Rems-Murr-Kreis

Corona im Rems-Murr-Kreis: So kommen Sie an Ihren Booster - Infos und Termine

Symbolbild
Die Zeit drängt: Um die vierte Corona-Welle zu brechen, müssen jetzt viele Menschen zum Impfen gehen. © ALEXANDRA PALMIZI

Um die Vorgabe umzusetzen, die Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht hat, damit die vierte Corona-Welle bricht, müssten im Rems-Murr-Kreis bis Jahresende 135.000 Corona-Auffrischungsimpfungen gespritzt werden. Das ist eine Hammer-Zahl. Können wir das schaffen? Und wie kommt der Mensch an seinen Booster?

27 Millionen Corona-Auffrischungsimpfungen, die sogenannten Booster, wünscht sich Angela Merkel für die 83,1 Millionen Menschen in Deutschland bis Jahresende. Setzt man die Zahlen für den Rems-Murr-Kreis ins Verhältnis, müssten hier 135.000 Menschen bis Jahresende geboostert werden. Hinzu kommen all die Menschen, die sich bislang noch gar nicht haben impfen lassen und die sich idealerweise jetzt auch mit dem Schutz gegen Corona versorgen sollten. Knapp 181.000 Menschen im Kreis haben wenigstens eine Impfung – da muss noch deutlich Luft nach oben sein, selbst wenn jene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, oder weil sie noch zu jung sind, nicht mitgezählt werden. Eine genaue Zahl, wie viele ab sofort mit Impfstoff versorgt werden müssten, gibt es allerdings nicht. Gehen wir davon aus, dass sie erschreckend hoch ist.

Wer soll all die notwendigen Spritzen setzen?

Wo sollen all die Impfungen herkommen? Wer soll all die Spritzen setzen? Die Hausärzte können nicht noch mehr Gas geben. Teilweise gibt’s in den Praxen schon Wartezeiten bis in den Februar hinein. Glücklicherweise steht das Land dem Kreis inzwischen mit mobilen Impfteams zur Seite. Und der Kreis stellt seinerseits noch zwei eigene mobile Impfteams auf die Beine. Außerdem gibt es noch niedergelassene Ärzte, die sich hin und wieder nur dem Impfen widmen. Alle diese zusammen arbeiten die Impfaktionen ab, die bislang bis 23. Dezember durch den ganzen Kreis hindurch geplant sind. 47 sind inzwischen auf der Homepage des Landratsamts mit Ort und Zeit angekündigt. Täglich werden es mehr.

Bislang geht das Landratsamt von guten 10.000 Impfungen bis Weihnachten aus. Wohlgemerkt: In der Zahl steckten sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch die Booster. Das ist erschreckend weit von den 135.000 benötigten reinen Boostern entfernt. Auch wenn die avisierten 10.000 Impfungen längst viel mehr geworden sein dürften. Wie viele es sein könnten? Da wagt das Landratsamt noch keine Schätzung.

Zusätzliche Impfteams, fünf Impfstützpunkte

Zu den zusätzlichen Impfteams, die immer mehr Impfaktionen machen, bekommt der Rems-Murr-Kreis außerdem jetzt fünf Impfstützpunkte. Der erste hat seinen Sitz in Schorndorf beim Rems-Murr-Klinikum. Ab Montag, 22. November, geht’s dort los, pro Woche können dort mindestens 500 Menschen geimpft werden. Das seien, rechnet das Landratsamt, bis Weihnachten rund 2500 zusätzliche Impfungen.

Die anderen Impfstützpunkte sollen in Fellbach in der Alten Kelter, in Backnang, Murrhardt und Welzheim sein. Hier wird noch geplant. Geht man davon aus, dass diese vier weiteren Stützpunkte auch 500 Impfungen pro Woche schaffen, und dass sie dank superschneller Planung und Umsetzung schon eine Woche später, nämlich am Montag, 29. November, loslegen, hätte man bis Weihnachten zusätzliche 8000 Impfungen. Also insgesamt nochmal 10.500 Impfungen nur durch die Impfstützpunkte. Das aber ist wirklich noch reine Spekulation.

„Wir müssen jetzt Tempo machen beim Impfen, um die vierte Welle zu brechen“, sagt Jens Steinat, der Pandemiebeauftragte der Kreisärzteschaften. Die Kommunen, das Landratsamt, die Rems-Murr-Kliniken und die Kreisärzteschaften arbeiten „mit Hochdruck“, sagt Landrat Richard Sigel. Das stimmt. Doch blickt man auf die nackten Zahlen, stellt sich die Frage: Wird es reichen?

Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung? So geht’s bei den Impfaktionen

Sie haben die Möglichkeit, eine der mobilen Impfaktionen, die überall im Kreis stattfinden, zu besuchen. Die bislang bekannten Termine finden Sie im Artikel unten. Wer sich auf den allerneuesten Stand bringen will, guckt immer mal wieder auf die Homepage des Landratsamts.

Bei den Impfaktionen gibt es bislang noch keine Terminvergabe. Impfwillige können einfach so vorbeikommen. Es kann aber Wartezeiten geben. Eine Online-Terminvergabe ist in Arbeit. Das allerdings dauert noch etwas. Bei den Impfaktionen wird mit Biontech und Johnson&Johnson geimpft.

Bitte bringen Sie Impfpass, Versichertenkarte und Personalausweis mit.

Das digitale Impfzertifikat bekommen Sie vor Ort.

Beim Impfen geht es schneller, wenn verschiedene Dokumente schon vorab ausgedruckt und ausgefüllt sind. Die Dokumente können Sie herunterladen. Es geht um einen Laufzettel, den Anamnesebogen, die Einwilligung zum Impfen und das Aufklärungsmerkblatt.

Wer zu dieser Online-Arbeit nicht in der Lage ist, wird vor Ort bedient.

Auf Wunsch können Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten mit Biontech geimpft werden. Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche selbst entscheiden, ob sie geimpft werden möchten.

Lieber mit Termin zur Impfung? Dann nach Schorndorf in den Impfstützpunkt

Wer nicht zu einer mobilen Impfaktion will, kann sich im Impfstützpunkt in Schorndorf einen Termin für die Impfung holen. Bislang geht das unter der Mail-Adresse info@oc-schorndorf.de. Die Adresse der Praxis lautet: Praxisgemeinschaft Orthopädie Chirurgie Schorndorf, Schlichtener Straße 105, Schorndorf. Die Praxis befindet sich im Erdgeschoss des Gesundheitszentrums Schorndorf, direkt an der Rems-Murr-Klinik Schorndorf. Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Auch hier müssen Impfpass, Versichertenkarte und Personalausweis mitgebracht werden.

Die Krux beim Boostern: Eine Wartezeit muss eingehalten werden

Die ständige Impfkommission Stiko empfiehlt inzwischen für alle Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Das sind die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Die Auffrischimpfungen soll, so die Stiko, in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Wer mit Johnson & Johnson geimpft wurde, sollte schon nach vier Wochen boostern.

Es hat sich allerdings herausgestellt, dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung schon deutlich vor der von der Stiko empfohlenen Wartezeit von sechs Monaten nachlässt. Manche Ärzte impfen deshalb auch schon früher. Das allerdings liegt im Ermessen der Ärzte. Das Landratsamt fährt gemeinsam mit den Ärzten, die die mobilen Impfteams unterstützen, folgenden Kurs: Eine Booster-Impfung kann schon nach fünfeinhalb Monaten gegeben werden. Aber nicht früher.

Sollte jemand aufgrund von Vorerkrankungen eine noch frühere Impfung wünschen, empfiehlt das Landratsamt eine Besprechung mit und Impfung vom eigenen Hausarzt.

Um die Vorgabe umzusetzen, die Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht hat, damit die vierte Corona-Welle bricht, müssten im Rems-Murr-Kreis bis Jahresende 135.000 Corona-Auffrischungsimpfungen gespritzt werden. Das ist eine Hammer-Zahl. Können wir das schaffen? Und wie kommt der Mensch an seinen Booster?

27 Millionen Corona-Auffrischungsimpfungen, die sogenannten Booster, wünscht sich Angela Merkel für die 83,1 Millionen Menschen in Deutschland bis Jahresende. Setzt man die Zahlen

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