Rems-Murr-Kreis

Baugerüste geklaut – Drogenhandel finanziert: Verhandlung gegen zwei Männer aus Backnang

Landgericht
Das Landgericht Stuttgart. © ALEXANDRA PALMIZI

Vor dem Stuttgarter Landgericht ist ein Prozess gegen zwei Backnanger angelaufen, die mit gestohlenen Teilen von Baugerüsten einen kiloschweren Drogenhandel finanziert haben sollen. Ein Gerüstbauer ist der Hauptbeschuldigte und ein Lagerist ist wegen Beihilfe dran. Selbst die Fahrzeuge, mit denen die aus Weinstadt-Beutelsbach und anderen Orten stammenden Baugerüste abtransportiert wurden, sollen gestohlen worden sein.

Aus der U-Haft in den Gerichtssaal

Der 33-jährige Gerüstbauer und der 35-jährige Lagerist, beide deutsche Staatsangehörige, wurden aus der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim in den Gerichtssaal geführt. Der Erste Staatsanwalt, Dr. Michael Wahl, legte ihnen zur Last, zwischen Februar vergangenen Jahres und Februar dieses Jahres gemeinsame Sache gemacht zu haben, um schnell an viel Geld zu kommen. Der Gerüstbauer wird beschuldigt, mit anderen, gegen die in einem anderen Verfahren ermittelt wird, eine groß angelegte Diebstahlserie von Gerüstteilen hingelegt zu haben. Das Ziel: Der mitangeklagte Lagerist sollte mit dem Erlös aus dem Verkauf der Teile Drogen in Spanien bestellen können. Bei den Drogen handelt es sich insgesamt um rund 13 Kilo Marihuana und etwa drei Kilo Amphetamin.

Die Gerüstteile wurden der Anklageschrift zufolge unter anderem in Weinstadt-Beutelsbach und in Biberach-Dürmentingen gestohlen. Die gestohlenen Fahrzeuge zum Abtransport der Teile stammen aus Heilbronn und aus Backnang-Aspach.

Die Erlöse aus dem Verkauf der Teile belaufen sich auf insgesamt etwa 45 000 Euro.

Beim Diebstahl erwischt

Der Hauptbeschuldigte wurde bei einem der Gerüstdiebstähle erwischt und bei seinem Helfer hat die Polizei einen Teil der Drogenpakete abgefangen. Richter Wolfgang Wünsch fragte den Staatsanwalt beim Prozessauftakt, welche Strafen er sich für die Angeklagten vorstellen kann, falls Geständnisse kommen. Für den Gerüstbauer, so der Ankläger, kämen sieben bis acht Jahre Haft in Betracht. Für den Lageristen forderte er anderthalb bis zwei Jahre. Daraufhin erklärten sich die Pflichtverteidiger Marc-Aurel Walter und Michael Erath zu einem Verständigungsgespräch bereit. Nach Informationen des Richters standen beide Angeklagten zur Tatzeit unter laufender Bewährung und der Bewährungsverlauf des Lageristen, so die Feststellung vor Gericht, war nicht gerade der beste.

Die Gerüstdiebstähle sind teilweise als schwerer Einbruchsdiebstahl zu werten, weil beispielsweise Umzäunungen durchgeschnitten wurden. Die Polizei beziehungsweise das Hauptzollamt haben bei Durchsuchungen unter anderem Lieferscheine und Rechnungen zu 600 Bau- und Fassadengerüstteilen gefunden. Es wurden Handys ausgewertet, um herauszufinden, wer den beiden Angeklagten sonst noch so geholfen haben könnte.

Bis zur Fortsetzung des Prozesses am Dienstag, 19. Oktober, können sich die beiden Angeklagten aus Backnang überlegen, ob und was sie zu den Tatvorwürfen sagen möchten. Der Lagerist, so Richter Wünsch, habe ja bereits vor Eröffnung des Prozesses so ziemlich alles zugegeben.

Vor dem Stuttgarter Landgericht ist ein Prozess gegen zwei Backnanger angelaufen, die mit gestohlenen Teilen von Baugerüsten einen kiloschweren Drogenhandel finanziert haben sollen. Ein Gerüstbauer ist der Hauptbeschuldigte und ein Lagerist ist wegen Beihilfe dran. Selbst die Fahrzeuge, mit denen die aus Weinstadt-Beutelsbach und anderen Orten stammenden Baugerüste abtransportiert wurden, sollen gestohlen worden sein.

Aus der U-Haft in den Gerichtssaal

Der 33-jährige

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