Rems-Murr-Kreis

Alarmstufe könnte schon ab Freitag gelten: Was das für nicht Geimpfte bedeutet

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Sobald die Alarmstufe in Kraft getreten ist, gilt vielerorts 2G. © Pixabay

Alles hängt jetzt davon ab, wie schnell die Zahl der Covid-19-Patienten ansteigt, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Weit entfernt liegt die aktuelle Zahl nicht mehr von der Marke, ab welcher in Baden-Württemberg die Alarmstufe in Kraft tritt.

Die Alarmstufe kommt einem weitreichenden Lockdown für nicht geimpfte Menschen gleich. Sie dürfen ohne negativen Schnelltest nicht mehr einkaufen gehen (Grundversorgung ausgenommen). Nicht Geimpfte dürfen, solange die Alarmstufe gilt, kein Restaurant betreten, kein Theater, kein Museum, keine Messe, keine Ausstellung, und sie dürfen in geschlossenen Räumen keinen Sport treiben. Zum Friseur darf diese Personengruppe nur mit negativem PCR-Test. Solch ein Test kostet circa 90 Euro. Mit der Fußballmannschaft im Freien trainieren dürfen nicht Geimpfte ebenfalls nur noch mit PCR-Test. Das gilt für alle Vereinssportarten im Freien. Joggen oder Spazierengehen ist nicht Geimpften auch ohne Test erlaubt, wie ein Sprecher des Sozialministeriums auf Anfrage bestätigt. Für nicht Geimpfte gelten ferner sehr viel strengere Kontaktbeschränkungen als bisher.

Ab wann gilt die Alarmstufe?

Die maßgebliche Grenze ist erreicht, sobald 390 oder mehr Covid-19-Patient/-innen in Baden-Württemberg auf einer Intensivstation liegen. Ist diese Zahl an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen erreicht oder überschritten, tritt in Baden-Württemberg die Alarmstufe in Kraft. Am Montag, 8. November, meldete das Landesgesundheitsamt 347 Covid-19-Fälle auf Intensivstationen. Die Zahl wächst seit Tagen immer schneller an, weshalb davon auszugehen ist, dass die kritische Marke von 390 bald erreicht ist.

Eine weitere Kennzahl, aufgrund der die Alarmstufe in Kraft treten kann, ist die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz. Dieser Wert bezeichnet die Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patient/-innen, die an Covid-19 erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Erreicht oder überschreitet die Kennzahl an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen einen Wert von zwölf, wird ebenfalls die Alarmstufe ausgerufen. Die Kennzahl lag am Montag, 8. November, laut Landesgesundheitsamt bei 4,9.

Wann könnte die Alarmstufe in Kraft treten?

Entscheidend wird die Belegung der Intensivstationen mit Covid-19-Patient/-innen sein. Es ist angesichts des Pandemiegeschehens mit einem weiteren Ansteigen zu rechnen. Die Belegungszahlen steigen kontinuierlich an, seit 2. November jeden Tag (Ausnahme: Samstag) um Werte zwischen sechs und 13, zuletzt 24. Geht man von einer weiteren Beschleunigung des Anstiegs aus, wäre die Grenze von 390 bereits am Mittwoch diese Woche erreicht. Sollte dieses Szenario eintreten, würde die Alarmstufe bereits von Freitag an gelten.

Welche Regelungen gelten in der Alarmstufe im Einzelnen?

In vielen Fällen gilt dann 2G, das heißt, nur noch Genesene und Geimpfte haben Zutritt. 2G gilt in der Alarmstufe hier: Theater, Oper, Konzerte, Stadtfeste, Betriebs- und Vereinsfeiern, Galerien, Museen, Büchereien, Messen, Ausstellungen, Kongresse, Restaurants, Kneipen, Imbisse, Spielhallen, Freizeitparks, Sportstätten, Bäder, Saunen, Busreisen, VHS-Kurse, Musik- und Kunstschulen, Vereinssport in geschlossenen Räumen, Diskotheken.

Wo haben nicht Geimpfte in der Alarmstufe Zutritt mit Test?

  • Vereinssport im Freien, also etwa Fußballtraining, nur mit PCR-Test
  • Körpernahe Dienstleistungen (ausgenommen Logopädie, Physio- und Ergotherapie) nur mit PCR-Test
  • Gastronomie im Freien nur mit PCR-Test
  • Hotelübernachtungen nur mit PCR-Test
  • Berufliche Ausbildung, Fahrschulen, Sprach- und Integrationskurse nur mit Schnelltest
  • Einzelhandel (ausgenommen Grundversorgung) nur mit Schnelltest.

Wo haben nicht Geimpfte in der Alarmstufe Zutritt ohne Test?

Alle Personen dürfen ohne Test öffentliche Verkehrsmittel nutzen, religiöse Veranstaltungen besuchen und Einzelhandelsgeschäfte betreten, die zur Grundversorgung zählen, das sind laut Sozialministerium:

Lebensmittelgeschäfte, Getränkehandel, Hofläden, mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse, Metzgereien, Bäckereien und Konditoreien, Wochenmärkte, Apotheken, Reformhäuser, Drogerien, Sanitätshäuser, Orthopädieschuhtechniker, Hörgeräteakustiker, Optiker und Babyfachmärkte, Tankstellen, Reise- und Kundenzentren, außerdem Zeitschriften- und Zeitungsverkauf, Poststellen und Paketdienste, Banken und Sparkassen, Reinigungen und Waschsalons sowie Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittel, Blumengeschäfte, Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkte, Bau- und Raiffeisenmärkte ohne Sortimentsbeschränkung.

Welche Kontaktbeschränkungen gelten in der Alarmstufe?

Ein Haushalt darf sich noch mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und Genesene, Personen bis einschließlich 17 Jahre sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen leben, zählen als ein Haushalt.

Für welche Personengruppen gilt die 2G-Regel und PCR-Testpflicht nicht?

Folgende Personengruppen haben auch in der Alarmstufe Zutritt zu den genannten Bereichen des öffentlichen Lebens, auch wenn sie nicht geimpft sind:

  • Kinder bis einschließlich fünf Jahre
  • Kinder bis einschließlich sieben Jahre, die noch nicht eingeschult sind
  • Grundschüler/-innen, Schüler/-innen eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule (Testung in der Schule)
  • Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen (negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztlicher Nachweis notwendig, negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt (negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der Stiko gibt (negativer Antigen-Test erforderlich).

Alles hängt jetzt davon ab, wie schnell die Zahl der Covid-19-Patienten ansteigt, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Weit entfernt liegt die aktuelle Zahl nicht mehr von der Marke, ab welcher in Baden-Württemberg die Alarmstufe in Kraft tritt.

Die Alarmstufe kommt einem weitreichenden Lockdown für nicht geimpfte Menschen gleich. Sie dürfen ohne negativen Schnelltest nicht mehr einkaufen gehen (Grundversorgung ausgenommen). Nicht Geimpfte dürfen, solange die

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