Rems-Murr-Kreis

Bilanz der Kreissparkasse Waiblingen: 2021 war trotz Corona sehr erfolgreich

Der Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen
Der Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen: Vincenzo Giuliano, Ralph Walter, Uwe Burkert (von links). © Gottfried Stoppel

Mit Home-Office, Arbeit in rollierenden Systemen und immer mehr Service- und Beratungsangeboten per Videochat war das zweite Corona-Jahr für die Kreissparkasse Waiblingen herausfordernd, aber auch äußerst erfolgreich. Die Bilanzsumme legte um 3,8 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu, fasst Ralph Walter, Vorsitzender des Vorstands, die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2021 bei einer Pressekonferenz zusammen.

„Es war ein Rekordjahr im Kundenkreditgeschäft“, so der Vorstandsvorsitzende. Die Kundenausleihungen stiegen um 534 Millionen Euro auf 7,6 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 7,5 Prozent. Die Entwicklung ist vor allem auf das Firmenkundengeschäft der Sparkasse zurückzuführen. Trotz pandemiebedingter Verunsicherungen, wie Personalmangel etwa in der Gastronomie oder Lieferengpässen, sei die wirtschaftliche Lage im Rems-Murr-Kreis stabil. „Die Unternehmen haben vor allem in den Neubau oder den Erwerb von Immobilien investiert und haben dafür in erster Linie auf Fremdkapital zurückgegriffen. Neben Investitionen in Betriebsimmobilien floss ein erheblicher Teil in Immobilienentwicklungen und klassische Wohnimmobilien“, sagt Ralph Walter.

Niedrige Zinsen trüben das Betriebsergebnis

Immobilien sind auch bei Privatkunden sehr gefragt. Die niedrigen Zinsen sowie die hohe Nachfrage nach Wohneigentum und Grundstücken führten auch im Rems-Murr-Kreis zu weiter steigenden Kaufpreisen. „Das Angebot kommt nach wie vor der Nachfrage nicht hinterher“, sagt Vorstandsmitglied Vincenzo Giuliano. Insgesamt hat das Immobilienteam der Kreissparkasse Waiblingen im vergangenen Jahr 209 Objekte vermittelt und den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 Millionen Euro auf 91,4 Millionen Euro gesteigert. Die hohe Bau- und Kaufbereitschaft zeigte sich auch im Baufinanzierungsgeschäft. Giuliano rechnet damit, dass die Nachfrage nach Immobilien weiterhin hoch bleibt oder sogar steigt.

Für die Bank bleibt das niedrige Zinsniveau eine Herausforderung, dir rückläufigen Zinserträge machen sich im Betriebsergebnis bemerkbar, das 2021 leicht zurückgegangen ist und bei rund 70 Millionen Euro liegt. Nur ein Teil des Rückgangs könne über den Ausbau des Provisionsgeschäfts abgefangen werden, erklärt Walter.

Viele Menschen wollen ihr Geld nachhaltig investieren

Die niedrigen Zinsen verändern auch, wie die Kunden der Kreissparkasse ihr Geld anlegen. So gingen die Kundeneinlagen um zwei Prozent zurück, konkret um 149 Millionen Euro auf 7,2 Milliarden Euro. Dafür steigerte sich der Wertpapierumsatz deutlich, sagte Walter. Dieser wurde gegenüber dem Vorjahr um 12,9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert. „Mit Blick auf das Zinsniveau der letzten Jahre und der aktuellen Inflationsentwicklung ist es ein Fakt, dass die Menschen mit klassischen Anlagen reale Vermögensverluste erleiden. Für einen langfristigen Vermögensaufbau kommt man an Wertpapieren heute nicht mehr vorbei“, sagt Vincenzo Giuliano.

Beraterinnen und Berater würde entsprechend geschult, um einerseits das Risikoprofil eines Kunden individuell zu ermitteln, als auch über neue Produkte informiert zu sein. Sowohl im Anlagebereich als auch bei Immobilien rückt zudem die Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus, Menschen wollten ihr Geld sinnvoll anlegen, etwa in Nachhaltigkeitsfonds und energetisches Bauen und Sanierungen.

Corona-Pandemie beschleunigt den digitalen Wandel

Verändert hat sich auch die Art, wie sich die Kunden zu ihrer Geldanlage beraten lassen. „Die Corona-Pandemie wirkt wie ein Booster für die digitale Transformation“, sagt Giuliano. Digitale Formate seien normal geworden, das reiche von der Anlageberatung per Videocall vom Sofa aus bis zu allen Möglichkeiten des Online-Bankings: „Rund 60.000 Kunden haben ihre Filiale in der Hosentasche.“

Filialschließungen seien derzeit konkret nicht geplant, allerdings beobachte man stetig, wie sich die Kundenströme veränderten und reagiere darauf gegebenenfalls, wenn im Frühjahr die neuesten Zahlen dazu vorlägen.

Digitale Transformation geht 2022 weiter

Die digitale Transformation bleibe auch in diesem Jahr eines der wichtigen Felder, sagt Uwe Burkert, Generalbevollmächtigter der Kreissparkasse Waiblingen. Das biete die Chance, Prozesse schneller zu machen und stelle neue Anforderungen, wie etwa die Risiken der Cyberkriminalität zu senken. Aber auch in der Aus- und Weiterbildung spielt das Thema eine Rolle: So gibt es seit diesem Jahr einen neuen Ausbildungsgang mit dem Schwerpunkteinsatz digitale Beratung. Von den derzeit 1.243 Beschäftigten der Kreissparkasse Waiblingen sind aktuell 95 Auszubildende, Studierende und Trainees. „Die Zahl der Auszubildenden soll wieder steigen“, sagt Burkert. Nachdem die Bank wegen der Corona-Pandemie zuletzt vorsichtig agiert habe, sehe man, dass neue Angebote Interesse generierten und somit wieder mehr Azubis und Studierende eingestellt werden könnten.

Mit Home-Office, Arbeit in rollierenden Systemen und immer mehr Service- und Beratungsangeboten per Videochat war das zweite Corona-Jahr für die Kreissparkasse Waiblingen herausfordernd, aber auch äußerst erfolgreich. Die Bilanzsumme legte um 3,8 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu, fasst Ralph Walter, Vorsitzender des Vorstands, die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2021 bei einer Pressekonferenz zusammen.

„Es war ein Rekordjahr im Kundenkreditgeschäft“, so der

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