Rems-Murr-Kreis

Am ersten Schultag nach den Schulschließungen nur wenige Schüler mit dem Bus unterwegs

Schild Schulbus
Am Montag blieben die meisten Schüler den Bussen fern. © Gabriel Habermann

Montag früh, Bushaltestelle Steinreinach in Korb: niemand zu sehen. Sonst stehen hier um diese Zeit Kinder und Jugendliche dicht gedrängt und warten auf den Schulbus – sofern kein Corona-Ausnahmezustand herrscht natürlich nur.

Gedränge war zwar nicht zu erwarten am ersten Schultag seit dem 17. März, denn zunächst startet nur ein kleiner Teil aller Schüler wieder in den Unterricht, und das auch nur eingeschränkt. Wer in diesem oder im nächsten Jahr an einer allgemeinbildenden Schule Abschlussprüfungen schreibt, muss jetzt wieder am Präsenzunterricht teilnehmen – von Ausnahmen abgesehen. An einigen Schulen beginnt der Unterricht später als sonst – auch deshalb herrscht zu den sonst üblichen Zeiten Leere an den Bushaltestellen. An den beruflichen Schulen sind im Moment nur die Klassen in die Öffnung einbezogen, die in diesem Schuljahr noch Prüfungen absolvieren. Rund 20 Prozent aller Schüler, so schätzte das Landratsamt vergangene Woche, würden sich am 4. Mai morgens zur Schule aufmachen. Gedrängel in Schulbussen sei nicht zu erwarten.

Trotz Kälte tapfer auf dem Rad 

Von Gedrängel konnte am Montagmorgen überhaupt keine Rede sein. Eine Momentaufnahme am Morgen in Weinstadt: In Bussen, die zur Schulstart-Zeit am Bildungszentrum in Weinstadt-Benzach vorbeifuhren, waren nur ganz wenige Plätze besetzt. Stattdessen trudelten ein paar Schüler per Rad auf dem Schulgelände ein – tapfer der Kälte am Morgen trotzend. Ab Mai nutzen viele Schüler auch sonst das Fahrrad – jetzt vielleicht noch eher als in Zeiten, da niemand von Corona sprach.

Wieder mehr Autoverkehr

„Es war erstaunlich ruhig. Fast zu ruhig“, so fasst Markus Dannenmann den Ablauf des Schulbusverkehrs am Montagmorgen zusammen. Laut dem Geschäftsführer des Weinstädter Busunternehmens Dannenmann saßen in den Schulbussen mal zwei, drei oder fünf, höchstens zehn Schüler. Die Busfahrer registrierten unterdessen „relativ viel Verkehr um die Schulen herum“, berichtet Markus Dannenmann weiter. Insgesamt habe der Autoverkehr wieder spürbar angezogen.

Vermutlich hat das mit Elterntaxis zu tun, die in diesen außergewöhnlichen Zeiten vermehrt zum Einsatz kommen dürften – aber nicht nur. Schritt für Schritt fährt das öffentliche Leben wieder hoch, das macht sich natürlich auch auf den Straßen bemerkbar.

Busfahrer müssen keinen Mundschutz tragen

Unterdessen gewöhnt sich der Mensch sowohl an den Mundschutz im eigenen Gesicht als auch an den Anblick der Mitmenschen, deren Gefühlslage man aktuell an den Augen ablesen muss, zumindest in Geschäften und im Bus. Den Busfahrerinnen und Busfahrern hat es Markus Dannenmann freigestellt, ob sie Mundschutz tragen wollen oder nicht.

Nahe Kontakte zu Fahrgästen gibt’s nicht; seit Wochen dürfen die Leute nur hinten in den Bus einsteigen. Der Bereich um den Fahrer sei abgesperrt. Theoretisch ließen sich die Fahrer auch durch Plexiglas-Scheiben abschirmen, ähnlich wie es an Kassen in Supermärkten gängige Praxis ist. Doch unterliegt ein Bus besonderen Sicherheitsvorschriften, weshalb eine Installation solcher Scheiben nicht so einfach möglich ist, erklärt Markus Dannenmann.

Fahrgäste bestens mit Masken ausgestattet

Die Fahrgäste müssen Mundschutz tragen; diese Pflicht gilt seit gut einer Woche in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Das klappt prima, berichtet der Geschäftsführer; von Reibereien wegen fehlenden Mundschutzes sei ihm nichts zu Ohren gekommen. Vielmehr seien die Fahrgäste sehr gut ausgestattet mit Mund- und Nasenbedeckungen.

Privatpersonen wie Wirtschaftsunternehmen und Behörden tasten sich von Woche zu Woche, von Tag zu Tag an Veränderungen heran, und die meisten scheinen vorsichtig zu beobachten, wie sich die Lage entwickelt, um dann erst entsprechend zu reagieren – siehe verhaltene Nutzung des Schulbusverkehrs am Montag. Prognosen bleiben im Vagen, fest steht aber: Seit Montag fahren die Busse und Bahnen im Schülerverkehr wieder regulär wie vor der Schulschließung. Ferner übernimmt der Rems-Murr-Kreis für den Mai den Eigenanteil, den Eltern für das Schüler-Abo ihrer Kinder für die Bus- und Bahnfahrkarte zahlen müssen. Dies geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes von Mitte April hervor. Darin bittet Landrat Dr. Richard Sigel darum, die Schülertickets für den öffentlichen Nahverkehr nicht zu kündigen. Insolvenzen der Betriebe, die den Transport der Schüler sicherstellen, müssten unbedingt verhindert werden: „Wenn wir uns jetzt alle umsichtig verhalten, vermeiden wir nach der Corona-Krise eine Krise beim Schülerverkehr.“

Montag früh, Bushaltestelle Steinreinach in Korb: niemand zu sehen. Sonst stehen hier um diese Zeit Kinder und Jugendliche dicht gedrängt und warten auf den Schulbus – sofern kein Corona-Ausnahmezustand herrscht natürlich nur.

Gedränge war zwar nicht zu erwarten am ersten Schultag seit dem 17. März, denn zunächst startet nur ein kleiner Teil aller Schüler wieder in den Unterricht, und das auch nur eingeschränkt. Wer in diesem oder im nächsten Jahr an einer allgemeinbildenden Schule

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper