Rems-Murr-Kreis

Busunternehmer Dannenmann aus Weinstadt schenkt Busfahrt an die Kriegsgrenze

Dannenmann Bus für Ukrainefahrt
Das Schild im Fenster des Reisebusses zeigte den Geflüchteten das Ziel an. © Privat

Der Preis für einen Liter Diesel? An der Tankstelle sehr deutlich über zwei Euro. Trotzdem: Einen großen Bus, die Tankfüllung für gute 2600 Kilometer, zwei Busfahrer und Hotelübernachtungen für alle, die aus dem Rems-Murr-Kreis an die Kriegsgrenze und wieder zurückfuhren – das alles stellte der Beutelsbacher Busunternehmer Markus Dannenmann zur Verfügung. So konnten die Helfer der Schwaikheim-Ukraine-Gruppe ihre Hilfsgüter im Aufnahmelager in Korczowa Dolina abgeben und auf dem Rückweg Menschen mitnehmen.

Das Busunternehmen Omnibus Dannenmann steuerte für die Schwaikheimer Hilfsaktion einen großen Omnibus und die beiden Fahrer bei und spendete die Fahrt- und Hotelkosten, erzählt Markus Dannenmann, der Geschäftsführer des Unternehmens. „Es hat sehr gut geklappt“, sagt er. „Wir haben den Bus bereitgestellt – und den Diesel. Bei den Spritkosten werden wir bei 1500 Euro liegen“. Er kann trotzdem noch lachen.

Dass es nicht billig wird, war Dannenmann klar: Er war am Donnerstag, dem Tag, an dem die Fahrt begann, auf einer Tagung, auf der die weiter steigenden Kraftstoffpreise und deren Folgen für Busunternehmen Thema waren. Die Aufwandskosten für das Unternehmen lagen insgesamt bei „gut 3000 Euro“; die Dieselpreise stiegen weiter. „Aber das war mir in dem Moment egal“, sagt Dannenmann. Er denkt: „Frau Messmer leitet eine tolle private Hilfsorganisation.“

Die Fahrer wollten ehrenamtlich los

Die beiden Fahrer hatten angeboten, ehrenamtlich zu arbeiten, was Dannenmann aber abgelehnt hat. Einer der Fahrer war Krystof Krol. Krol ist selbst aus Polen, spricht Polnisch und Russisch. Das habe es sehr viel einfacher gemacht. Die Planung dieser Aktion sei sehr schwierig gewesen, weil viele Umstände wie Stau nicht vorhersehbar waren und der genaue Zielort erst wenige Tage vor Ankunft genannt werden konnte. „Die Planung ging fast gar nicht“, meint Krol. Dennoch sei die Fahrt „sehr gut organisiert“ gewesen. „Für uns Fahrer war es einfach“, sagt er. „Die Leute waren alle sehr freundlich“. Die Stimmung war „sehr ruhig“ auf der Rückfahrt. „Wir Fahrer haben uns alle zwei Stunden abgewechselt“, erzählt er. So wurden die Ruhepausen eingehalten. „Am Donnerstag sind wir um 5 Uhr früh losgefahren und am Samstag um halb fünf morgens zurückgekommen.“ Er habe, erzählt er, im Hotel auch Leute von humanitären Organisationen kennengelernt. Er habe mit vielen der Helfer und Geflüchteten an der Grenze gesprochen. Dabei sei klargeworden: „Die meisten Leute wollen in Polen bleiben, weil sie wieder heim wollen“. Und zwar so schnell wie möglich. Auch viele der Geflüchteten, die im Bus nach Schwaikheim saßen, planten, so bald es geht, wieder in ihre Heimat zurückzukehren, erzählt er. „80 Prozent wollen wieder zurück“, schätzt Krol. Die Geflüchteten wollten ihre Heimat nicht verlassen.

Der Preis für einen Liter Diesel? An der Tankstelle sehr deutlich über zwei Euro. Trotzdem: Einen großen Bus, die Tankfüllung für gute 2600 Kilometer, zwei Busfahrer und Hotelübernachtungen für alle, die aus dem Rems-Murr-Kreis an die Kriegsgrenze und wieder zurückfuhren – das alles stellte der Beutelsbacher Busunternehmer Markus Dannenmann zur Verfügung. So konnten die Helfer der Schwaikheim-Ukraine-Gruppe ihre Hilfsgüter im Aufnahmelager in Korczowa Dolina abgeben und auf dem Rückweg

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