Rems-Murr-Kreis

Achtung vor hohen Ozonwerten: Sport am besten frühmorgens

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Wer draußen Sport machen möchte, sollte das am besten früh am Morgen tun. © pixabay

Hohe Temperaturen und viel Sonne bestimmen zurzeit unser Wetter. Durch das heiße und sonnige Wetter bildet sich zunehmend mehr Ozon in Bodennähe. Das kann die Gesundheit beeinträchtigen, denn Ozon ist ein Reizgas. Eine hohe Ozonkonzentration in der Luft kann beispielsweise Tränenreiz, Husten oder auch Kopfschmerzen verursachen. Ist man draußen körperlich aktiv, können außerdem die Lungenfunktion vermindert und die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt werden. Diese Veränderungen normalisieren sich in der Regel nach spätestens 48 Stunden wieder. Gefährlicher kann es werden, wenn Ozon durch ein erhöhtes Atemvolumen bei körperlicher Anstrengung tief in die Lunge eindringt. Es kann dort Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen.

In den vergangenen Tagen wurden bei Ozonmessungen in Freiburg, Mannheim, Baden-Baden, Tauberbischofsheim, Heidelberg, Wiesloch, Eggenstein, Gärtringen, Bernhausen und im südlichen Schwarzwald Ozonkonzentrationen über 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Dies ist der sogenannte Informationsschwellenwert, ab dem die Bevölkerung regelmäßig über die aktuellen Ozonwerte informiert wird. Der EU-Zielwert liegt übrigens sogar bei nur 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dieser Wert wurde in den Hitzesommern 2015 und 2018 nach Angaben des Umweltbundesamts an der Messstation in Bad Cannstatt 32- bzw. 47-mal überschritten.

Ozonkonzentration steigt im Lauf des Tages

Solange das Wetter heiß und sonnig bleibt, ist mit Überschreitungen des Informationsschwellenwertes von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter zu rechnen. Am Spätnachmittag und Abend sind die Ozonkonzentrationen in der Luft besonders hoch. Werner Altkofer, stellvertretender Präsident der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) rät deshalb: „Ozonempfindliche Personen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden verlegen.“ Nicht nur den Menschen, auch den Pflanzen machen hohe Ozonkonzentrationen zu schaffen: Das farblose und reaktive Gas kann deren Wachstum beeinträchtigen.

Das Luftmessnetz Baden-Württemberg misst an 41 Stationen im Land Luftschadstoffe, darunter auch die Ozonbelastung. Im Rems-Murr-Kreis gibt es keine Messstation. Es könne nicht in jedem Landkreis oder in jeder Kommune eine Messstation geben, das wäre finanziell nicht tragbar, erklärt eine Sprecherin der LUBW auf Nachfrage. Ziel des Luftmessnetzes sei eine Langzeitüberwachung unter Berücksichtigung verschiedener Belastungssituationen. So werden Verkehrsmessstationen an verkehrsreichen Straßen betrieben, außerdem städtische Hintergrundstationen in Wohngebieten mit einer dichten Bebauung ohne unmittelbaren Einfluss von Verkehr sowie ländliche Hintergrundmessstationen, die weitab von durch den Menschen erzeugten Emissionen liegen.

Ozonalarm zuletzt im Jahr 2015

Ozonalarm wird ab einem gemessenen Wert von mehr als 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ausgerufen. Dann sollten alle Bürgerinnen und Bürger auf Sport im Freien verzichten. Solche hohen Spitzenkonzentrationen wurden letztmals im Jahr 2015 von der LUBW registriert.

Am Wochenende mahnte auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann, körperliche Anstrengungen zu vermeiden und klimaschonende Verkehrsmittel zu nutzen. „Langfristig gilt das Gleiche wie beim Klimaschutz: Wir müssen bei der Verkehrswende schneller werden.“

Ausstoß von Stickoxiden verringern

Denn bodennahes Ozon entsteht bei heißen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung aus sogenannten Vorläufersubstanzen. Die wichtigsten dieser Vorläufersubstanzen sind Stickoxide, die unter anderem im Straßenverkehr und technischen Einrichtungen beispielsweise in der Industrie emittiert werden. Sinkt also der Ausstoß von Vorläufersubstanzen, sinkt auch die Ozonbelastung. Und diese gebe es nicht nur zur Hauptverkehrszeit an vielbefahrenen Straßen, sondern auch in ländlich geprägten Gegenden.

Da es im Rems-Murr-Kreis keine Messstation gibt, können sich Bürgerinnen und Bürger an räumlich nahe gelegenen Messstationen orientieren, um sich über die Ozonbelastung zu informieren. Für Waiblingen wäre dies beispielsweise die Station in Bad Cannstatt. Auch in Aalen gibt es eine Messstation.

Info

Die aktuell gemessenen Ozonwerte stehen zeitnah auf der Internetseite der LUBW (www.lubw.baden-wuerttemberg.de). Die Ozonkonzentrationen können auch über den Ozonansagedienst der LUBW unter der Telefonnummer 0721 / 75 10 76 erfragt werden.

Hohe Temperaturen und viel Sonne bestimmen zurzeit unser Wetter. Durch das heiße und sonnige Wetter bildet sich zunehmend mehr Ozon in Bodennähe. Das kann die Gesundheit beeinträchtigen, denn Ozon ist ein Reizgas. Eine hohe Ozonkonzentration in der Luft kann beispielsweise Tränenreiz, Husten oder auch Kopfschmerzen verursachen. Ist man draußen körperlich aktiv, können außerdem die Lungenfunktion vermindert und die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt werden. Diese Veränderungen

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