Rems-Murr-Kreis

Auch im Rems-Murr-Kreis müssen aus der Ukraine Geflüchtete im ÖPNV bald zahlen

SymbolfotoSBahn
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Es war eine sehr gute und sehr unkomplizierte Regelung, die im März beschlossen worden war: Flüchtlinge, die aus der Ukraine kommen und sich mit einem entsprechenden Pass ausweisen können, dürfen kostenlos alle Busse, Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs nutzen. Diese Regelung läuft zum 1. Juni aus – ohne dass es von den Betroffenen wirklich bemerkt worden wäre. Jetzt ist der Schrecken groß.

Die Tickets im VVS-Bereich sind kostspielig

Es war erst ein Gerücht, das unter den aus der Ukraine Geflüchteten weitergegeben wurde – mit großem Fragezeichen in den Augen. Im Bus nämlich hatte eine Frau gehört, dass ab 1. Juni die Fahrten nicht mehr kostenlos seien. Stimmte das? Und wenn ja, was dann? Viele der Geflüchteten leben nach wie vor von sehr wenig Geld. Einige aber gehen schon arbeiten, meist ein 450-Euro-Job, da ist der Geldbeutel auch nicht praller. Um den Arbeitsplatz zu erreichen, ist trotzdem eine Fahrt mit Bus oder S-Bahn oder beidem notwendig. Viele holen ihre Lebensmittel auch in Tafelläden, zu denen sie ebenfalls oft fahren müssen. Und manche fahren zum Beispiel nach Stuttgart und besuchen dort einen Deutschkurs. Muss jetzt jedes Mal ein Ticket gekauft werden? Das wird ganz schön kostspielig.

Zur Erinnerung: Im März beschlossen über 600 Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde in der ganzen Bundesrepublik, dass Ukrainerinnen und Ukrainer, die wegen des Krieges nach Deutschland geflohen waren, kostenlos den ÖPNV nutzen dürfen. Auch der Verkehrsverbund Stuttgart VVS war bei dieser Entscheidung mit im Boot. Schon damals war klar: Am 31. Mai wird diese Regelung enden. Doch von März bis Mai ist eine lange Zeit, vor allem für Menschen, die in einer völlig neuen Lebenssituation stecken. Diese Lebenssituation verlangt ihnen unglaublich viel Kraft, Organisation und Ausdauer ab. Sie sind deshalb vor allem auf das orientiert, was weiterhilft. Darauf nämlich, dass sie ganz einfach in Bus und S-Bahn steigen können. Dass diese Vorzugsbehandlung irgendwann endet, daran hat keiner mehr gedacht. Es wurde allerdings auch von niemandem mehr ausdrücklich kommuniziert.

Zuerst hilft mal das 9-Euro-Ticket

Dennoch: Die Regelung wird nicht verlängert. „Ab 1. Juni erhalten registrierte Geflüchtete aus der Ukraine – wie von der Bundesregierung beschlossen – umfangreiche Hilfen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts, zur Gesundheitsversorgung und zur Integration“, heißt es aus der VVS-Pressestelle. Die Leistungen, ausgezahlt von der Agentur für Arbeit, umfassten auch finanzielle Hilfen für ÖPNV-Leistungen. 40 Euro gibt’s pro Person und Monat für Fahrten mit Bussen und Bahnen im VVS-Gebiet. Außerdem gelte ab 1. Juni das 9-Euro-Ticket, „eine zusätzlich stark verbilligte Möglichkeit innerhalb der Region, aber auch landes- beziehungsweise bundesweit mobil zu sein“.

Das 9-Euro-Ticket ist definitiv auch für ukrainische Geflüchtete eine günstige und vor allem einfache Lösung, um weiterhin dorthin zu fahren, wo’s hingehen muss. Im Juni, Juli und August kann es online, beim Busfahrer oder am Ticketautomaten am Bahnhof gekauft werden. Wer danach womöglich sogar täglich zur Arbeit oder zu anderen Zielen fahren muss, sollte sich rechtzeitig um ein VVS-Monatsabo kümmern.

Schüler fahren bis zu den Ferien kostenlos

Der Verkehrsverbund Stuttgart VVS macht im Übrigen – anders als andere Verkehrsverbünde – den ukrainischen Schülerinnen und Schülern noch ein gutes Angebot. Für diese nämlich gilt die Vereinbarung „Pass gleich Ticket“ noch bis Ende Juli, also bis Ende des Schuljahres. Dann und für das kommende Schuljahr muss auch hier für ein Monatsticket, vorzugsweise das Scool-Abo, gesorgt werden.

Es war eine sehr gute und sehr unkomplizierte Regelung, die im März beschlossen worden war: Flüchtlinge, die aus der Ukraine kommen und sich mit einem entsprechenden Pass ausweisen können, dürfen kostenlos alle Busse, Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs nutzen. Diese Regelung läuft zum 1. Juni aus – ohne dass es von den Betroffenen wirklich bemerkt worden wäre. Jetzt ist der Schrecken groß.

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Es war

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