Rems-Murr-Kreis

Bis zu 9000 Euro für einen Baumstamm - GPS zeigt an, wo Diebesgut lagert

Wertholzsubmission in Urbach:
Bei der diesjährigen Submission waren vom Kreisforstamt über 500 Festmeter Holz aus den Privat- und Gemeindewäldern im Angebot. © Landratsamt

Förster und Waldbesitzer aus dem ganzen Landkreis haben mit Spannung der gemeinsamen Wertholzsubmission vom Kreisforstamt und dem ForstBW-Betriebsteil Schwäbisch-Fränkischer Wald in Urbach entgegengefiebert. Eine Submission ist ein Verkaufsverfahren, bei dem Holz an einen Meistbietenden veräußert wird. Hierbei gaben die interessierten Kunden bis Anfang März schriftliche Angebote auf die zuvor auf Herz und Nieren untersuchten Stämme ab. Für alle am Holzverkauf Beteiligten sind die Submissionstermine Höhepunkte im Kalender.

Bei der diesjährigen Submission waren vom Kreisforstamt über 500 Festmeter Holz aus den Privat- und Gemeindewäldern im Angebot. Mit 24 verschiedenen Baumarten war ein bunter Strauß der im hiesigen Raum vorkommenden Hölzer vertreten. Mit besonderer Freude stellten die Organisatoren fest, dass vor allem der Privatwald sein Angebot gegenüber dem letzten Jahr nochmals bei gleichbleibender Qualität deutlich erhöht hat.

Zunächst Sorge wegen des vermehrten Schneefalls

Etwas Sorge bereitete den Forstleuten dieses Jahr die Anfuhr des Holzes auf das ehemalige Bundeswehrdepot oberhalb Urbachs. Durch den vermehrten Schneefall war es den Fuhrleuten teilweise über Wochen nicht möglich, die tonnenschweren Stämme aus dem Wald zu fahren.

Das Gesamtergebnis war aber trotzdem über alle Baumarten und vom Kreisforstamt betreuten Waldbesitzenden hinweg gesehen äußerst positiv, zogen doch die Stämme das Interesse von Käufern aus ganz Deutschland, Österreich und Frankreich auf sich. Insgesamt gingen über 1000 Gebote ein.

Spitzenreiter bei den Baumarten war wie im Vorjahr, sowohl in Bezug auf die angebotene Menge als auch beim Erlös, die Eiche. Der Durchschnittserlös von 452 Euro pro Festmeter über alle Baumarten hinweg lag über dem letztjährigen Wert.

Der teuerste Stamm, die sogenannte Braut des Verkaufs, war eine Eiche, die einen Erlös von mehr als 700 Euro pro Festmeter erzielte. Der gesamte Stamm mit fast 12 Festmetern brachte dem stolzen Waldbesitzer somit über 9000 Euro in die Kasse.

Weitere Informationen zum Thema Wald finden sich auf der Internetseite von ForstBW unter www.forstbw.de.

GPS zeigt an, wo Diebesgut gelagert ist

Spätestens seit dem starken Anstieg der Energiepreise ist eine Zunahme des Holzdiebstahls zu verzeichnen. Dabei handelt es sich nicht um bloße Kavaliersdelikte für den Eigenbedarf, sondern um Raub von Brennholz in großem Stil. Das Holz wird mit ganzen Lkw-Ladungen aus den Wäldern zum weiteren Verkauf von den Dieben abtransportiert. Berücksichtigt man die hohe Dunkelziffer, entsteht ForstBW dadurch ein jährlicher Schaden von einer Summe in sechsstelliger Höhe.

Um das öffentliche Eigentum besser zu schützen, setzt ForstBW auch künftig auf den Einsatz modernster Technik. Mit der Methode konnten bereits zahlreiche Holzdiebstähle aufgeklärt werden.

Die Forstleute bauen dabei den sogenannten Forst-Tracker in die im Wald lagernden Stämme ein. Dank seiner kompakten Größe lässt sich der Tracker auch in schmalen Holzstücken unauffällig anbringen. Sobald ein Fuhrmann das Holz bewegt und auf einen Lkw lädt, sendet der Tracker eine Warn-SMS an die Revierleitung. Mit Hilfe der GPS-Signale können die Försterinnen und Förster danach am Rechner genau verfolgen, ob ein Stamm den geplanten Weg ins Sägewerk nimmt oder illegal abtransportiert wird. Im Falle eines Diebstahls wird das gestohlene Holz geortet und der Dieb überführt.

Hintergrundinformationen

Die Anstalt öffentlichen Rechts Forst Baden-Württemberg (ForstBW) arbeitet seit dem 01.01.2020 als eigenständiges Unternehmen. ForstBW trägt die Verantwortung für die Bewirtschaftung von über 324 000 ha Staatswald - das entspricht einem Viertel der Waldfläche Baden-Württembergs- und ist damit der größte Forstbetrieb des Landes.

ForstBW setzt sich zum Ziel, ökologisch vorbildlich, sozial ausgewogen und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten: „Im Sinne des Waldes und der Menschen bildet das Prinzip der Nachhaltigkeit die Grundlage unserer Tätigkeit. Dazu tragen landesweit ca. 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei“, so ForstBW. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes durch den Landesbetrieb ForstBW ist FSC®- und PEFC™-zertifiziert. Seit dem 1. Oktober 2020 trägt ForstBW zudem das Gemeinwohl-Ökonomie-Zertifikat.

Förster und Waldbesitzer aus dem ganzen Landkreis haben mit Spannung der gemeinsamen Wertholzsubmission vom Kreisforstamt und dem ForstBW-Betriebsteil Schwäbisch-Fränkischer Wald in Urbach entgegengefiebert. Eine Submission ist ein Verkaufsverfahren, bei dem Holz an einen Meistbietenden veräußert wird. Hierbei gaben die interessierten Kunden bis Anfang März schriftliche Angebote auf die zuvor auf Herz und Nieren untersuchten Stämme ab. Für alle am Holzverkauf Beteiligten sind die

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