Rems-Murr-Kreis

Corona im Rems-Murr-Kreis: Die Lage verschärft sich wieder - und ein Hotspot schlechthin schält sich heraus

Warnapp
Es ist zum Verzweifeln: Der Teil-Lockdown-Effekt scheint zu verpuffen, im Rems-Murr-Kreis steigen die Infektionszahlen wieder. © Joachim Mogck

Es ist bitter, es macht ratlos: Trotz Teil-Lockdowns spitzt sich die Lage im Rems-Murr-Kreis wieder heftig zu. Und seit dem 3. März bis heute gibt es im Landkreis eine Hotspot-Gegend, in der die Gefahr, sich anzustecken, viel höher ist als andernorts ...

Um ermessen zu können, wie ernüchternd die derzeitigen Zahlen sind, werfen wir einen Blick in die jüngere Vergangenheit:

  • Am 5. Oktober lag die Inzidenz (Zahl der Neu-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) im Rems-Murr-Kreis bei 13. Corona war kaum mehr wahrnehmbar.
  • Dann nahm die zweite Welle Fahrt auf – am 2. November lag die Inzidenz bei 144, die Zahl der Neu-Infektionen pro Woche hatte sich mehr als verzehnfacht.
  • An eben jenem 2. November trat der Teil-Lockdown in Kraft. Die Hoffnung: Zwar werde es einige Tage dauern, bis die Maßnahme ihre Bremskraft entfalte – aber ab Mitte November sollte sie wirken.
  • Tatsächlich stieg die Inzidenz zunächst weiter bis zum Rekordwert 191 am 12. November, dann aber sank sie wie erhofft; auf 148 am 1. Dezember. Trendwende geschafft?
  • Leider nein. Denn seither geht die Inzidenz wieder nach oben. Deprimierend: Für Samstag, 5. Dezember, hat das Landratsamt erneut einen Wert von 191 gemeldet.
  • Rechenweg: Man muss 130 gemeldete Neu-Infektionen (vom 5. 12.), 166 (vom 4.), 213 (vom 3.), 143 (vom 2.), 82 (vom 1.), 49 (vom 30. 11.), 32 (vom 29.) addieren und dann durch 4,26 teilen, damit sich für den 426 000 Einwohner zählenden Rems-Murr-Kreis ein Wert pro 100 000 ergibt).
  • Für den 6. Dezember gab das Landratsamt am Sonntagabend dann 22 Neu-Infektionen an. Das senkt die Inzidenz geringfügig auf 189 (da der 29. November mit 32 Fällen aus der Rechnung fällt) – aber da für Wochenenden traditionell noch nachträglich mit weiteren Meldungen zu rechnen ist, wird de facto die Inzidenz eher über die 191 hinaus steigen.

Die Zahl der Todesfälle ist mittlerweile auf 128 gestiegen: 99 Menschen sind während und nach der ersten Welle verstorben, 29 seit Beginn der zweiten. Dazu sind derzeit 20 Infizierte so schwer erkrankt, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Ein Blick auf die Hotspots im Kreis offenbart derweil Verblüffendes. Beginnen wir mit dem weniger aussagekräftigen Datensatz – der absoluten Zahl der Infektionen seit Pandemie-Beginn pro Gemeinde. Logischerweise gab es in großen Orten mehr Ansteckungen als in kleinen (dem folgenden liegt der Datenstand 6. Dezember vormittags zugrunde).

  1. Waiblingen: 1196 Infektionen
  2. Fellbach: 917 Infektionen
  3. Schorndorf: 724 Infektionen
  4. Backnang: 652 Infektionen
  5. Winnenden: 511 Infektionen
  6. Weinstadt: 442 Infektionen
  7. Kernen: 342 Infektionen
  8. Remshalden: 227 Infektionen
  9. Leutenbach: 209 Infektionen    
  10. Korb: 203 Infektionen  

  11. Schwaikheim: 188 Infektionen
  12. Murrhardt: 183 Infektionen      
  13. Welzheim: 166 Infektionen       
  14. Rudersberg: 163 Infektionen
  15. Plüderhausen: 144 Infektionen
  16. Weissach: 144 Infektionen        
  17. Winterbach: 136 Infektionen
  18. Urbach: 116 Infektionen             
  19. Aspach: 113 Infektionen             
  20. Alfdorf: 82 Infektionen

  21. Berglen: 73 Infektionen
  22. Sulzbach: 73 Infektionen            
  23. Allmersbach: 70 Infektionen
  24. Kirchberg: 61 Infektionen           
  25. Auenwald: 53 Infektionen          
  26. Althütte: 52 Infektionen             
  27. Oppenweiler: 52 Infektionen    
  28. Burgstetten: 50 Infektionen
  29. Großerlach: 34 Infektionen
  30. Kaisersbach: 25 Infektionen
       
  31. Spiegelberg: 23 Infektionen

Bis hierhin ist das wenig überraschend. Bemerkenswert wird es aber, wenn man die Infektionszahl zur Einwohnerzahl in Beziehung setzt. Bei der prozentualen Infektionsquote vom 3. März bis heute sieht es nämlich sehr deutlich anders aus:

  1. Kernen: 2,22 Prozent
  2. Waiblingen: 2,16 Prozent
  3. Fellbach: 2,01 Prozent
  4. Schwaikheim: 1,98 Prozent
  5. Weissach: 1,95 Prozent
  6. Korb: 1,88 Prozent
  7. Schorndorf: 1,83 Prozent
  8. Leutenbach: 1,82 Prozent
  9. Winnenden: 1,81 Prozent
  10. Winterbach: 1,77 Prozent

  11. Backnang: 1,75 Prozent
  12. Weinstadt: 1,64 Prozent
  13. Remshalden: 1,62 Prozent
  14. Kirchberg: 1,56 Prozent
  15. Plüderhausen: 1,52 Prozent
  16. Welzheim: 1,48 Prozent
  17. Allmersbach: 1,46 Prozent
  18. Rudersberg: 1,43 Prozent
  19. Großerlach: 1,42 Prozent
  20. Aspach: 1,38 Prozent

  21. Sulzbach: 1,38 Prozent
  22. Burgstetten: 1,35 Prozent
  23. Murrhardt: 1,31 Prozent
  24. Urbach: 1,30 Prozent
  25. Althütte: 1,24 Prozent
  26. Oppenweiler: 1,21 Prozent
  27. Alfdorf: 1,16 Prozent
  28. Berglen: 1,14 Prozent
  29. Spiegelberg: 1,10 Prozent
  30. Kaisersbach: 1,00 Prozent

  31. Auenwald: 0,78 Prozent

    Das Risiko, sich anzustecken, war bislang in Kernen also fast dreimal so hoch wie in Auenwald. Die Hotspot-Region schlechthin ist das Dreieck Fellbach-Kernen-Waiblingen.

    Es ist bitter, es macht ratlos: Trotz Teil-Lockdowns spitzt sich die Lage im Rems-Murr-Kreis wieder heftig zu. Und seit dem 3. März bis heute gibt es im Landkreis eine Hotspot-Gegend, in der die Gefahr, sich anzustecken, viel höher ist als andernorts ...

    Um ermessen zu können, wie ernüchternd die derzeitigen Zahlen sind, werfen wir einen Blick in die jüngere Vergangenheit:

    Am 5. Oktober lag die Inzidenz (Zahl der Neu-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb
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