Rems-Murr-Kreis

Chaos in den Innenstädten am Montag (14.12.)? So läuft der vorletzte Einkaufstag vor dem harten Corona-Lockdown

Einkaufstag Montag Post Winnenden
Vor der Postagentur in der Winnender Marktstraße baute sich am Montag (14.12.) die längste Warteschlange auf, die je vor dieser Agentur gesehen wurde. © Alexandra Palmizi

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder am Sonntag (13.12.) auf einen harten Lockdown geeinigt. In ganz Deutschland wird das öffentliche und private Leben ab Mittwoch, 16. Dezember drastisch heruntergefahren. Unter anderem muss der Einzelhandel vorerst bis zum 10. Januar schließen. Geöffnet bleiben dürfen nur Geschäfte für den täglichen Bedarf. Führt diese Einschränkung in den kommenden beiden Tagen zu einem Einkaufsboom? Wir haben uns am Montag (14.12.) in Innenstädten im Rems-Murr-Kreis umgesehen.

Fußgängerzone in Winnenden stark belebt

Kunden wie Händler wurden überrascht vom angekündigten Lockdown und beide Seiten sind froh, dass sie jetzt noch die beiden letzten großen Einkaufstage für Bekleidung, Schuhe und für den Friseur haben. Die Winnender Fußgängerzone war am Montagmorgen stark belebt. Vor der Postagentur baute sich die längste Warteschlange auf, die je vor dieser Agentur gesehen wurde. Bis zur Metzgerei Kühnle standen die Leute mit Paketen.

In den Geschäften selbst ging es zügig und lebendig zu. Kunden kamen, Kunden gingen. Manchmal war ein kleines Geschäft wie der Gartenmarkt Hirneise schon mit zwei Kunden gefüllt und man kriegte einen Zuruf des Inhabers: "‘S isch voll, kommetse später.“ Friseur Kroiss an der Schorndorfer Straße hat den Salon locker besetzt mit Kunden, so dass noch Abstand gehalten werden kann. Er hatte durch Zufall am Freitag erfahren, dass Friseure doch noch zwei Tage in dieser Woche offenhalten dürfen und rief deshalb jene Stammkunden an, die in den nächsten Tagen einen Termin hatten. In der Damenmode- Boutique Domenica lief der Verkauf am Montag gut. „Wir spüren, dass die Kunden uns an diesen letzten zwei Tagen unterstützen wollen“, sagt Inhaberin Melanie Müller.

Bislang kein großes Getümmel in Waiblingen

Für einen Montag ist es kein schlechter Einkaufstag, aber: Auch am vorletzten Tag vor Schließung der meisten Geschäfte in der Waiblinger Innenstadt ist das ganz große Getümmel bislang ausgeblieben. Großeltern suchen bei Spielwaren Wiedmann nach Weihnachtsgeschenken für die Enkel und bei Villinger-Zeller kauft sich noch einen Bräter, wer sich in Sachen Weihnachtsgans seit Jahren immer auf Omas Kochkünste verlassen konnte.

Von Torschlusspanik ist dennoch wenig zu sehen. „Die Leute haben ja geahnt, dass so etwas kommt“, meint Inhaber Max Pfund. Bei Männermoden Reichle stapeln sich Jeans und warme Pullover auf den Tischen und Regalen. „Die letzten zehn Tage vor Weihnachten sind immer die stärksten des gesamten Jahres“, erzählt Patrick Reichle. Ausgerechnet diese Hochphase entfällt jetzt. Es gibt die Einzelhändler, die den Lockdown mit einer Mischung aus Gelassenheit und Einsicht ins Unvermeidbare hinnehmen. Es gibt aber auch welche, die sich gegenüber Online-Konkurrenz und Großsortimentern benachteiligt sehen.

Kaufhaus Bantel in Schorndorf wäre für Ansturm vorbereitet

In Schorndorf ist der Aufruf von Kanzleramtsminister Helge Braun, die Tage vor dem Lockdown nicht für ausgiebige Weihnachtseinkäufe zu nutzenm, offenbar gehört worden. Überraschend ruhig läuft es an diesem Montag in den Geschäften, obwohl am Mittwoch der Einzelhandel für dieses Jahr seine Türen schließt. Von Shoppingstress oder Weihnachtshektik, dem Showdown oder gar Endzeitstimmung ist auf den Straßen und in den Läden in der Altstadt nichts zu spüren. Haben sich die Menschen schon in den frühen Corona-Weihnachtsurlaub verabschiedet?

Im Kaufhaus Bantel wäre man für den Ansturm der Kunden zumindest vorbereitet. Schon am Sonntag – der Lockdown war gerade erst verkündet – war der Ablauf der beiden letzten Tage des so wichtigen Weihnachtsgeschäfts organisiert worden. Die Öffnungszeiten wurden erweitert (9 Uhr bis 19.30 Uhr), die Mitarbeiter angewiesen, am Montag früh zu kommen, um die Waren aufzubauen. „Außerdem haben wir in der Spielwarenabteilung die Spielwaren umverteilt und die Gänge verbreitert“, sagt Geschäftsführerin Christina Bantel-Wild. Die Idee war, Platz zu schaffen, damit die Abstände auch im verkürzten Weihnachtsgeschäft eingehalten werden können. Doch die wilde Jagd nach den Weihnachtsgeschenken bleibt aus.

Ähnlich sieht es auch in anderen Geschäften in der Altstadt aus. Lediglich in der Buchhandlung Osiander bilden sich Schlangen von Kunden, die schnell einen Krimi oder einen Geschenk-Gutschein besorgen wollen.

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder am Sonntag (13.12.) auf einen harten Lockdown geeinigt. In ganz Deutschland wird das öffentliche und private Leben ab Mittwoch, 16. Dezember drastisch heruntergefahren. Unter anderem muss der Einzelhandel vorerst bis zum 10. Januar schließen. Geöffnet bleiben dürfen nur Geschäfte für den täglichen Bedarf. Führt diese Einschränkung in den kommenden beiden Tagen zu einem Einkaufsboom? Wir haben uns am Montag (14.12.) in Innenstädten

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