Rems-Murr-Kreis

Corona im Rems-Murr-Kreis: Alle 31 Städte und Gemeinden im Inzidenz-Vergleich

Althütte
Momentan stark belastet: Das beschauliche Althütte. © Gabriel Habermann

Im Rems-Murr-Kreis beträgt die Inzidenz (Stand 12. Mai) 150. Was diese Zahl aber verbirgt: In den einzelnen Kommunen des Landkreises ist die Situation extrem unterschiedlich. Manche Orte liegen schon unter 100! Und manche bei fast 300. Althütte und Alfdorf sind derzeit Hotspots. Auch sonst offenbart der tabellarische Vergleich aller 31 Rems-Murr-Kommunen Erstaunliches.

Corona Rems-Murr - die Vogelperspektive: Inzidenz, kreisweit betrachtet

Zunächst die Überblicksperspektive: Die für Schulöffnungen relevante Marke von 165 ist im Rems-Murr-Kreis seit Freitag, 7. Mai, durchgängig stabil unterschritten, ab Montag gibt es deshalb Wechsel- statt Fernunterricht – und die für Ladenöffnungen und Ausgangssperre entscheidende 100er-Schwelle ist auch nicht mehr weltenfern.

Bei näherem Hinsehen aber offenbart sich: In manchen der 31 Kommunen des Rems-Murr-Kreises ist die Lage noch äußerst angespannt, während in anderen Gemeinden nur recht wenige Infektionen zu verzeichnen sind.

Das eingebürgerte Vergleichsmaß in der Corona-Krise, die sogenannte Inzidenz, benennt die Zahl der Neu-Infektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner und wird normalerweise pro Landkreis angegeben.

Das Landratsamt weist deshalb auch nicht gesondert die Inzidenz für jede einzelne Stadt und jedes Dorf im Rems-Murr-Kreis aus. Aber wir können uns, um die Inzidenz ortsgenau zu ermitteln, mit einer einigermaßen präzisen Rechen-Operation behelfen.

Corona Rems-Murr - die Nahaufnahme: Inzidenz, ortsgenau betrachtet

Wir nutzen dazu die Daten, die das Landratsamt täglich vorlegt: Die Behörde gibt für jede Gemeinde die Zahl derjenigen Menschen an, die sich momentan wegen einer akuten Infektion in Isolation befinden. Wenn wir von einer Quarantäne-Zeit von maximal 14 Tagen ausgehen, handelt es sich hier also um all diejenigen Personen, die sich innerhalb der vergangenen 14 Tage angesteckt haben.

Wenn wir diesen Wert nun auf die einheitliche Bezugsgröße „pro 100.000 Einwohner“ hochrechnen, erhalten wir sozusagen die „14-Tages-Inzidenz“.

Um nun die „richtige“ Inzidenz zu ermitteln (also die auf den Zeitraum von sieben Tagen bezogene), teilen wir den 14-Tage-Wert hilfsweise durch 2.

Klingt kompliziert? Es wird verständlicher, wenn wir ein ganz einfaches Rechenbeispiel konstruieren.

Stellen wir uns vor, in einer Gemeinde mit 10.000 Einwohnern seien 20 Leute in infektionsbedingter Isolation – die 14-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt dann 200. Die „richtige Inzidenz“ hingegen liegt bei 100.

Bitte beachten: Es gibt eine Unschärfe in der Inzidenz-Rechnung

Wir wissen allerdings nicht, ob in beiden Wochen genau gleich viele Infektionen gemeldet wurden. Vermutlich nicht. Da die Inzidenz derzeit sinkt, ist tendenziell davon auszugehen, dass es in der länger zurückliegenden Woche mehr Infektionen gab und in der aktuellen Woche – die für die Sieben-Tages-Inzidenz maßgeblich ist – weniger.

Sprich: Die Inzidenz in unserem fiktiven Beispielfall liegt vermutlich eher unter dem errechneten Wert 100.

Bemühen wir, um diesen Mechanismus zu veranschaulichen, ein Beispiel aus der Realität: In Alfdorf gibt es aktuell 40 Isolierte bei 7100 Einwohnern. Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner wären das gerundet 563 binnen 14 Tagen. Geteilt durch 2: Inzidenz 282 (ebenfalls gerundet).

Das ist heftig. Hier sind offensichtlich noch die Nachwirkungen des Ausbruchs bei der ZF zu bemerken. Da der aber längst wieder am Abklingen ist, dürfte de facto für die vergangenen sieben Tagen von einer geringeren Inzidenz auszugehen sein, während sie in der Woche davor wohl höher lag.

Corona-Rems-Murr: Die Inzidenz-Tabelle

Die folgende Tabelle hat also einen leicht rechenspielerischen Touch – einen ungefähren Eindruck davon, welche Kommunen wie stark belastet sind, vermag sie aber durchaus zu vermitteln. Die per hilfsweiser Rechnung ermittelte Inzidenz beträgt in ...

  • Kaisersbach: 20
  • Allmersbach: 52
  • Weissach: 81
  • Winterbach: 84
  • Remshalden: 93
  • Weinstadt: 94
  • Spiegelberg: 95
  • Leutenbach: 100
  • Plüderhausen: 100
  • Berglen: 102
  • Großerlach: 104
  • Korb: 106
  • Burgstetten: 108
  • Fellbach: 115
  • Oppenweiler: 116
  • Waiblingen: 119
  • Schwaikheim: 121
  • Welzheim: 125
  • Rudersberg: 140
  • Aspach: 140
  • Kirchberg: 141
  • Schorndorf: 146
  • Auenwald: 147
  • Sulzbach: 160
  • Urbach: 169
  • Kernen: 172
  • Winnenden: 194
  • Backnang: 209
  • Murrhardt: 229
  • Alfdorf: 282
  • Althütte: 298

Im Rems-Murr-Kreis beträgt die Inzidenz (Stand 12. Mai) 150. Was diese Zahl aber verbirgt: In den einzelnen Kommunen des Landkreises ist die Situation extrem unterschiedlich. Manche Orte liegen schon unter 100! Und manche bei fast 300. Althütte und Alfdorf sind derzeit Hotspots. Auch sonst offenbart der tabellarische Vergleich aller 31 Rems-Murr-Kommunen Erstaunliches.

Corona Rems-Murr - die Vogelperspektive: Inzidenz, kreisweit betrachtet

Zunächst die Überblicksperspektive:

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