höchste Zeit für diese Maßnahme, denn gerade im ÖPNV kämen sich viele Menschen oft zwangsläufig sehr nahe.

Ob diese allerdings wirklich alle getestet, geimpft oder genesen sind, lässt sich kaum überprüfen. Denn es fehlt das Personal für flächendeckende Kontrollen der neuen 3G-Regel. Die Überprüfung langer Züge mit vielen Türen gestaltet sich ohnehin schwierig. Das Kontroll- und Sicherheitspersonal berichtet laut dem Bahnsprecher von einer hohen Akzeptanz der neuen 3G-Regel bei den Fahrgästen. Die Fahrgäste seien informiert und führten die erforderlichen Nachweise mit sich. Wer keinen Nachweis dabeihat, riskiert ein Bußgeld von mindestens 200 Euro.

Donnerstagmorgen, 8.37 Uhr. Gleis 13 am Stuttgarter Hauptbahnhof. In zehn Minuten startet die Regionalbahn 13 nach Aalen mit Halten in Waiblingen, Schorndorf, Urbach und Plüderhausen. Fast niemand möchte mitfahren, der Bahnsteig ist fast menschenleer. Die Home-Office-Pflicht scheint sich auszuwirken. Nichts zu merken ist allerdings davon, dass seit Mittwoch die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr gilt. Wer Bus oder Bahn fahren möchte, muss seither nachweisen, dass er vollständig gegen das

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