Rems-Murr-Kreis

Auto in Hohenacker beschädigt und abgehauen: Wer war der Flegel?

Unfallflucht,
Burak Karnas möchte sehr gern wissen, wer diesen Schaden an seinem Auto verursacht hat. Der 25-jährige Student aus Hohenacker bittet um Hinweise per Mail: Burak.Karnas@web.de. © Gabriel Habermann

Sechs bis sieben Unfallfluchten waren an jedem einzelnen Tag im Rems-Murr-Kreis zu verzeichnen – und das im Corona-Jahr 2020 bei beispiellos geringem Verkehrsaufkommen.

Burak Karnas macht sich keine großen Hoffnungen, dass der Schuldige gefunden wird. Einfach so hinnehmen will er den Vorfall aber auch nicht, weshalb er sich nun an die Öffentlichkeit wendet: Hat irgendwer einen Hinweis, wer seinen grauen Audi A3 gerammt und sich hernach aus dem Staub gemacht hat? Erst vor kurzem bemerkte der 25-jährige Student aus Hohenacker den Schaden; das Auto war lange Zeit unbenutzt geblieben. In den Tagen vor Sonntag, 9. Mai, also Muttertag, muss es passiert sein. Das Auto stand in Hohenacker in der Straße Im Raisger. Wer auch immer für die Delle und die Schrammen hinten links am Fahrzeug verantwortlich ist – ihn oder sie plagt vielleicht das schlechte Gewissen, und so ganz selten ist es gar nicht, dass die Polizei Unfallflüchtige aufspüren kann: Bei etwas mehr als einem Drittel liegt die Aufklärungsquote landesweit.

Burak Karnas kann die Schadenshöhe noch nicht genau beziffern; ein Gutachten von der Versicherung steht noch aus. Ein paar Tausend Euro teuer wird so was schnell. Selbst wenn die Kasko-Versicherung dafür aufkommt, hat der 25-Jährige das Nachsehen, weil die Versicherungsbeiträge steigen: „Ich bin sehr verärgert“, sagt Burak Karnas – sehr moderat im Ton wohl auch deshalb, weil die Sache schon ein Weilchen zurückliegt.

Irrglaube: Zettel an der Windschutzscheibe reicht

Ein Zettelchen an der Windschutzscheibe hätte Karnas gern entgegengenommen. Es war nur keins da. Grundsätzlich ist das nicht zu beanstanden – denn wer nur einen Zettel hinterlässt und sonst nichts unternimmt, begeht dennoch Unfallflucht und damit eine Straftat. Also: Gern einen Zettel hinterlassen, sofern der Fahrzeugbesitzer nach angemessener Wartezeit partout nicht auftaucht – und dann aber auf jeden Fall zur Polizei, den Vorfall melden.

Wie lange man nach einem Parkrempler neben dem beschädigten Fahrzeug ausharren muss, ist nicht genau geklärt: Natürlich macht’s einen Unterschied, ob der Blechschaden auf einem Supermarkt-Parkplatz am helllichten Tag oder des Nachts in einem Wohngebiet entstanden ist. Immer gilt: Ein Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht. Zu leicht verweht der Wind die Hinterlassenschaft, oder irgendein Witzbold klaut das Papier unterm Scheibenwischer weg. Die sicherste Variante bleibt, gesenkten Hauptes die nächste Polizeidienststelle anzufahren und reumütig zuzugeben: Die Delle am Auto mit dem Kennzeichen XY – also, das war ich.

Wer glaubt, darauf verzichten zu dürfen, zählt zu jenem Personenkreis, für den der § 142 des Strafgesetzbuches geschrieben worden ist: „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ wird mit „Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“. Mit mindestens zwei Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg ist ferner zu rechnen.

In schweren Fällen: Führerscheinentzug

Behörden belegen jene Verkehrsteilnehmer mit einem Fahrverbot oder Führerscheinentzug, die erhebliche Schäden angerichtet oder gar den Unfallort eiligst verlassen haben, obwohl Personen verletzt worden sind. Versicherungen gehen mit Unfallflüchtigen ebenfalls nicht zimperlich um: Laut ADAC zahlt die Kfz-Haftpflicht zwar zunächst den Schaden des anderen, aber sie holt sich das Geld bis zu einer Höhe von 5000 Euro zurück. Für den Fall, dass der Verursacher in alkoholisiertem Zustand unterwegs war, verlangt die Haftpflichtversicherung von der oder dem Betreffenden bis zu 10 000 Euro.

Hinzu kommt der Schaden am Fahrzeug des Verursachers: Meist streicht die Kaskoversicherung die Leistung komplett, informiert der ADAC weiter: „Das darf die Versicherung oft auch dann, wenn das Verfahren wegen geringer Schuld gegen Geldauflage eingestellt wird.“

Sechs bis sieben Unfallfluchten waren an jedem einzelnen Tag im Rems-Murr-Kreis zu verzeichnen – und das im Corona-Jahr 2020 bei beispiellos geringem Verkehrsaufkommen.

Burak Karnas macht sich keine großen Hoffnungen, dass der Schuldige gefunden wird. Einfach so hinnehmen will er den Vorfall aber auch nicht, weshalb er sich nun an die Öffentlichkeit wendet: Hat irgendwer einen Hinweis, wer seinen grauen Audi A3 gerammt und sich hernach aus dem Staub gemacht hat? Erst vor kurzem

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