Rems-Murr-Kreis

Corona: Bundesweit steigt die Zahl der Neuansteckungen – der Rems-Murr-Kreis aber trotzt dem Trend

Abstrich
Abstrich: Ein Corona-Test. © Benjamin Büttner

Die Frage, ob die zweite Welle kommt, stellt sich in vielen Ländern Europas gar nicht mehr – die zweite Welle ist zum Beispiel in Großbritannien oder Frankreich längst da und droht heftiger zu werden als die erste. Deutschland indes gehört zu den Gegenden, wo die Infektionszahlen eher langsam steigen; und der Rems-Murr-Kreis hat sich von der Entwicklung gar entkoppelt: Seit Ende August geht es ansteckungsmäßig erfreulicherweise tendenziell bergab!

Für die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gibt es einen Fachbegriff: Sieben-Tages-Inzidenz. Liegt sie bei 50 oder darüber, herrscht Alarmstufe Rot.

Zur Einordnung der Lage ein paar Vergleiche.

  • Bundesweit lag laut Robert-Koch-Institut die Sieben-Tages-Inzidenz Anfang September unter 10, Ende September bei 14,0. Aktuell: 16,8. Der Deutschland-Trend weist also klar, wenn auch nicht sonderlich steil nach oben.
  • Baden-Württemberg: Hier lag die Sieben-Tages-Inzidenz Anfang September bei 13,2, Ende September bei 13,7. Aktuell: 15,9. Die Kurve verläuft also flacher als die für ganz Deutschland.
  • Bayern: Im seit Beginn der Corona-Krise am stärksten betroffenen Bundesland zeichnet sich gar Stagnation ab. Anfang September: 14,5. Ende September: 16,3. Aktuell: immer noch 16,3.

Deutlich besorgniserregender sieht es in anderen Gegenden aus:

  • Berlin: Anfang September war die Bundeshauptstadt noch vergleichbar mit Baden-Württemberg und Bayern – 13,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Ende September war die Sieben-Tages-Inzidenz bereits auf 28,1 geschnellt. Aktuell: 37,9.
  • Ebenfalls hohe Werte gibt es in Bremen (36,5), Hamburg (24,2) und Nordrhein-Westfalen (22,2), während alle östlichen Bundesländer klar unter 10 liegen.

Grobe Faustregel: Die Zahlen steigen zwar tendenziell allerorten in Deutschland, aber nicht überall steil – und in manchen Gegenden überhaupt nicht. Zu den Ausreißern nach unten gehört der Rems-Murr-Kreis:

  • An Rems und Murr gab es nach einem ruhigen Sommer in der Woche vom 24. bis zum 30. August einen Höchststand mit 103 Neuinfektionen bei 426 000 Einwohnern. Heruntergerechnet auf 100 000 Einwohner ergab das eine Sieben-Tages-Inzidenz von 24,2. Der Wert lag damals deutlich über dem Landes- und weit über dem Bundesschnitt.
  • Diese Marke wurde seither aber nie wieder erreicht. In der Woche vom 31. August bis zum 6. September lag die Sieben-Tages-Inzidenz bei 21,4, in der Woche vom 7. bis zum 13. September bei 15,2, in der Woche vom 14. bis zum 20. September wieder bei 21,4 und in der Woche vom 21. bis zum 27. September bei 13,2.
  • In der Woche vom 28. September bis zum 4. Oktober kamen 57 Neuinfektionen hinzu. Die Sieben-Tages-Inzidenz lag damit bei 13,4 – und damit sowohl unterm Bundesschnitt von 16,8 als auch unterm Landesschnitt von 15,9.

Wie lässt sich das erklären? Darauf können wir nur eine journalistisch höchst unbefriedigende Antwort geben: Wir wissen es nicht. Ist an Rems und Murr die Masken-Disziplin noch vergleichsweise intakt? Arbeitet das Gesundheitsamt mit Hilfe kommunaler Kräfte bei der Nachverfolgung und Durchtrennung von Infektionsketten besonders effektiv? Das sind nur mehr oder weniger plausible Spekulationen.

Corona-Infektionen in den Rems-Murr-Kommunen: Der Überblick

Am Montag, 5. Oktober, meldete das Landratsamt sieben neue Infektionen. Aktuell offiziell als infiziert diagnostiziert und deshalb in Quarantäne sind in Waiblingen elf Personen, in Fellbach, in Korb und in Remshalden jeweils sechs Personen, in Winnenden fünf Personen, in Schorndorf und in Weinstadt jeweils vier Personen und in allen anderen Rems-Murr-Kommunen jeweils null bis drei Personen.

Die Frage, ob die zweite Welle kommt, stellt sich in vielen Ländern Europas gar nicht mehr – die zweite Welle ist zum Beispiel in Großbritannien oder Frankreich längst da und droht heftiger zu werden als die erste. Deutschland indes gehört zu den Gegenden, wo die Infektionszahlen eher langsam steigen; und der Rems-Murr-Kreis hat sich von der Entwicklung gar entkoppelt: Seit Ende August geht es ansteckungsmäßig erfreulicherweise tendenziell bergab!

Für die Zahl der Neuinfektionen pro

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