Rems-Murr-Kreis

Ab 3.7.: Im KIZ Waiblingen Erstimpfung Astrazeneca und Zweitimpfung Biontech möglich

Impfstoff Astrazenca
Es gibt genug Impfstoff im Kreisimpfzentrum Waiblingen. © Benjamin Büttner

Die Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis ist günstig wie nie seit März 2020: Zwar sind neue Delta-Fälle aufgetreten, in Fellbach – aber das Wettrennen gegen die vierte Welle lässt sich gewinnen, wenn genug Menschen das reiche Angebot an Impfstoff wahrnehmen. Im Waiblinger Kreisimpfzentrum können fortan Leute, die zur Erstimpfung Astrazeneca nehmen, vier bis sechs Wochen später eine Zweitimpfung mit Biontech bekommen. Wie funktioniert das? Alle Details im Überblick.

Was ist mit der Inzidenz? Die aktuelle Lage, Stand, 2. Juli

Die Inzidenz – Neuansteckungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner – liegt im Rems-Murr-Kreis, Stand Freitag, 2. Juli, bei 10,3. Nachdem am Donnerstag der Wert unter 10 gefallen war, nämlich auf 9,6, ist die magische Marke damit nun wieder überschritten. Grund: Drei Altfälle fielen aus der Rechnung, fünf neue kamen hinzu.

Voraussetzung für weitere Regel-Lockerungen ist, dass die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 10 bleibt. Falls der Schwellenwert am Samstag, 3. Juli, und den Tagen darauf wieder unterboten werden sollte, könnten frühestens am Donnerstag, 8. Juli, die neuen Regeln in Kraft treten. Unter anderem dürften dann auch Diskotheken unter bestimmten Auflagen wieder öffnen; und private Treffen wären mit bis zu 25 Leuten aus beliebig vielen Haushalten möglich (plus Kinder unter 14, Geimpfte, Genesene).

Besteht trotz Niedrig-Inzidenz auch Anlass zur Sorge?

Die Delta-Variante ist im Rems-Murr-Kreis angekommen, nach einem Einzelfall in Weinstadt in den Pfingstferien (es handelte sich um einen Reiserückkehrer), einem Ausbruch im Waiblinger Kinderhaus Mitte und Delta-Infektionen in einer Familie bei Backnang sind jetzt auch zwei Fellbacher Schulen betroffen – bei drei coronapositiv getesteten Schülern wurde die sogenannte Delta-Variante nachgewiesen. Die Schüler der Hermann-Hesse- und der Auberlen-Realschule befinden sich bereits seit Anfang der Woche in Quarantäne – wie auch ihre Klassenkameraden. Insgesamt sind 40 Jugendliche in Isolation.

Grund zur Panik besteht indes mitnichten. Wenn es insgesamt derart wenige Corona-Fälle gibt wie derzeit im Rems-Murr-Kreis, kann die Kontaktenachverfolgung, bei der Gesundheitsamt und Kommunen eng zusammenarbeiten, sehr schnell funktionieren, Infektionsketten werden dann in der Regel durchtrennt, bevor sie überhaupt eine nennenswerte Länge erreicht haben.

Vor allem aber: Es gibt jetzt Impfstoff en masse.

Wohin gehe ich, wenn ich mich gleich morgen erstimpfen lassen will?

Das ist tatsächlich kein Problem: Weiterhin gibt es im Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Waiblinger Rundsporthalle für alle Leute ab 18 Jahren noch freie Impftermine sowohl mit Johnson & Johnson als auch mit Astrazeneca – am Samstag, 3. Juli, aber auch in der kommenden Woche von Montag bis Donnerstag, 5. bis 8. Juli.

Die Termine sind leicht zu buchen über www.rems-murr-kreis.de.

Bitte beachten: Es werden ausschließlich Erstimpfungen abgewickelt, keine Zweitimpfungen!

Aber ist eine Erstimpfung mit Astrazeneca überhaupt attraktiv?

Aber hallo – neuerdings noch mehr! Denn Baden-Württemberg ändert sein Impfkonzept, und das hat erfreuliche Folgen.

Ab Samstag, 3. Juli, gilt: Wer sich im KIZ Waiblingen mit Astrazeneca erstimpfen lässt, bekommt, sofern er will, nicht erst nach neun, sondern schon frühestens nach vier Wochen eine Zweitimpfung – und zwar, falls gewünscht, mit Biontech statt Astra.

Das sollte ein Anreiz sein, sich jetzt kurzfristig doch noch für einen der Astra-Termine am Samstag oder nächste Woche anzumelden.

Hintergrund: Laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) baut das Immunsystem vor allem gegen die Delta-Variante eine höhere Widerstandskraft auf, wenn zwei verschiedene Präparate – erst ein Vektorimpfstoff wie Astrazeneca, dann eine Dosis mRNA-Impfstoff wie Biontech oder Moderna – verabreicht werden. Diese Abfolge sei einer doppelten Ladung Astrazeneca „deutlich überlegen“.

Konkret läuft es im KIZ fortan folgendermaßen ab – komfortabler geht es kaum:

  • Der Astra-Erstimpfling wird bereits beim Einchecken in der Rundsporthalle gefragt, ob er als Zweitimpfstoff Astra oder Biontech will.
  • Wenn er sich für Astra entscheidet, bleibt es beim bereits vorab vereinbarten Zweittermin in etwa neun Wochen.
  • Wenn er sich für Biontech entscheidet, bekommt er noch während seines Aufenthalts im KIZ einen Terminvorschlag für die Zweitimpfung vier bis sechs Wochen später serviert.

Was aber ist mit Leuten, die ihre Astra-Erstimpfung schon hinter sich und den Zweittermin in einigen Wochen haben?

  • Wer es beim vereinbarten Zweittermin belassen will, muss gar nichts tun außer hinzugehen – und wird dann vor Ort gefragt, welcher Impfstoff es denn sein darf. Wer bei Astra bleiben will, weil er das Serum im ersten Durchgang so gut vertragen hat, kann das gerne tun – wenn jemand umswitchen will auf Biontech, ist auch das kein Problem.
  • Wenn jemand unter den neuen Vorzeichen seinen bereits vereinbarten Zweittermin vorziehen will auf ein früheres Datum, muss er allerdings „übers Wochenende Geduld haben“, erklärt KIZ-Leiter Gerd Holzwarth. Das Land strickt momentan an einer Umbuchungslösung. Solange die aber nicht amtlich ist, bringt es nichts, am Wochenende in der Rundsporthalle anzurufen und das KIZ-Team in zermürbende und vollkommen aussichtslose Terminverhandlungen zu verstricken.

Also jetzt zugreifen und einen der vielen offenen Termine nutzen?

Das empfiehlt Landesgesundheitsminister Manne Lucha: „Keiner möchte einen erneuten Lockdown. Deshalb appelliere ich noch einmal eindringlich an all jene, die noch nicht geimpft sind, das Impfangebot wahrzunehmen, um den Wettlauf gegen die sich weiter ausbreitende Delta-Variante zu gewinnen und die Lockerungen in den verschiedenen Lebensbereichen nicht zu gefährden. Wir haben genügend Impfstoff und mit den demnächst möglichen verkürzten Impfabständen können sich nun auch noch vor den Sommerferien viele Menschen impfen lassen. Die vierte Welle können wir verhindern – wir haben es selbst in der Hand!“

KIZ-Leiter Holzwarth sagt: Das Impfangebot ist jetzt „noch attraktiver geworden, absolut“. Die Impfkampagne sei phasenweise „wirklich ein heilloses Durcheinander“ gewesen; die zentrale Anmeldung über die Plattform des Landes: elend kompliziert; der wegen des anfangs allgegenwärtigen Impfstoffmangels oft vergebliche Kampf um einen Termin: verdammt frustrierend. Aber jetzt komme „einigermaßen Linie“ rein. Das Rennen gegen das Virus biegt auf die Zielgerade. Es sieht gut aus.

Die Corona-Lage im Rems-Murr-Kreis ist günstig wie nie seit März 2020: Zwar sind neue Delta-Fälle aufgetreten, in Fellbach – aber das Wettrennen gegen die vierte Welle lässt sich gewinnen, wenn genug Menschen das reiche Angebot an Impfstoff wahrnehmen. Im Waiblinger Kreisimpfzentrum können fortan Leute, die zur Erstimpfung Astrazeneca nehmen, vier bis sechs Wochen später eine Zweitimpfung mit Biontech bekommen. Wie funktioniert das? Alle Details im Überblick.

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