Rems-Murr-Kreis

B14 in Waiblingen: Neue Ausfahrt-Ampeln sollen bei Stau Verkehrschaos verhindern

Unfall B14 Stau mit Rettungsgasse
Stau auf der B 14. Symbolbild. © Benjamin Büttner

Wer hat’s noch nie probiert? Auf der B 14 geht nichts mehr – da wäre doch ein Schleichweg die Rettung, um dem fetten Stau zu entrinnen. Meist jedoch steckt der Pendler kurz darauf entnervt in Waiblingen oder spätestens in Fellbach und Bad Cannstatt in einem noch fetteren Stau fest. Und mitten drin: voll besetzte Busse.

190.000 Euro für die Ampeln

Das muss anders werden. Deshalb hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages am Montag, 16. Mai, rund 190.000 Euro für den Bau und Betrieb von zwei Ampeln genehmigt. Die Ampeln sollen an die B-14-Ausfahrten Waiblingen-Nord und Waiblingen-Mitte. Ihre Aufgabe: den Schleichverkehr verhindern. Die beiden Anti-Schleichweg-Ampeln gehören zum „Projekt Regionale Mobilitätsplattform“ der Region Stuttgart, an dem sich auch die Städte Waiblingen und Fellbach beteiligen.

„Die regionale Mobilitätsplattform zielt darauf ab, den Straßenverkehr in der Region Stuttgart flüssiger zu machen“, schreibt der Verband Region Stuttgart über ihr „Leuchtturm“-Projekt, für das der Rems-Murr-Kreis mit den beiden Ampeln an den B-14-Ausfahrten zwei Puzzlestücke liefert. Die Städte Waiblingen und Fellbach beteiligen sich ebenfalls am regionalen Verkehrsmanagement, ertüchtigen Lichtsignalanlagen und binden ihre Ampeln an die künftige regionale Verkehrsmanagementzentrale an.

Gezielte Lenkung des Verkehrs bei Verkehrsstörungen

Der Bereich Waiblingen, Fellbach und Stuttgart-Ost ist einer von mehreren Projektkorridoren in der Region, in denen „durch neu errichtete technische Anlagen zur Verkehrsbeeinflussung und festgelegte Strategien zukünftig beim Auftreten von Störungen Verkehrsströme gezielt gelenkt werden“, heißt es in der Vorlage für den Umwelt- und Verkehrsausschuss. Wann die beiden Pförtnerampeln an den B-14-Ausfahrten jedoch in Betrieb gehen können, steht in den Sternen. „Der Beginn der baulichen Umsetzung der zwei Lichtsignalanlagen ist aktuell stark abhängig von den Lieferzeiten einzelner technischer Komponenten.“ Corona hat die globalen Lieferketten zerrissen. „Hinsichtlich der Bauzeit und der Implementierung der Signalprogramme kann daher zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage getroffen werden“, heißt es weiter. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Morgendliche Kolonnen vor dem Kappelbergtunnel

Die morgendlichen Kolonnen vor dem Kappelbergtunnel sind Legion. Kommt ein Unfall hinzu, ist im Nu das Verkehrschaos perfekt. Der Verkehr staut sich weit hinter den Teiler auf die Bundesstraßen zurück. In den beiden letzten Jahren waren die Staus aufgrund der Coronapandemie zwar seltener. Doch mittlerweile erreicht der Verkehr auf den Bundesstraßen wieder das Vor-Corona-Niveau – und weckt den Wunsch, auf Schleichwegen sein Ziel zu erreichen. Und das wiederum führt zu Verkehrsbehinderungen in den Innerortsbereichen von Waiblingen und Fellbach. Besonders ärgerlich ist dies für Schüler und Berufspendler, die mit Bussen unterwegs sind und beispielsweise in Waiblingen auf die S-Bahn umsteigen wollen. Sie stecken ebenfalls im Stau der Schleichwegfahrer fest. Durch die erheblichen Behinderungen auf innerstädtischen Straßen und regionalen Verbindungen würde auch der öffentliche Busverkehr gestört, begründet der Landkreis das Ende für Schleichwege. „Neben der regulären Verkehrsbelastung wirken unvorhersehbare Ereignisse wie Unfälle auf den Bundesstraßen zusätzlich nachteilig auf das untergeordnete Netz.“

Eine gezielte Verkehrsmanagementstrategie soll für einen stabilen Verkehrsfluss in Waiblingen, Fellbach und Stuttgart-Ost sorgen und so auch Bussen freie Fahrt ermöglichen. Dazu dienen eben die Anti-Schleichweg-Ampeln. Gesteuert werden die Ampeln von einer Steuerungszentrale der Regionalen Mobilitätsplattform. Die oberste Steuerungsebene, die sogenannte Ringzentrale, führe alle im System gewonnenen Daten innerhalb der Regionalen Mobilitätsplattform zusammen und „wählt für die jeweilige Verkehrssituation eine im Vorfeld mit allen Projektpartnern abgestimmte Strategie aus“.

Für das ganze Projekt: 9,5 Millionen Euro

Der Verband Region Stuttgart bezeichnet die regionale Mobilitätsplattform als ein Leuchtturm-Projekt, für das die Region sowie ihre Kooperationspartner aus dem Landeswettbewerb RegioWIN eine EU-Förderung erhalten.

Das Projektvolumen beläuft sich auf etwa 9,5 Millionen Euro. „Dies ermöglicht es dem Verband Region Stuttgart, federführend und gemeinsam mit Kommunen und Landkreisen sowie der Straßenbauverwaltung ein regionales Verkehrsmanagement aufzubauen und neben einem eigenen regionalen Finanzierungsbeitrag die Förderung zu koordinieren.“

Wer hat’s noch nie probiert? Auf der B 14 geht nichts mehr – da wäre doch ein Schleichweg die Rettung, um dem fetten Stau zu entrinnen. Meist jedoch steckt der Pendler kurz darauf entnervt in Waiblingen oder spätestens in Fellbach und Bad Cannstatt in einem noch fetteren Stau fest. Und mitten drin: voll besetzte Busse.

190.000 Euro für die Ampeln

Das muss anders werden. Deshalb hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages am Montag, 16. Mai, rund 190.000 Euro für den

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