Rems-Murr-Kreis

Bus-Streik im Rems-Murr-Kreis eskaliert: Auch Schulbusse betroffen

Busstreik Schorndorf Bahnhof
Auch an den Haltestellen-Displays wird angekündigt, wenn eine Abfahrt ausfällt - das Archivbild stammt vom Streik 2019. © Gabriel Habermann

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Verband der Baden-Württembergischen Busunternehmer (WBO) ist eskaliert. Die Arbeitgeber haben die Tarifverhandlungen komplett abgebrochen, noch nicht einmal Termine für weitere Gespräche wurden vereinbart. Die Gewerkschaft Verdi hat daraufhin den bereits am Dienstag angekündigten Streik bei OVR (Omnibusverkehr Ruoff) deutlich ausgeweitet und die Fahrer von sämtlichen privaten Busunternehmen im gesamten Rems-Murr-Kreis zu einem ganztägigen Streik „von Dienstbeginn bis Dienstschluss“ aufgerufen. Konsequenz: Die Busse bleiben im Depot, auch der Schülerverkehr ist davon betroffen.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Suzana Tedesco ist schockiert: „Bei den Tarifverhandlungen am vergangenen Samstag haben die Arbeitgeber die Gewerkschaftsforderungen als Zumutung empfunden. Sie sind aufgestanden und haben den Verhandlungssaal wortlos verlassen. Nach einiger Zeit hat ein Kollege nachgefragt, ob sie irgendwann an den Verhandlungstisch zurückkommen. Das wurde abgelehnt, ebenso die Vereinbarung von weiteren Verhandlungsterminen.

Omnibusunternehmer: Schichtzeit-Durchbezahlung wäre „Aus“ für viele Unternehmen

Die Omnibusunternehmer stellen das in einer Pressemitteilung so dar: „Verdi erhebt absurde Forderungen zur bezahlten Schichtzeit. Verdi verhindert eine Einigung in der laufenden Tarifauseinandersetzung über den Manteltarifvertrag. Die Tarifkommission des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) ist angesichts dieser Entwicklung fassungslos.“„Verdi fordert eine quasi Durchbezahlung der Schichtzeit, ein solcher Abschluss würde das Aus für viele mittelständische Unternehmen bedeuten“, schlussfolgert WBO-Verhandlungsführer Horst Windeisen. „Das treibt viele WBO-Mitgliedsbetriebe in den Ruin!“ In der Manteltarifrunde gehe es um die Weiterentwicklung des Arbeitsrahmens für das private Omnibusgewerbe. Betroffen seien mehr als 400 mittelständische Busunternehmen in Baden-Württemberg mit mehr als 9000 Fahrern.

„Es ist bedauerlich, dass die Gewerkschaft hier so unrealistische Forderungen in den Raum stellt. Die Arbeitgeber sind zu einer Annäherung bereit gewesen – Verdi hat das aber durch absolut absurde Forderungen konterkariert“, resümiert die stellvertretende WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg, „so ergeben weitere Gespräche keinen Sinn“.

Verdi: Busfahrer sollen ihren Firmen einen großen Teil ihrer Lebenszeit schenken, damit die Unternehmer Gewinne machen!

Verdi-Gewerkschafterin Tedesco ist wütend. Konkret gehe es um die Pausenzeiten, die Busfahrer vom Arbeitgeber verordnet bekommen. So könne es zum Beispiel sein, dass ein Busfahrer morgens den Schülerverkehr abwickele, dann mit dem Bus manchmal stundenlang warten müsse, bis die Schüler wieder nach Hause wollen. Verdi verlangt, dass diese angeordneten Pausen vom Arbeitgeber auch als Arbeitszeit zu bezahlen seien. Tedesco drückt es so aus: „Die Busfahrer sollen ihren Firmen einen großen Teil ihrer Lebenszeit schenken, damit die Unternehmer Gewinne machen!“

Verdi wird den Streiktag nutzen, um eine Urabstimmung unter den Fahrern zu organisieren

Sollten die Fahrer dafür stimmen, könnte es einen unbefristeten Streik geben, bei dem die Streiks auch nicht mehr - wie bisher - 48 Stunden vorab angekündigt werden.

Tedesco: „Wir haben das nicht gewollt. Aber was sollen Arbeitnehmer denn tun, wenn die Arbeitgeber nicht mehr verhandeln wollen?“ Sie verstehe natürlich die Verärgerung der Fahrgäste, auch der Schüler, Lehrer und Eltern. Wenn sie mit den Betroffenen spreche, versuche sie Folgendes klarzumachen: „Die Busunternehmer nehmen keine Rücksicht auf die Fahrer und auch nicht auf ihre Fahrgäste.“

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Verband der Baden-Württembergischen Busunternehmer (WBO) ist eskaliert. Die Arbeitgeber haben die Tarifverhandlungen komplett abgebrochen, noch nicht einmal Termine für weitere Gespräche wurden vereinbart. Die Gewerkschaft Verdi hat daraufhin den bereits am Dienstag angekündigten Streik bei OVR (Omnibusverkehr Ruoff) deutlich ausgeweitet und die Fahrer von sämtlichen privaten Busunternehmen im gesamten Rems-Murr-Kreis zu einem

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